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Politik

Türkische Operation in der Luft und am Boden

21. Januar 2018

Die Türkei sieht die starke Präsenz kurdischer Rebellen in Nordsyrien schon lange als Gefahr an. Nun nimmt sie deren Stellungen ins Visier - nach eigenen Angaben mit Raketen und Bodentruppen.

Luftangriffe in Afrin in Syrien
Bild: picture alliance/abaca/Depo Photos

Die vom türkischen Generalstab verkündete "Operation Olivenzweig" zielt vor allem auf die Kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) im syrischen Bezirk Afrin. Dort wurden laut Armee 153 Stellungen der YPG-Miliz durch Raketen getroffen. Darunter seien auch Waffenlager, so das Militär. Nach kurdischen Angaben wurden mindestens zehn Menschen getötet, unter ihnen Zivilisten.

Auch Bodentruppen seien inzwischen in die Region Afrin einmarschiert. Das sagte Ministerpräsident Binali Yildirim, wie die Nachrichtenagentur DHA meldet. Reuters dagegen zitiert die YPG-Miliz, wonach sie die türkischen Einheiten daran hinderten in das Grenzgebiet einzudringen. Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte diese Lesart. Allerdings gebe es weiterhin heftige Kämpfe zwischen der kuudisch geführten Allianz der Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) und "türkischen Truppen nahe der türkischen Grenze.

Gegenschläge aus Syrien

Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu sind inzwischen aus Syrien drei Raketen in Richtung der Grenzprovinz Kilis in Südostanatolien abgefeuert worden. Die Geschosse hätten in den frühen Morgenstunden mehrere Wohngebiete getroffen, sagte Gouverneur Mehmet Tekinarslan. Dabei sei eine Person leicht verletzt worden.

Die YPG, die das von den USA unterstützte Militärbündnis der SDF anführen, gelten als syrischer Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK in der Türkei. Auch in der Europäischen Union ist die PKK als Terrororganisation eingestuft.

Weitere Eskalation droht

Die Vereinigten Staaten hatten vor einer türkischen Militäroffensive in Afrin gewarnt und die Türkei aufgerufen, "keinerlei Maßnahmen dieser Art zu ergreifen". Die USA haben die YPG im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) mit Waffen ausgerüstet, was die Führung in Ankara empört.

Über Afrin im Einsatz: ein türkischer Kampfjet Bild: picture alliance/AA/E. Bozkurt

Unklar ist, ob inzwischen auch türkische Bodentruppen die Grenze nach Syrien überschritten hatten. Dies könnte zu einer direkten Konfrontation mit russischen Einheiten führen, die im Norden Syriens stationiert sind.

Russland zog derweil seine Truppen aus der Region um Afrin ab. Man habe sich zu dem Schritt entschlossen, um die Sicherheit der russischen Soldaten zu gewährleisten, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Man fordere alle Seiten zur Zurückhaltung auf.

Auch das Auswärtige Amt in Berlin zeigte sich besorgt: "Die Menschen in Nordsyrien leiden schon genug - bereits jetzt sind unzählige Menschen auf der Flucht", hieß es von dort.

wa/haz (dpa, afp)

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