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Trump: Bolsonaro kann in den USA bleiben

1. November 2026

Nach seiner Wahlniederlage hat Flávio Bolsonaro Brasilien fluchtartig in Richtung USA verlassen - trotz eines gerichtlichen Ausreiseverbots. Wenn es nach US-Präsident Trump geht, kann er so lange bleiben, wie er will.

USA Palm Beach 2026 | Donald Trump spricht bei Halloween-Party in Mar-a-Lago
Trump äußerte sich bei einer Halloween-Party auf seinem Anwesen in FloridaBild: Jacquelyn Martin/AP Photo/dpa/picture alliance

US-Präsident Donald Trump hat erklärt, Brasiliens unterlegener Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro könne sich auf unbestimmte Zeit in den Vereinigten Staaten aufhalten. "Er kann hier so lange bleiben, wie er will", sagte Trump vor Reportern auf einer Halloween-Party in ‌seinem Club ⁠Mar-a-Lago ⁠in Florida.

"Meiner Meinung nach war die Wahl eine Schande", fügte er hinzu. Die Äußerungen dürften die Beziehungen zwischen den beiden größten Demokratien Amerikas weiter belasten. ​

Kein Treffen Trumps mit Bolsonaro geplant

Bolsonaro hatte Brasilien verlassen, ​nachdem ‌er die Präsidentschaftswahl gegen den linken Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva verloren hatte. Nach der Niederlage des Rechtspopulisten hatte ein brasilianischer Richter die ‌Einziehung seines Reisepasses angeordnet, da gegen ihn wegen Geldwäsche ‌ermittelt ​wird und die Polizei ihn als fluchtgefährdet einstufte.

Flávio Bolsonaro beim Verlassen des Flugzeugs nach seiner Ankunft in den USABild: Ricardo Arduengo/AFP

Wie die Nachrichtenagentur Reuters meldete, erhielt Bolsonaro für die Einreise in die USA eine humanitäre Sondergenehmigung ("humanitarian parole"), ​die in der Regel auf ein Jahr befristet ist. Trump sagte, er habe keine Pläne, sich mit dem 45-Jährigen zu treffen. Er finde aber, Bolsonaro sei "sehr mies behandelt" worden.

War die US-Regierung an der Flucht beteiligt?

US-Außenminister Marco Rubio bestritt, dass Washington in die Flucht involviert war. Die US-Regierung sei an Bolsonaros Vorkehrungen "nicht direkt beteiligt" gewesen, sagte er auf einer Pressekonferenz beim G20-Außenministertreffen in Atlanta. Der brasilianische Politiker habe bereits zuvor ein US-Visum besessen.

"Keine direkte Beteiligung": US-Außenminister Marco Rubio beim G20-Außenministertreffen in AtlantaBild: Mike Stewart/AP Photo/picture alliance

"Der Präsident hat die Entscheidung getroffen, ihm die Einreise ins Land zu erlauben", erklärte Rubio weiter. Nach Medienberichten soll indes ein Mitarbeiter des ​Weißen Hauses bei der Organisation der Reise geholfen haben.

Flávio Bolsonaros Vater, der rechtsgerichtete ehemalige Präsident Jair Bolsonaro, ist in Brasilien ​wegen der Planung ⁠eines Putsches nach seiner eigenen Wahlniederlage im Jahr 2022 inhaftiert. Lula selbst saß in ⁠den Jahren 2018 ​und 2019 wegen Korruptionsvorwürfen 17 Monate im Gefängnis. Das Verfahren wurde später eingestellt.

gri/wa (rtr, afp)

Redaktionsschluss: 17.30 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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