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Konflikte

Ukraine Aktuell: Pistorius sagt Litauen deutsche Präsenz zu

7. März 2023

Verteidigungsminister reagiert aber zurückhaltend auf Litauens Forderung nach ständiger Bundeswehr-Brigade. Die USA vermuten laut Medienberichten pro-ukrainische Gruppe hinter den Nord-Stream-Sprengungen Ein Überblick.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius und sein litauischer Kollege Arvydas Anusauskas in Vilnius
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (l.) und sein litauischer Kollege Arvydas Anusauskas in VilniusBild: Kay Nietfeld/dpa/picture alliance

 

Das Wichtigste in Kürze:

  • Pistorius beobachtet in Litauen auch Übung
  • USA vermuten pro-ukrainische Gruppe hinter Nord-Stream-Sprengungen
  • Rheinmetall übersteht Cyberangriff ohne größere Schäden
  • Kiew entsetzt über Video von Erschießung eines Kriegsgefangenen 
  • Austausch von mehr als 200 Kriegsgefangenen

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat eine dauerhafte Präsenz der Bundeswehr in Litauen angekündigt. Unabhängig davon, in welcher Form die Unterstützung erfolge, bleibe "in jedem Fall eine starke, dauerhafte Präsenz deutscher Verbände in Litauen", sagte Pistorius bei einer Pressekonferenz mit seinem litauischen Amtskollegen Arvydas Anusauskas in Vilnius. 

Pistorius äußerte sich indes zurückhaltend zu dem Wunsch nach einer ständig in Litauen stationierten Bundeswehr-Brigade. Zum einen fehle derzeit noch die nötige Infrastruktur, um 5000 Soldaten samt Familien und zivilem Personal in dem baltischen Staat unterzubringen. Zum andern müsse die NATO entscheiden, was "militärisch von der Abschreckung, von der Flexibilität her das Richtige" sei.

Arvydas hatte zuvor den Wunsch seiner Regierung nach einer ständigen Stationierung einer deutschen Brigade in Litauen bekräftigt. Die Lage erfordere eine "stärkere Präsenz der Partner in der Region, um die Abschreckung zu gewährleisten", sagte er mit Blick auf die Bedrohung durch Russland: "Die Verteidigungslinie der NATO fängt hier an."

Derzeit leitet Deutschland die NATO-Kampfgruppe Enhanced Forward Presence (EFP) in der litauischen Stadt Rukla und ist mit knapp 800 Bundeswehrsoldatinnen und Soldaten vor Ort. Die Personalstärke der EFP liegt insgesamt zwischen 1500 und 1700 Soldaten. Hinzu kommt eine Brigade der NATO im Rahmen der Enhanced Vigilance Activity (EVA), die in Deutschland für einen schnellen Einsatz in Litauen bereitgehalten wird. 

Boris Pistorius auf dem Truppenübungsplatz Pabrade in LitauenBild: Ints Kalnins/REUTERS

Zuvor hatte Pistorius ein Manöver deutscher und litauischer Soldaten auf dem Truppenübungsplatz Pabrade verfolgt. An der Übung "Griffin Lightning" im Rahmen der EVA nahmen etwa 600 Bundeswehrsoldatinnen und -soldaten teil. Die Soldaten simulierten in einem etwa 50 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Vilnius gelegenen Wald den Angriff und die Verteidigung einer Stellung. Pistorius begleitete die Truppe durchs Gelände und ließ sich den taktischen Ablauf des Manövers erklären.

USA vermuten pro-ukrainische Gruppe hinter Nord-Stream-Sprengungen

Die US-Regierung geht einem Medienbericht zufolge davon aus, dass eine pro-ukrainische Gruppe hinter der Sprengung der Nord-Stream-Gaspipelines in der Ostsee steht. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf mehrere anonyme US-Regierungsvertreter, darauf würden neue Geheimdienstinformationen hinweisen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj oder sein enges Umfeld in den Sabotageakt verwickelt seien.

