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KonflikteNahost

Trump stellt Iran Ultimatum zur Straße von Hormus

22. März 2026

Drohungen und Gegendrohungen - die wichtige Schifffahrtspassage für Energielieferungen rückt immer mehr ins Zentrum der Auseinandersetzung zwischen den USA und Iran.

LPG-Tanker vor der Küste von Oman Shinas (11.03.2026)
Tanker mit Energielieferungen ankern an der Straße von Hormus - die Passage ist derzeit zu gefährlichBild: Benoit Tessier/REUTERS

US-Präsident Donald Trump will den Iran zur Öffnung der für den Ölmarkt wichtigen Straße von Hormus zwingen. Er droht dem Iran mit der Zerstörung seiner Energieanlagen, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Meerenge vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Eskalation droht

Aus Teheran folgte prompt eine Gegenwarnung: Sollte die Kraftstoff- und Energieinfrastruktur des Irans angegriffen werden, werde das iranische Militär alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der gesamten Golfregion ins Visier nehmen, zitierte die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars einen Sprecher.

Damit droht der vor drei Wochen von den USA und Israel begonnene Krieg zu eskalieren - mit unabsehbaren Folgen für die Region und die gesamte Weltwirtschaft. Schon jetzt hat der Konflikt um die Straße von Hormus enorme Auswirkungen auf die globalen Märkte, die Ölpreise sind stark gestiegen. Vor allem in Asien gibt es bereits Engpässe.

Premierministerin Takaichi bei US-Präsident Trump im Oval Office (am Donnerstag): Keine Hilfe ohne WaffenstillstandBild: Alex Wong/Getty Images

Japan könnte sich nach den Worten von Außenminister Toshimitsu Motegi an einer Minenräumung in der Straße von ​Hormus beteiligen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran, sagte Motegi. Japan importiert ​rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge. Trump hatte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zuvor gedrängt, sich stärker für die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu engagieren.

Merz: "Nicht unser Krieg"

Diese Forderung ging auch an europäische Staaten, die sich aber ähnlich wie Japan zurückhaltend äußerten. Daraufhin bezeichnete Trump sie als "Feiglinge".

Kanzler Merz bekräftigte seine Haltung zum Iran-Krieg beim EU-Gipfel (am Donnerstag) und setzt auf die Einigkeit der EuropäerBild: Dursun Aydemir/Anadolu/picture alliance

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass dies nicht der Krieg Deutschlands sei. Man müsse nicht fragen, wie sich die Bundeswehr militärisch einbringen werde, solange die Kämpfe anhalten würden. "Wir werden es nicht tun." Ein Hilfsangebot zur Sicherung der Straße von Hormus gelte für die Zeit nach dem Krieg.

An diesem Sonntag telefonierte Merz mit dem amerikanischen Präsidenten. "Ich habe heute Nachmittag mit US-Präsident Donald Trump die Situation in Iran, Israel und in der Ukraine besprochen. Wir haben verabredet, weiter in engem Kontakt zu bleiben. Unser Austausch wird bald fortgesetzt", schrieb der Kanzler auf der Plattform X. Bei einer Wahlkampfveranstaltung am Freitag hatte Merz ein Gespräch mit Trump an diesem Wochenende angekündigt und auch gesagt: "Er ist im Augenblick nicht ganz so gut auf mich zu sprechen."

Rhetorische Drohungen und militärische Angriffe

US-Medienberichten zufolge bombardieren US-Kampfflugzeuge und Kampfhubschrauber verstärkt iranische Drohnen und Kriegsschiffe, um die wichtige Meerenge freizubekommen. Auch setzten die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben ein, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen.

Trump war am Freitag vor dem Weißen Haus von US-Medien mit den Worten zitiert worden: "Ich will keinen Waffenstillstand. Man schließt keinen Waffenstillstand, wenn man die andere Seite buchstäblich auslöscht".

US-Präsident Trump - wie immer laut und kämpferischBild: Nathan Howard/REUTERS

Der Iran zeigt sich jedoch weiter kämpferisch und greift weiter Ziele in Israel an - zuletzt in Tel Aviv. Ein Einwohner Tel Avivs berichtete der Deutschen Presse-Agentur, es seien in der Mittelmeermetropole Explosionsgeräusche zu hören. Laut Rettungsdienst Magen David Adom gibt noch keine Informationen zu Verletzten.

Das iranische Militär teilte derweil mit, es habe den internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv mit Drohnen angegriffen. Dafür gab es von der israelischen Armee keine Bestätigung.

Am Samstagabend wurden mehr als 100 Menschen bei iranischen Raketenangriffen auf die beiden südlichen Wüstenstädte Dimona und Arad verletzt, elf davon schwer. Es kam zu schweren Zerstörungen. Israels Luftabwehr habe mindestens zwei Raketen nicht abfangen können, meldet die Zeitung "Times of Israel". Iranische Staatsmedien berichten, die Angriffe hätten einer israelischen Atomforschungsanlage gedient, die etwa zehn Kilometer von Dimona und 30 Kilometer von Arad entfernt liegt.

Golfstaaten weiter in Irans Visier

In den Golfstaaten kam es ebenfalls erneut zu Angriffen. Saudi-Arabiens Verteidigungsministerium teilte mit, drei Raketen hätten das Gebiet rund um die Hauptstadt Riad attackiert. Eine Rakete sei abgefangen worden, zwei seien in unbewohntem Gebiet abgestürzt. Zudem seien fünf Drohnen abgefangen worden. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Arabischen Emirate reagieren die Luftabwehrsysteme des Landes auf Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran.

fab/AR (dpa, rtr, afp)

Redaktionsschluss: 17.40 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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