News kompakt: Thailand fliegt Luftangriffe auf Kambodscha
8. Dezember 2025
Thailand hat nach eigenen Angaben Luftangriffe entlang der kambodschanischen Grenze geflogen. Der Beschuss sei erfolgt als Vergeltungsschlag auf Angriffe kambodschanischer Truppen, bei denen ein thailändischer Soldat getötet und vier weitere verletzt worden seien, teilte Thailands Armee mit. Kambodscha widerspricht: Thailand habe nach tagelangen Provokationen zwei kambodschanische Stellungen angegriffen. Eigene Truppen hätten nicht zurückgeschossen.
Beide Seiten werfen sich Verstöße gegen die im Oktober vereinbarte, von US-Präsident Donald Trump und Malaysias Premier Anwar Ibrahim vermittelte Waffenruhe vor. Der Grenzstreit dauert seit über einem Jahrhundert an und war im Juli bereits zu einem fünftägigen Gefecht eskaliert, bei dem mindestens 48 Menschen starben und rund 300.000 zeitweise fliehen mussten.
Europäer beraten mit Selenskyj über geänderten US-Plan
Im Ringen um ein Ende des Kriegs in der Ukraine wollen an diesem Montag die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Deutschland und Frankreich in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammenkommen. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte im Vorfeld des Treffens, man müsse weiterhin Druck auf Russland ausüben, um es zum Frieden zu zwingen.
Grundlage der Verhandlungen ist ein vor rund drei Wochen von den USA vorgelegter Plan. Das Konzept war anschließend auf Drängen der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten nochmals überarbeitet worden, da es zunächst als sehr russlandfreundlich galt.
Nachbarstaaten entsenden nach Putschversuch Militär nach Benin
Nach einem vereitelten Putschversuch in Benin hat die westafrikanische Staatengemeinschaft ECOWAS die Entsendung einer Eingreiftruppe beschlossen. Soldaten, darunter Kräfte aus dem Nachbarland Nigeria, sollen die Regierung stützen und die verfassungsmäßige Ordnung sichern. Nigerias Präsident Bola Ahmed Tinubu erklärte, die nigerianische Luftwaffe kontrolliere auf Bitten Benins den Luftraum und koordiniere schnelle Einsätze. Nigerianische Bodentruppen seien ebenfalls im Land.
Medienberichten zufolge vertrieben nigerianische Kampfflugzeuge Putschisten vom staatlichen Fernsehsender und einem Militärstützpunkt. In Cotonou, dem Regierungssitz, wurden Explosionen nach mutmaßlichen Luftangriffen gemeldet. Benins Präsident Patrice Talon versicherte am Sonntagabend, die Lage sei vollständig unter Kontrolle und dankte den loyal gebliebenen Streitkräften. Zuvor hatten Putschisten kurzzeitig den staatlichen Fernsehsender besetzt und Talon für abgesetzt erklärt.
Parlamentswahl in Hongkong stößt auf wenig Interesse
Eineinhalb Wochen nach der verheerenden Brandkatastrophe in einem Wohnkomplex haben Menschen in Hongkong mit einer sehr niedrigen Wahlbeteiligung über ihr neues Parlament abgestimmt. Nach offiziellen Angaben gaben rund 1,3 Millionen Bürger ihre Stimme ab. Das entspricht nur 31,9 Prozent der Wahlberechtigten. Das Parlament der Sonderverwaltungsregion, der Legislativrat, wird nur teilweise direkt gewählt. Die Hongkonger Bevölkerung entscheidet nur über 20 der insgesamt 90 Sitze. 40 Mandate vergibt ein Komitee aus Peking-treuen Politikern sowie Vertretern aus Wirtschaft und Gesellschaft, weitere 30 werden durch Industrievertreter bestimmt.
Pro-demokratische Kandidaten traten diesmal nicht an, da Bewerber für eine Zulassung ihre Loyalität gegenüber China nachweisen müssen. Hongkong gehört seit dem 1. Juli 1997 wieder zu China, wird aber nach dem Prinzip "Ein Land, zwei Systeme" verwaltet.
Wadephul mahnt vor China-Reise Druck auf Russland an
Deutschlands Außenminister Johann Wadephul hat die Regierung in China aufgefordert, Druck auf Russland für ein Ende des Angriffskrieges in der Ukraine auszuüben. Kein anderes Land habe so viel Einfluss auf Russland wie China, sagte Wadephul am Sonntag in Berlin vor seinem Abflug nach Peking. Die chinesische Regierung könne sich dafür einsetzen, dass Moskau zu ernsthaften Verhandlungen bereit sei.
Wadephul kündigte zugleich an, bei seinen Gesprächen mit der chinesischen Führung an diesem Montag auch wirtschaftliche Streitpunkte anzusprechen. Handelsbeschränkungen bei Rohstoffen wie den Seltenen Erden und Überkapazitäten bei Elektromobilität und Stahl bereiteten deutschen Unternehmen große Sorgen, betonte der Außenminister.
Trump zweifelt an Deal zwischen Netflix und Warner Bros. Discovery
US-Präsident Donald Trump hat Zweifel an der geplanten Übernahme des Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery durch den Streaminganbieter Netflix geäußert. Netflix verfüge bereits über "einen sehr großen Marktanteil", sagte Trump. Das könne aus seiner Sicht "problematisch" sein. Mit Blick auf die anstehende kartellrechtliche Prüfung erklärte er zudem, er werde "an dieser Entscheidung beteiligt sein". Netflix und Warner Bros. Discovery hatten die Übernahme am Freitag angekündigt. Der Deal hätte ein Volumen von knapp 83 Milliarden Dollar (rund 71 Milliarden Euro).
Fachleute rechnen jedoch damit, dass die US-Kartellbehörden das Vorhaben besonders streng prüfen werden. Netflix ist weltweit Marktführer im Streamingbereich und hat seine Investitionen in Eigenproduktionen in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Im Rahmen des geplanten Geschäfts würde das Unternehmen den Streamingdienst HBO sowie die traditionsreichen Warner-Filmstudios übernehmen. Die linearen TV-Sender von Warner Bros. Discovery, darunter auch der Nachrichtensender CNN, sollen vorab ausgegliedert werden.
pgr/gri/se (dpa, afp, rtr, kna, epd, ap)
Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.