Das Foto vom 28. September 2022 zeigt die aufgewühlte Ostsee im Bereich einer Explosion an der Pipeline Nord Stream 1Bild: The Swedish Coast Guard/abaca/picture alliance

Laut der "New York Times" räumten die US-Regierungsvertreter ein, dass vieles noch unklar sei - etwa wer genau die Sprengungen verübt, wer sie angeordnet und wer den Einsatz finanziert habe. Es gebe aber Hinweise darauf, dass es sich um Gegner des russischen Präsidenten Wladimir Putin handle. Verantwortlich seien vermutlich ukrainische oder russische Staatsbürger. Explosionen hatten im September mehrere Lecks in die Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 gerissen, die für den Transport von russischem Gas nach Deutschland gebaut worden waren. Die Pipelines waren zum Zeitpunkt der Explosionen nicht in Betrieb, enthielten aber Gas. 

Polen liefert Ukraine zehn weitere Leopard-Panzer

Polen übergibt der Ukraine in dieser Woche weitere zehn Leopard-Panzer des Typs 2A4. Das kündigte Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak der Nachrichtenagentur PAP zufolge vor einem Treffen der EU-Verteidigungsminister in Stockholm an. Zudem werde in Polen ein Servicezentrum für an die Ukraine gelieferte Panzer eingerichtet. Es werde voraussichtlich an das Rüstungsunternehmen Bumar Labedy in Gliwice angegliedert sein, so der Politiker der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) weiter.

Polens Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak drängt auch auf Ersatzteile für Leopard-Panzer aus Deutschland Bild: Michael Probst/AP/picture alliance

Das Hauptproblem sei indes derzeit der Mangel an Ersatzteilen, merkte Blaszczak an. Er erwarte von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, auf die deutsche Industrie iinzuwirken, damit Ersatzteile für Leopard-Panzer geliefert würden. Nur Deutschland könne dieses Problem lösen. Polen will der Ukraine insgesamt 14 Leopard-Panzer des Typs 2A4 zur Verfügung stellen.

EU-Kommissar: Rüstungsbranche in Kriegswirtschaftsmodus

Die Rüstungsunternehmen in der Europäischen Union müssen nach Ansicht von EU-Industriekommissar Thierry Breton schnell in den "Modus der Kriegswirtschaft" wechseln. Das Hochfahren der Produktionskapazitäten sei Grundvoraussetzung für den Erfolg der Hilfe für die Ukraine, sagte Breton vor den Stockholmer Beratungen der EU-Verteidigungsminister. Um dieses Ziel sicherzustellen, müsse es direkte Unterstützung, feste vertragliche Vereinbarungen und eine regelmäßige Kontrolle der Fortschritte geben.

Bretons Angaben zufolge wird es darum gehen, dafür auch den EU-Haushalt und Mittel der Europäischen Investitionsbank zu nutzen. Zudem müsse sichergestellt werden, dass die Rüstungsindustrie leichter über die Finanzmärkte an Geld für Investition komme. Die Verteidigungsminister wollen am Mittwoch darüber beraten, wie der Ukraine schnell dringend benötigte Artilleriemunition zur Verfügung gestellt werden kann. Gleichzeitig soll es darum gehen, wie die Produktion der Rüstungsindustrie ausgebaut werden kann.

Rheinmetall wehrt Cyberattacke weitgehend ab 

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat eine umfassende Cyberattacke weitgehend unbeschadet überstanden. Dabei hatten bislang unbekannte Täter versucht, die IT-Systeme des Unternehmens in die Knie zu zwingen. Lediglich die bei einem externen Dienstleister betriebene Konzern-Website sei vorübergehend nicht erreichbar gewesen, erklärte ein Konzernsprecher. Bei der Attacke habe es sich offenbar um einen  sogenannten DDoS-Angriff gehandelt. Dabei überrollen Angreifer die Server ihrer Opfer mit einer Flut von Datenanfragen, um diese lahmzulegen.

