News kompakt: Taliban laut Medienbericht in Deutschland
29. August 2026
Die in Afghanistan herrschenden radikalislamistischen Taliban haben nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks in dieser Woche eine Delegation nach Deutschland geschickt. Die drei Diplomaten sollen demnach drei Wochen in der Bundesrepublik bleiben. Derzeit halte sich die Gruppe in der afghanischen Botschaft in Berlin auf.
Deutschlands Auswärtiges Amt bestätigte auf NDR-Anfrage am Freitagabend die Anwesenheit der Taliban-Delegation. Die Mission stehe im Zusammenhang mit weiteren Abschiebungen afghanischer Staatsbürger, heißt es aus der deutschen Hauptstadt. Auch fünf Jahre nach ihrer Machtübernahme in Kabul ist die Taliban-Regierung bislang nur von Russland offiziell anerkannt worden.
Erschwerte Suche nach Flutopfern
Enorme Schlammmassen und Regenfälle beeinträchtigen die Bergungsarbeiten und die Suche nach Vermissten im Katastrophengebiet an der nepalesisch-chinesischen Grenze. Es sei schwierig, Hubschrauber in den von der Flut betroffenen Regionen zu landen oder zu starten, sagte Armeesprecher Raja Ram Basnet.
Insgesamt liegt die Zahl der Todesopfer nach jüngsten Informationen aus China und Nepal bei 623. Wie die nepalesische Katastrophenschutzbehörde mitteilte, konnten bis zum Freitagabend (Ortszeit) mehr als 4400 Menschen gerettet werden, 2400 gelten noch als vermisst. Nach Angaben des geologischen Dienstes der USA wurde die verheerende Sturzflut im Himalaya-Gebiet am Mittwoch durch den Abbruch eines Gletschers ausgelöst.
Haftstrafe für Ecuadors Ex-Präsident Moreno
Der Oberste Gerichtshof in Quito hat Ecuadors früheren Präsidenten Lenín Moreno wegen Korruption schuldig gesprochen. Er wurde zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. In dem Prozess ging es um den Bau des größten Wasserkraftwerks des südamerikanischen Landes durch das chinesische Unternehmen Sinohydro. Ecuadors oberste Richter befanden Moreno für schuldig, während seiner Zeit als Vize-Präsident Bestechungsgelder von dem Unternehmen angenommen zu haben.
Neben dem 73-Jährigen wurden 19 weitere Angeklagte schuldig gesprochen, darunter ein ehemaliger chinesischer Botschafter. Die Ehefrau des Ex-Präsidenten und mehrere Verwandte von ihm sollen wegen Beihilfe für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Laut Staatsanwaltschaft sollen insgesamt umgerechnet 65 Millionen Euro Bestechungsgelder geflossen sein. Moreno weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück und kündigte Berufung an.
Trump: Milliarden-schwerer Öl-Deal mit Venezuela
Die USA haben sich nach Angaben von Präsident Donald Trump riesige venezolanische Ölvorkommen gesichert. Mit der Vereinbarung mit der amtierenden Regierung in Caracas würden die Vereinigten Staaten eine Ölmenge von mehr als 65 Milliarden Fass unter ihre Kontrolle bringen. Das verkündete Trump auf seiner Plattform Truth Social. Demnach wurde die Vereinbarung in Absprache mit Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez geschlossen.
Im Januar war der linksnationalistische Machthaber Nicolás Maduro bei einem US-Militäreinsatz in Caracas gefangengenommen und in die USA gebracht worden. Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Reserven weltweit. Nach jahrelanger Wirtschaftskrise hat das südamerikanische Land aber große Probleme, diese Ressourcen zu fördern.
Isländer stimmen über EU-Kurs ab
In einem Referendum können die Bürger von Island an diesem Samstag darüber entscheiden, ob die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union wieder aufgenommen werden sollen. 2015 hatte das Land die Gespräche mit der EU abgebrochen. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Fischfang.
Umfragen prognostizieren einen knappen Ausgang der nun angesetzten Volksabstimmung. Viele der rund 400.000 Einwohner fürchten um die Souveränität des Inselstaates im Nordatlantik. Andere erhoffen sich wirtschaftliche Vorteile von einem EU-Beitritt Islands.
Sambischer Oppositionspolitiker festgenommen
Zwei Wochen nach der Präsidentenwahl in Sambia ist der unterlegene Kandidat Brian Mundubile verhaftet und verhört worden. Der Oppositionspolitiker und sein Parteikollege Makebi Zulu seien in der Hauptstadt Lusaka in Polizeigewahrsam genommen und wegen Hochverrats angeklagt worden, teilte Mundubiles Team mit. Der Wahlverlierer wollte gegen das Ergebnis der Abstimmung vor Gericht gehen.
Präsident Hakainde Hichilema, der seit 2021 regiert, hatte die Wahl am 13. August laut offiziellen Zahlen mit 61 Prozent der Stimmen gewonnen. Bei einem Einsatz der Sicherheitskräfte am Tag nach der Abstimmung wurden nach Angaben von Sambias Polizei elf Oppositionsanhänger festgenommen. Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, äußerte sich besorgt über die Entwicklungen in dem südafrikanischen Land.
Céline Dion vor Bühnen-Comeback in Paris
Begleitet vom Jubel ihrer Fans ist die kanadische Popsängerin Céline Dion in Frankreich eingetroffen, wo sie ihre Rückkehr ins Konzertgeschäft starten will. In einen beigen Trenchcoat gehüllt und mit großer schwarzer Sonnenbrille warf sie den Wartenden vor ihrem Hotel in der Pariser Innenstadt Kusshändchen zu.
Nach jahrelanger krankheitsbedingter Pause hatte die 58-Jährige Anfang des Jahres angekündigt, wieder Konzerte zu geben. Ihr Bühnen-Comeback findet in zwei Wochen in der Plenitude Arena bei Paris statt. Die Veranstalter meldeten einen enormen Ansturm auf die Tickets. Mit welchem Song Céline Dion ihre Show in Paris eröffnen wird, hält sie noch geheim.
AR/fab/haz (afp, dpa, rtr, epd, ap, NDR, tagesschau.de)
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