1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
KonflikteEuropa

Ukraine-Krieg: Krim ruft Ausnahmezustand aus

26. Juni 2026

Mit gezielten Attacken möchte die Ukraine die von Russland annektierte Halbinsel von der Versorgung abschneiden. Auf der Krim verschärft sich dadurch die Lage, was Moskaus Statthalter zum Handeln zwingt.

Archivfoto von Sergej Aksjonow
De-facto-Regierungschef der Krim: Sergej Aksjonow (Archivfoto)Bild: Ulf Mauder/dpa/picture alliance

Nach den jüngsten ukrainischen Angriffen haben die Behörden der von Russland annektierten Halbinsel Krim den Ausnahmezustand ausgerufen. Der rechtliche Rahmen solle dazu dienen, "Probleme schnell zu lösen", damit der Betrieb "wesentlicher Bereiche" aufrecht erhalten werden könne, erklärte der vom Kreml eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow. Der Schritt sieht nach seinen Worten auch die Möglichkeit vor, weitere Beschränkungen für die Bevölkerung vor Ort zu verhängen.

Eine "schwierige Zeit" für die Krim

Bereits am Donnerstag hatte Aksjonow Stromabschaltungen auf der Halbinsel angekündigt, um den durch ukrainische Attacken verursachten Engpässen entgegenzuwirken. Die Krim durchlebe eine "schwierige Zeit" - am kritischsten sei die Treibstoffsituation, betonte der Gouverneur. "Ich kann weder genau sagen, wie lange es dauern wird, noch kann ich den konkreten Aktionsplan öffentlich bekanntgeben. Wir ergreifen jedoch Maßnahmen."

Die russische Armee sei nicht in der Lage, die Krim vollständig zu schützen, räumte Aksjonow ein. "Leider ... gibt es keine Luftabwehrsysteme auf der Welt, die hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit absolut perfekt sind", fuhr er fort.

Brand im russischen Öllager am Hafen Kawkas - in unmittelbarer Nähe zur Krim (20.06.2026)Bild: Vantor/AFP

Die Ukraine greift seit Mai gezielt Infrastruktur und Tanklaster zur Versorgung der Halbinsel an. Seit dem vergangenen Wochenende bekommen Privatpersonen und private Unternehmen auf der Krim kein Benzin und keinen Diesel-Kraftstoff mehr.

Mit Blick auf diesen Mangel und auf Sicherheitsbedenken wurde dort inzwischen auch der Tourismus bis September ausgesetzt. Ferien-Sommerlager für Kinder finden ebenso nicht mehr statt. Die Krim ist trotz des Krieges ein beliebtes Urlaubsziel der Russen.

Ukraine intensiviert Drohnen-Angriffe

Die "sorgfältig kalkulierte Strategie" zeigt nach Ansicht der ukrainischen Führung Erfolge. Man wolle Russland dazu zwingen, "sich für den Frieden zu entscheiden", hatte Staatschef Wolodymyr Selenskyj kürzlich erklärt. 

Die Ukraine nimmt auch immer wieder russische Luftabwehrsysteme ins Visier. Deren Zerstörung "ebnet den Weg für weitere Präzisionsschläge", erläuterte der ukrainische Geheimdienst SBU. 

In der Nacht zum Freitag schoss die russische Luftabwehr nach Darstellung des Moskauer Verteidigungsministeriums insgesamt 660 ukrainische Drohnen ab, die unter anderem Ziele auf der Krim und in der Region Moskau ansteuerten. Die Zahl ist eine der höchsten seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor mehr als vier Jahren. 

wa/as (afp, rtr, dpa)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MESZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen

Mehr zum Thema

Weitere Beiträge anzeigen
Den nächsten Abschnitt Top-Thema überspringen

Top-Thema

Den nächsten Abschnitt Weitere Themen überspringen