Die Fassade der Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf Bild: Federico Gambarini/dpa

Die IT-Infrastruktur Rheinmetalls habe sich jedoch stabil gezeigt. Außer der Konzern-Webseite habe es keine nennenswerten Ausfälle gegeben, so der Sprecher weiter: "Es gibt kein Indiz dafür, dass die interne Rheinmetall IT-Infrastruktur von einem möglichen Leck betroffen sein könnte." Auch ein finanzieller Schaden sei nicht zu befürchten. 

Rheinmetall steht nach Experteneinschätzungen im Fokus von Hackern, die im Auftrag Russlands im Netz unterwegs sind. Der Konzern liefert unter anderem Schützenpanzer an die Ukraine zur Abwehr des russischen Angriffs. Er wurde an diesem Dienstag in den deutschen Leitindex Dax aufgenommen.

Entsetzen über gefilmte Erschießung von ukrainischem Soldaten  

Mit Entsetzen hat die ukrainische Führung auf ein Video von einer mutmaßlichen Erschießung eines Kriegsgefangenen durch russische Soldaten reagiert. "Für jedes dieser Kriegsverbrechen wird es eine Strafe geben", schrieb der Chef des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, im Nachrichtenkanal Telegram. Der Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Dmytro Lubinez, bezeichnete die gefilmte mutmaßliche Erschießung als "Ausdruck von Niedertracht und  Gemeinheit". Er habe das Video seinen internationalen Kollegen als Beleg für ein "weiteres Kriegsverbrechen Russlands" geschickt.

Zuvor war unter anderem von dem Internetportal Ukrajinska Prawda ein Video veröffentlicht worden, bei dem ein Mann in ukrainischer Uniform "Ruhm der Ukraine" ruft und dann mutmaßlich mit mehreren Schüssen getötet wird. Die Losung war auch von mit Hitlerdeutschland kollaborierenden ukrainischen Nationalisten im Zweiten Weltkrieg etabliert worden. Bei dem Getöteten handelte es sich nach Armeeangaben um einen 41 Jahre alten Soldaten, der seit dem 3. Februar im Raum Bachmut als vermisst gemeldet war. Er habe in der 30. mechanisierten Brigade gedient. 

Der Journalist Jurij Butussow bezweifelt diese Darstellung jedoch. Ihm vorliegende Bestätigungen von Verwandten und Fotos nach handele es sich bei dem Mann aus dem Video um einen 42 Jahre alten Scharfschützen aus dem Gebiet Tschernihiw. Die Leiche des Mannes sei nach dessen Tod bei Soledar bereits im Februar übergeben und beerdigt worden. Dazu veröffentlichte er ein Foto von dem Gesicht des Mannes in dem Video und eine andere Aufnahme, beide sehen sich ähnlich.

Ukrainische Kämpfer nach ihrer Entlassung aus russischer KriegsgefangenschaftBild: UKRAINIAN ARMED FORCES/REUTERS

Moskau und Kiew tauschen mehr als 200 Kriegsgefangene aus

Infolge eines erneuten Austauschs sind mehr als 200 Ukrainer und Russen aus der Kriegsgefangenschaft frei gekommen. Das Verteidigungsministerium in Moskau informierte über 90 russische Soldaten, die aus der Ukraine nach Moskau zur medizinischen Behandlung geflogen werden sollen. In Kiew berichtete das Präsidentenbüro von 130 zurückgekehrten Ukrainern. Darunter seien 87 Verteidiger der seit knapp zehn Monaten von Russland besetzten Hafenstadt Mariupol. Weitere 35 Kämpfer seien in der Ostukraine bei Bachmut und Soledar in Gefangenschaft geraten.

