Türkischer Fotograf Ara Güler ist tot
18. Oktober 2018
Nach Angaben seiner Familie ist Ara Güler in einer Klinik in Istanbul an Herzversagen gestorben. Bereits in den vergangenen Jahren war er sehr pflegebedürftig.
Der in Istanbul geborene Sohn einer armenischen Apothekerfamilie arbeitete in seinen frühen Jahren als Nahost-Korrespondent für internationale Magazine wie "Time Life", "Paris Match" oder das deutsche Heft "Stern". Außerdem war er Mitglied der renommierten Fotoagentur Magnum.
Arbeiter und Kinder in Istanbul
Gülers größtes Vermächtnis sind zahlreiche schwarz-weiß Bilder, die das Leben in Istanbul seit den 1950er Jahren dokumentieren. Sein Fokus liegt häufig auf kleinen Details. Seine lebendigen Fotografien zeigen oftmals einfache Arbeiter oder Kinder.
Freunde und Fans nannten ihn das "Auge von Istanbul". Doch das reichte ihm nicht. "Die Leute nennen mich einen Fotografen Istanbuls. Aber ich bin ein Weltbürger. Ich bin ein Fotograf der Welt", sagte Güler einmal.
Churchill, Picasso und Hitchcock fotografiert
Der autobiografische Roman "Istanbul - Erinnerung an eine Stadt" des türkischen Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk ist mit Fotografien Gülers illustriert. Zudem porträtierte er eine Vielzahl von Prominenten, darunter den ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill, die frühere indische Regierungschefin Indira Gandhi, die griechisch-amerikanische Opernsängerin Maria Callas, den US-Schauspieler Dustin Hoffman, den britischen Filmregisseur Alfred Hitchcock sowie die spanischen Maler Salvador Dali und Picasso.
Für seine Werke wurde Güler mit vielen Auszeichnungen geehrt. 1961 bezeichnete ihn das "Photography Annual" als einen der sieben besten Fotografen weltweit. 1968 wurde Güler vom Museum of Modern Art in New York zu den "Zehn Meistern der Farbfotografie" gewählt.
se/qu (afp, ard)