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Politik

Türkische Offensive gegen Kurden im Nordirak

18. April 2022

Das türkische Militär ist abermals gegen kurdische Stellungen der verbotenen PKK im Nordirak vorgegangen. Bei den Angriffen kamen auch Hubschrauber und Drohnen zum Einsatz.

Irak | Türkische Militäroperation gegen die PKK (2021)
Türkische Soldaten greifen im Nordirak regelmäßig Stellungen der verbotenen PKK an (Archivbild)Bild: Turkish National Defense Ministry/Handout/AApicture alliance

Die türkische Armee hat eine neue Boden- und Luftoffensive gegen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak gestartet. Wie Verteidigungsminister Hulusi Akar mitteilte, waren an dem Einsatz gegen die PKK in drei Regionen nahe der türkischen Grenze auch Drohnen und Kampfhubschrauber beteiligt. Der Einsatz werde in den "kommenden Tagen" verstärkt.

Ankara begründete den Einsatz mit dem Schutz vor Terrorangriffen und dem Recht auf Selbstverteidigung. Über Opfer ist bislang nichts bekannt. Ein PKK-Sprecher im Irak sagte der französischen Nachrichtenagentur AFP, es gebe "intensive Kämpfe" zwischen der türkischen Armee und dem militärischen Flügel der PKK. Die türkischen Streitkräfte hätten versucht, "Soldaten mit Hubschraubern abzusetzen und auch zu Land vorzudringen".

Masrur Barsani, Regierungschef der kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak, unterhält gute Beziehungen zu Ankara (Archivbild)Bild: IKRG/Handout/AA/picture alliance

Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Die Militäroperation konzentrierte sich auf die Regionen Metina, Zap und Awaschin-Basjan im Nordirak. In der nordirakischen Region Sindschar sowie im Gebirge an der irakisch-türkischen Grenze greift die türkische Armee regelmäßig Ausbildungszentren und Stützpunkte der kurdischen Miliz an. 

Anschläge vereitelt?

Das Hauptquartier der PKK liegt in den nordirakischen Kandil-Bergen. Ankara geht auch immer wieder militärisch gegen deren Stellungen in der Südosttürkei vor. Die PKK wiederum verübt Anschläge. Die jüngste Offensive diente dem türkischen Verteidigungsministerium zufolge der Vereitelung eines PKK-Anschlags in der Türkei. Sie sei mit "Freunden und Verbündeten" koordiniert worden, hieß es weiter.

Der Start erfolgte wenige Tage nach dem Besuch des Regierungschefs der autonomen Kurdenregion im Irak, Masrur Barsani, in der Türkei. Es wird vermutet, dass Barsani über den türkischen Armeeeinsatz informiert war. Nach seinem Treffen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatte sich Barsani positiv über die "Ausweitung der Zusammenarbeit" mit der Türkei "zur Förderung von Sicherheit und Stabilität" im Nordirak geäußert.

Der Konflikt mit der PKK geht bis ins Jahr 1984 zurück. Die PKK kämpft seitdem für mehr Autonomie im Südosten der Türkei. In dem Konflikt sind bislang mehr als 40.000 Menschen getötet worden.

uh/fab (dpa,afp, rtr)

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