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Politik

Türkische Soldaten bleiben in Nordsyrien

1. April 2017

Am Mittwoch hatte die Türkei ihren Militäreinsatz im Norden Syriens für beendet erklärt. Jetzt stellt sie klar, dass keine türkischen Soldaten abgezogen werden. Diese sollen weiter die besetzte Sicherheitszone schützen.

Syrien türkisches Militär in der Nähe von al-Rai
Türkisches Militär im Einsatz in der Nähe der nordsyrischen Stadt al-RaiBild: Reuters/K. Ashawi

Die türkische Regierung will weiterhin Soldaten für Einsätze in Syrien belassen. Das teilte Außenminister Mevlüt Cavusoglu mit, wie die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu meldet. Die Soldaten sollten sicherstellen, dass ein als Sicherheitszone bezeichnetes Gebiet "frei von Terrorismus" sei. Mehr als 50.000 syrische Flüchtlinge seien aus der Türkei nach Syrien zurückgekehrt und würden in dem Gebiet angesiedelt, erklärte der Minister.

Ministerpräsident Binali Yildirim hatte das Ende der Militäroffensive im Norden Syriens - die Operation Euphrat-Schild - für beendet erklärt, ohne mitzuteilen, ob die türkischen Truppen aus Syrien abgezogen werden. Das türkische Militär und verbündete syrische Rebellen hatten im Rahmen der im August 2016 gestarteten Operation gegen Einheiten der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) sowie gegen kurdische Milizen gekämpft. Türkisches Militär und syrische Rebellen haben seitdem ein etwa 2000 Quadratkilometer großes Gebiet unter ihre Kontrolle gebracht.

Kurdische Erfolge verhindern

Bereits am Freitag hatte das türkische Militär erklärt, auch nach dem erfolgreichen Abschluss der Offensive "Schutzschild Euphrat" würden die "Aktivitäten zum Schutz der nationalen Sicherheitsinteressen" in dem Nachbarland fortgesetzt. Ankara will insbesondere politische Erfolge der Kurden verhindern, die im Norden Syriens ein zusammenhängendes Autonomiegebiet anstreben. Der Militäreinsatz ziele auf die "Verhinderung unerwünschter Einheiten", solle den geflüchteten "syrischen Brüdern und Schwestern die Rückkehr" in ihre Heimat ermöglichen und "die Stabilität und Sicherheit in der Region garantieren", erklärten die Streitkräfte.

Im Visier hatte die türkische Armee neben dem IS auch die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), die eng mit der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden sind. Die Regierung in Ankara betrachtet die PKK und die YPG als terroristische Vereinigungen. Die US-Regierung sieht in den YPG hingegen eine nützliche Kraft im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz IS.

Im Zuge des Einsatzes "Schutzschild Euphrat" hatten die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen die IS-Miliz aus mehreren Städten im Grenzgebiet verdrängt. Sie erzielten mit der Eroberung der Grenzstadt Dscharablus und anderer Orte zunächst rasche Erfolge, doch geriet die Offensive vor al-Bab ins Stocken. Nach wochenlangen Kämpfen drangen die türkischen Soldaten mit Unterstützung syrischer Rebellen schließlich im Februar in die letzte IS-Hochburg in der Provinz Aleppo ein.

kle/hf (dpa, afp)

 

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