Russische Kämpfer nach ihrer Entlassung aus ukrainischer KriegsgefangenschaftBild: RUSSIAN DEFENCE MINISTRY/ REUTERS

Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen das Nachbarland vor mehr als einem Jahr haben beide Seiten immer wieder Gefangene ausgetauscht. Dem ukrainischen Menschenrechtsbeauftragten Dmytro Lubinez zufolge sind bislang insgesamt 1993 Ukrainer aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. Moskau machte bislang keine Angaben zu der Gesamtzahl der freigelassenen Russen.

Selenskyj: Truppen werden verstärkt

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Einigkeit der militärischen Führung in Kiew im Kampf um die Stadt Bachmut im Osten des Landes betont. Nach einem Treffen mit Generälen sagte Selenskyj in einer Videobotschaft am Montagabend, es sei die einhellige Entscheidung getroffen worden, nicht zu weichen, sondern die Truppen zu verstärken.

"Die ukrainischen Streitkräfte verteidigen jeden Teil der Ukraine und werden dies auch weiterhin tun." Es werde die Zeit kommen, da jede Stadt und jedes Dorf des ukrainischen Staates befreit seien. Selenskyj versuchte dem Eindruck entgegenzutreten, dass es in der Führung der Ukraine zum weiteren militärischen Vorgehen in Bachmut unterschiedliche Meinungen gibt. 

Westliche Experten hatten erklärt, es könnte besser sein, die symbolträchtige Stadt aufzugeben, um die Ressourcen an anderer Stelle einzusetzen. Der russische Angriffskrieg gegen das Nachbarland dauert inzwischen bereits mehr als ein Jahr.

Bachmut, wo nach ukrainischen Angaben nur noch einige Tausend von einst mehr als 70.000 Einwohnern leben, ist seit dem Spätsommer umkämpft. Die Stadt ist der Hauptteil der nach der russischen Eroberung von Sjewjerodonezk und Lyssytschansk etablierten Verteidigungslinie zwischen Siwersk und Bachmut im Gebiet Donezk. Bei einem Fall der Stadt eröffnet sich für die russischen Truppen der Weg zu den Großstädten Slowjansk und Kramatorsk. Damit würde eine vollständige Eroberung des Donezker Gebiets näherrücken. 

SPD-Spitze sichert Unterstützung zu

Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil und Fraktionschef Rolf Mützenich haben der Ukraine bei ihrem ersten Besuch in Kiew seit dem russischen Angriff anhaltende Unterstützung versprochen - auch militärische. Klingbeil sagte am Montag nach einem Gespräch mit Außenminister Dmytro Kuleba, dass es nun vor allem um die schnelle Lieferung der versprochenen Leopard-2-Kampfpanzer und eine schnellere Produktion von Munition gehe. "Wir stehen uneingeschränkt an der Seite der Ukraine. Unser Besuch heute ist auch ein klares Signal, dass dieser Weg deutlich weiter geht."

SPD-Fraktionschef Mützenich betonte in einem Interview der Deutschen Welle, Deutschland könne in vielerlei Hinsicht helfen. Dabei gehe es nicht nur um die Lieferung von Waffensystemen, sondern auch um humanitäre Hilfe für Ukrainer, die im eigenen Land vertrieben worden seien sowie um finanzielle Unterstützung.

SPD-Fraktionschef Mützenich im DW-GesprächBild: Mathias Bölinger/DW

Beide SPD-Politiker trafen später auch Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dieser dankte anschließend nochmals für deutsche Unterstützung seit den ersten Kriegstagen. Er fügte hinzu: "Es ist wichtig, die Beziehungen in unserem Bündnis weiter zu stärken." Mützenich betonte: "Wir stehen an der Seite der Ukraine, wenn es um das Selbstverteidigungsrecht geht." Er sei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) aber auch dankbar dafür, dass er seit Monaten Kontakt zu den Ländern suche, die gebraucht würden, "um einen diplomatischen Pfad zu gehen". Er erwähnte dabei China, Indien und Brasilien.

Belarus: Viele Festnahmen nach Sabotage an russischem Flugzeug

Nach dem Angriff auf ein russisches Militärflugzeug auf einem Flugplatz in Belarus haben die Behörden des Landes zahlreiche Menschen festgenommen. Der Hauptverdächtige arbeite für den ukrainischen Geheimdienst, zitierte die Nachrichtenagentur Belta den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, der ein enger Verbündeter des russischen Präsidenten Wladimir Putin ist. "Mehr als 20 Komplizen" seien ebenfalls festgenommen worden, die übrigen seien untergetaucht, sagte Lukaschenko.

Die belarussische Exil-Opposition hatte Ende Februar gemeldet, dass auf dem Flugplatz in Matschulischtschi nahe der Hauptstadt Minsk ein russisches Militärflugzeug zerstört worden sei. Laut Medienberichten soll es sich um ein Aufklärungsflugzeug vom Typ A-50 gehandelt haben. Lukaschenko bestätigte die Aktion, doch sei die Maschine nicht schwer beschädigt worden.

Nach Kritik am Angriffskrieg - acht Jahre Haft

Ein Moskauer Gericht hat einen Anti-Kriegs-Aktivisten zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wegen der angeblichen Verbreitung von Falschnachrichten über Russlands Armee in der Ukraine. Der 23 Jahre alte Wissenschaftler Dmitri Iwanow hatte in seinem Kanal im Nachrichtendienst Telegram an der russischen Invasion offen Kritik geübt. Iwanow warf der russischen Armee auch Kriegsverbrechen etwa in Butscha nahe der ukrainischen Hauptstadt Kiew vor. Dort waren Hunderte Leichen gefunden worden, einige mit gefesselten Händen auf dem Rücken.

Russland bestreitet ungeachtet Tausender dokumentierter Gewalttaten, Kriegsverbrechen in Butscha oder an anderen Orten begangen zu haben. Wer in Russland den von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Krieg als Verbrechen kritisiert und dem "Ruf der russischen Armee schadet", riskiert lange Haft in Straflagern.

Peking ruft zu Friedensgesprächen auf

Der neue chinesische Außenminister Qin Gang hat zu Friedensgesprächen im Krieg in der Ukraine aufgerufen. Bei seinem Appell betonte er zugleich jedoch, die "legitimen Sicherheitsinteressen aller  Parteien müssten respektiert" werden - eine Formulierung, mit der China in der Regel seine Rückendeckung für die russische Position deutlich macht. Am Rande der Jahrestagung des Volkskongresses erklärte er vor Journalisten weiter, China habe die Krise nicht geschaffen. "Es ist keine Partei in der Krise und hat keine Waffen an eine der beiden Seiten geliefert." Die USA und Europa haben die chinesische Führung mehrfach davor gewarnt, Waffen an Russland auszuhändigen.  

Ukrainische Behörden holen Kinder zurück

Die Ukraine hat Regierungsangaben zufolge 307 Kinder aus den russisch besetzten Gebieten zurückgeholt. Darunter sei auch ein achtjähriger Junge, der nun wieder bei seiner Großmutter sei, teilte der Menschenrechtsbeauftragte des Landes, Dmytro Lubinets, mit.

Tausende Kinder wurden laut Ukraine verschleppt, Russland spricht von freiwilliger EvakuierungBild: YVES HERMAN/REUTERS

Die ukrainischen Behörden schätzen, dass seit Beginn des Krieges vor einem Jahr mehr als 16.000 Kinder nach Russland verschleppt wurden. Russland hat frühere Behauptungen zurückgewiesen, es habe ukrainische Bürger zwangsumgesiedelt. Die Ukrainer seien freiwillig aus ihrem Heimatland herausgebracht worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte Mitte August erklärt, dass bis zu dem Zeitpunkt 3,5 Millionen Menschen nach Russland gebracht worden seien, darunter mehr als eine halbe Million Kinder. 

WW/sti/se/kle/haz/fw (dpa, afp, rtr, dw)

Dieser Artikel wird am Tag seines Erscheinens fortlaufend aktualisiert. Meldungen aus den Kampfgebieten lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

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