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PolitikAfrika

Uganda: Langzeit-Präsident Museveni zum Wahlsieger erklärt

18. Januar 2026

Das offizielle Ergebnis der Präsidentenwahl überrascht niemanden: Yoweri Museveni bleibt in Uganda an der Macht. Sein Herausforderer Bobi Wine ist untergetaucht.

Uganda Rwakitura 2026 | Yoweri Museveni winkt Anhängern zu (15.01.2026)
Präsident Museveni nach Abgabe seiner Stimme (am Donnerstag)Bild: AFP

Die Präsidentenwahl in Uganda am Donnerstag war überschattet von Gewalt und einer Internetblockade. Nun liegt das offizielle Ergebnis vor. Wie erwartet wurde Dauerregent Yoweri Museveni zum Sieger erklärt.

Der 81-Jährige habe bei dem Urnengang am Donnerstag rund 71,7 Prozent der Stimmen erhalten, teilte der Vorsitzende der Wahlkommission, Simon Byabakama, in Lubowa mit, einem Vorort der Hauptstadt Kampala. Museveni kann damit seine siebte Amtszeit antreten. Der 43-jährige Oppositionsführer Bobi Wine kam demnach auf rund 24,7 Prozent.

Wahlleiter Byabakama bei der Verkündung des Ergebnisses (am Samstag)Bild: Thomas Mukoya/REUTERS

Wine wies das Wahlergebnis als gefälscht zurück. Er hatte Musevenis Regierung nach der Wahl unter anderem beschuldigt, gefälschte Stimmzettel in Wahlurnen gestopft zu haben.

Afrikanische Wahlbeobachter erklärten am Samstag, sie hätten keinen solchen Wahlbetrug festgestellt. Sie kritisierten aber "Berichte über Einschüchterungen, Verhaftungen und Entführungen".

Oppositionsführer untergetaucht

Wine, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heißt, ist besonders bei jungen Ugandern beliebt, die die Mehrheit der registrierten Wähler stellen. Wo er sich jetzt aufhält, ist unbekannt. Er sei nach einer Razzia in seinem Haus am Freitagabend untergetaucht, ließ Musevenis Herausforderer via Social Media verlauten.

Und er wiederholte seine Vorwürfe: "Die Ergebnisse sind gefälscht und spiegeln in keiner Weise wider, was in den Wahllokalen passiert ist", sagte Wine in einer Videobotschaft auf der Onlineplattform X.

Kurz zuvor hatte der 44-Jährige bekanntgegeben, er sei am Freitagabend einem Entführungsversuch durch staatliche Sicherheitskräfte entkommen und halte sich nun in einem Versteck auf. Er sei derzeit "nicht zu Hause", seine Frau und andere Familienmitglieder stünden dort aber unter Hausarrest.

Ein Polizeisprecher dementierte eine Razzia. Wine befinde sich weiterhin in seinem Haus, um das aus Sicherheitsgründen eine Absperrung errichtet worden sei.

Wines Partei National Unity Platform (NUP) hatte am Freitag auf X zunächst mitgeteilt, Soldaten seien mit einem Hubschrauber auf dem Grundstück des Oppositionsführers gelandet und hätten Wine "mit Gewalt an einen unbekannten Ort verschleppt". Später löschte die Partei den Post wieder.

Gewalt nach dem Wahltag

Der seit 1986 regierende Museveni war schon vor der Wahl von der Opposition scharf kritisiert worden. Der 81-Jährige kontrolliert die Staats- und Sicherheitsorgane und unterdrückt die Opposition.

Zwei Tage vor dem Urnengang hatten die Behörden eine landesweite Internetsperre verhängt. Diese sei notwendig gewesen, hieß es offiziell, um die Verbreitung von Falschinformationen zu verhindern. Erst am Samstagabend wurde die Sperre beendet, wie die Nachrichtenagentur AFP meldet.

Die Wahl am Donnerstag verlief ohne größere Zwischenfälle. Aber es gab massive technische Probleme. In vielen Wahllokalen startete die Abstimmung mit mehrstündiger Verspätung.

Stimmenauszählung in Kampala (am Donnerstag)Bild: Hajarah Nalwadda/Xinhua/picture alliance

Doch am Freitag wurde mindestens ein schwerer Gewaltvorfall gemeldet. Die Polizei teilte mit, sieben Menschen seien im Zentrum des ostafrikanischen Landes getötet worden, als Polizisten in Notwehr auf oppositionelle Randalierer geschossen hätten. Der örtliche Abgeordnete Muwanga Kivumbi widersprach dieser Darstellung und sagte, Sicherheitskräfte hätten zehn Menschen in seinem Haus getötet.

Machterhalt durch Verfassungsänderung

Musevenis Sieg kommt wenig überraschend. Er hat zweimal die Verfassung geändert, um Amtszeit- und Altersbegrenzungen aufzuheben. Trotz Bedenken hinsichtlich der Menschenrechtslage hat er sich Anerkennung bei westlichen Staaten für die Entsendung von Truppen in regionale Krisenherde wie Somalia und die Aufnahme von Millionen Flüchtlingen verschafft.

Für Deutschland ist Uganda vor allem ein wichtiger Partner in der Entwicklungszusammenarbeit - mit den Schwerpunkten erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Landwirtschaft. Die Bundesrepublik importiert Kaffee, Tee und Fisch aus Uganda, während das ostafrikanische Land Maschinen und chemische Erzeugnisse aus Deutschland einführt.

Viele Ugander schätzen auch die relative Stabilität während Musevenis nun schon vier Jahrzehnte andauernden Präsidentschaft. Er warb im Wahlkampf mit dem Slogan "die Errungenschaften schützen". Das Wirtschaftswachstum soll in diesem Jahr zweistellig werden, wenn die ⁠Rohölproduktion beginnt.

Spekulationen um Museveni-Nachfolge

Zuletzt hatten sich Spekulationen über Musevenis Nachfolge gehäuft. Es wird weithin angenommen, dass er seinen Sohn, den Militärchef Muhoozi Kainerugaba, als Nachfolger favorisiert, obwohl er dies bestreitet. In einem Interview mit Sky wies Museveni in dieser Woche Überlegungen zu einem Rücktritt zurück.

Er werde bleiben, wenn er nicht tot oder senil sei: "Wenn es einem wirklich ernst mit seinem Land ist, warum sollte man mich dann nicht nutzen wollen?", fragte er rhetorisch.

AR/fab (afp, rtr, dpa)

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