1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

Türkische Truppen vor Afrin

10. März 2018

Die türkische Armee hat im Angriffskrieg gegen die Kurden die Außenbezirke der syrischen Stadt Afrin erreicht. Doch Präsident Erdogan will mehr: Die Stadt Manbidsch steht als nächstes auf dem Plan.

Syrien | 'Operation Olive Branch' der FSA in Afrin
Soldaten der von der Türkei unterstützten "Freien Syrischen Armee"Bild: picture-alliance/AA/H. Nasir

Zusammen mit verbündeten Rebellen rückten die Soldaten unter massivem Beschuss von Osten auf die Ortschaft zu, teilte die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle mit. Demnach seien die Verbände nur noch zwei Kilometer von Afrin entfernt, das seit 2012 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) kontrolliert wird. Der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte der Nachrichtenagentur AFP, im Nordosten der Stadt habe es heftige Kämpfe mit Luftangriffen und Artilleriebeschuss gegeben.

Die Türkei hatte im Januar ihre Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz YPG in der Region Afrin gestartet. Inzwischen hat das Land die Kontrolle über den größten Teil der Region.

Erdogan kündigt "Säuberungen" an

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte in einer in der südlichen Stadt Mersin gehaltenen und im Fernsehen übertragenen Rede, nach Afrin würden auch die Städte Manbidsch, Kobane, Tal Abjad, Ras al-Ain und Kamischli "von Terroristen gesäubert". Damit riskiert Erdogan einen Konflikt mit den USA, die in der Umgebung von Manbidsch eigene Soldaten stationiert haben.

Immer mehr Zivilisten fliehen vor der türkischen Armee und ihren Verbündeten aus AfrinBild: Reuters/K. Ashawi

Die Kurden-Milizen sind die wichtigsten Verbündeten der USA beim Kampf gegen die Extremistengruppe Islamischer Staat. Die YPG hatten das von der Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) eingenommene Kobane im Januar in einer symbolträchtigen viermonatigen Schlacht zurückerobert. Erdogan sieht dagegen in der YPG den verlängerten Arm der kurdischen Arbeiterpartei PKK und will verhindern, dass sich im Grenzgebiet zu seinem Land kurdische Milizen etablieren.

Erdogan forderte die NATO in seiner Rede auf, seine am 20. Januar gestartete Militäroffensive "Operation Olivenzweig" zu unterstützen. Die Türkei habe den Aufforderungen der Allianz zur Intervention in Afghanistan, Somalia und auf dem Balkan Folge geleistet. Jetzt sei die NATO in Syrien an der Reihe.

cgn/stu (afp, rtr)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen