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Top-Banker Fitschen angeklagt

23. September 2014

Es geht laut der Münchner Staatsanwaltschaft um versuchten Betrug im Verfahren zum Niedergang des Kirch-Medienimperiums. Auch Fitschens Vorgänger Ackermann und Breuer wurden angeklagt.

Der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen (Foto: Reuters)
Bild: picture-alliance/dpa

Die Münchner Staatsanwaltschaft hat den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, wegen versuchten Prozessbetrugs im Kirch-Verfahren angeklagt. Fitschen habe die Anklage bereits erhalten, sagte eine Gerichtssprecherin der Nachrichtenagentur dpa in München. Auch Fitschens Vorgänger Rolf Breuer und Josef Ackermann sowie zwei weitere Ex-Manager wurden angeklagt. Sie werden verdächtigt, vor Gericht falsche Angaben gemacht zu haben, um Schadenersatzzahlungen an die Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch zu verhindern.

Entscheidung über Prozess erst nach Monaten?

Da die Bank letztlich doch gezahlt hatte, geht es nur um versuchten Prozessbetrug. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Fitschen führt die Deutsche Bank seit Juni 2012 gemeinsam mit Anshu Jain und gilt als einer der wichtigsten Wirtschaftsbosse in Deutschland. Sollte das Landgericht München die Anklage zulassen, würde es zu einem Strafprozess kommen. Die Entscheidung darüber könnte aber noch Monate dauern.

Der im Juli 2011 verstorbene Medienunternehmer Kirch mit Ex-Deutsche-Bank-Chef Breuer vor dem Oberlandesgericht München (Foto vom März 2011)Bild: picture-alliance/dpa

Als Angeklagte müssten Fitschen, Ackermann, Breuer und die anderen Beteiligten persönlich vor Gericht erscheinen. Zuständig für den Fall ist die 5. Strafkammer um den Vorsitzenden Richter Peter Noll, der im August den Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone gegen Zahlung einer Rekordsumme von 100 Millionen Dollar eingestellt hatte. Das Verfahren ist die letzte offene Baustelle der Deutschen Bank im Streit mit den Kirch-Erben.

Deutsche Bank vor Einigung im Kirch-Streit

01:17

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Vergleich zwischen Bank und Kirch-Erben

Leo Kirch und später seine Erben machten die Bank für den Zusammenbruch des Medienimperiums von Kirch im Jahr 2002 verantwortlich und überzogen das Geldhaus mit Prozessen. Vor dem Oberlandesgericht (OLG) München hatten die Erben Erfolg. Nach einer langen Beweisaufnahme verurteilte das OLG die Bank kurz vor Weihnachten 2012 zu Schadenersatz. Im Februar 2014 schließlich schlossen beide Seiten einen Vergleich. Gegen Zahlung von rund 925 Millionen Euro einigte sich die Bank mit den Kirch-Erben auf ein gütliches Ende der Dauerfehde. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen die Manager liefen aber trotzdem weiter.

sti/as (dpa, afp)