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Politik

Trump spricht von einem "Akt des Bösen".

2. Oktober 2017

Ein Bewaffneter hatte das Feuer auf die Besucher eines Musikfestivals eröffnet, das vor einem Hotel stattfand. 58 Tote und über 500 Verletzte in Las Vegas sind die blutige Bilanz. Der mutmaßliche Täter ist tot.

President Trump  über Las Vegas neu
Bild: Getty Images/A.Wong

Der mutmaßliche Einzeltäter hat bei einem Musikfestival in der US-Touristenmetropole Las Vegas nach neuen Angaben mindestens 58 Menschen getötet und mindestens 515 verletzt. Nach Angaben der Polizei im US-Bundesstaat Nevada feuerte der Schütze vom 32. Stockwerk des Mandalay Bay Hotels aus auf die Konzertbesucher. Es kam zu Panik und Chaos, als die verängstigten Menschen zu fliehen versuchten. Die Lage war länger unklar.

Flucht in PanikBild: Getty Images/D.Becker

Nach seinem Angriff tötete sich der Schütze in  seinem Hotelzimmer offenbar selbst. "Wir glauben, dass er sich selbst das Leben genommen hat, bevor wir eingedrungen sind", teilte die Polizei mit. Zunächst hatte es geheißen, die Polizei habe den Angreifer getötet. Er soll mehr als zehn Gewehre in seinem Hotelzimmer gehortet haben.

FBI: Bluttat von Las Vegas war kein Terrorakt

Der US-Präsident zeigte sich in einem Statement aus dem Weißen Haus schockiert. Er nannte die Bluttat einen "Akt des Bösen". Donald Trump dankte allen Helfern. Sie hätten durch ihren Einsatz verhindert, dass noch mehr Menschen zu Schaden kommen. Seine Anteilnahme und sein Mitgefühl gelte den Opfern und denen, die Angehörige verloren haben. "In Momenten der Tragödie und des Horrors kommt Amerika als Einheit zusammen. Dies hat es immer getan", rief Trump die USA zum Zusammenhalt auf. 

Trauer und Bestürzung bei KonzertbesuchernBild: Getty Images/E.Miller

Der mutmaßliche Schütze wurde als der 64-jährige Stephen P. identifiziert. Er lebte in der Casino-Metropole im US-Bundesstaat Nevada. Inzwischen fand die Polizei seine asiatische Begleiterin. Nachdem man die Frau, die einen australischen Pass hat, jedoch ermittelt und befragt hatte, ließ sich keine Verbindung zwischen ihr und der Tat herstellen. Für die Ermittlungen sei sie vorerst nicht mehr von Interesse, sagte die Polizei in Las Vegas. Dir Frau habe sich offenbar bereits zum Zeitpunkt der Tat im Ausland befunden. Die Sicherheitskräfte suchen auch zwei verdächtige Fahrzeuge. Über das Fernsehen und den Kurznachrichtendienst Twitter gaben sie entsprechende Meldungen heraus. 

Die Todesschüsse von Las Vegas stehen nach ersten Erkenntnissen der US-Bundespolizei FBI nicht in Zusammenhang mit einer international agierenden Terrororganisation. Die Tat habe keinen terroristischen Hintergrund, gab das FBI bekannt. Zuvor hatte bereits das Heimatschutzministerium in Washington mitgeteilt, derzeit gehe man nicht von Komplizen und auch nicht von einem terroristischen Hintergrund aus.

Auf diese Einschätzung der Ermittler deutete auch das Statement Trumps hin, der die Bluttat ausdrücklich einen "'Akt des Bösen" genannt hatte. Das Wort Terror kam in seiner kurzen Stellungnahme nicht vor. Nach Angaben der Sicherheitsbehörden ist das Motiv des Täters weiter unklar.

Die IS-Terrormiliz hatte die Tat für sich reklamiert. Bei dem Täter handele es sich um einen "Soldaten des Islamischen Staates", ließen die Islamisten über ihr Sprachrohr im Internet, die Agentur Amak verbreiten. Der Angreifer sei vor wenigen Monaten zum Islam konvertiert, hieß es bei Amak weiter.

Das Auswärtige Amt in Berlin prüft derzeit, ob unter den Opfern auch deutsche Staatsbürger sind. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sprach den Überlebenden und Angehörigen via Twitter Mitgefühl aus. Man sei "fasslungslos und tief erschüttert" über "so viele zerstörte Leben", schrieb Seibert.

Zur Tatzeit: 30.000 Konzertbesucher vor dem Hotel

Vor dem Gebäude hatten sich am Sonntagabend etwa 30.000 Besucher zu dem "Route 91 Harvest" Musikfestival versammelt, als plötzlich Salven von Schüssen erfolgten. Country-Sänger Jason Aldean unterbrach sofort seine Vorstellung. Er und seine Band flüchteten von der Bühne und blieben unversehrt, wie Aldean selbst wenige Stunden nach dem Blutbad mitteilte.

Es schmerze ihn zutiefst, fuhr der Sänger fort, dass dies Menschen zugestoßen sei, "die gekommen sind, um Freude zu haben". Es hätte, so Aldean, "eine Nacht mit Spaß sein sollen". Aldeans Auftritt war der Höhepunkt eines überaus populären dreitägigen Country-Music-Festivals.

Augenzeugen berichteten, sie hätten hunderte Schüsse gehört und über Leichen steigen müssen. Zahlreiche Menschen hätten blutüberströmt auf dem Boden gelegen. Die Polizei rief die Bevölkerung auf, die Gegend zu meiden. 

Polizisten vor der Konzertbühne, im Hintergrund der Mandaley-Hotelkomplex Bild: Getty Images/D. Becker

Der bekannte Strip, die Hauptstraße, an der viele große Casinos liegen, wurde abgeriegelt. Der Flughafen der größten Stadt des Bundesstaates Nevada unterbrach zeitweise seinen Betrieb. Die Polizei bat Zeugen, Fotos und Videos für die weiteren Ermittlungen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig forderte sie die Menschen in Las Vegas via Twitter auf, keine Livestreams von dem Polizeieinsatz ins Internet zu stellen.

se/qu/uh (ap, cnn, rtr, afp, dpa) 

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