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PolitikGlobal

News kompakt: Russischer Großangriff erschüttert Ukraine

2. Juni 2026

Russland greift die ukrainische Hauptstadt, aber auch andere Landesteile massiv an. Mehrere Menschen werden getötet. Der Iran droht mit einem Abbruch der Gespräche mit den USA. Der DW-Nachrichtenüberblick.

Explosion während russischer Drohnen- & Raketenangriffe
Explosion während russischer Drohnen- & Raketenangriffe auf KyjiwBild: Eugene Kotenko/AFP

Bei einem erneuten russischen Großangriff auf die Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Besonders betroffen waren in der Nacht zum Dienstag die Städte Kyjiw, Dnipro und Charkiw. In Kyjiw kamen laut Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens vier Menschen ums Leben, 58 weitere wurden verletzt, darunter Kinder.

In Dnipro wurden nach Angaben des Regionalgouverneurs sechs Menschen getötet und 36 verletzt. In Charkiw meldeten die Behörden zehn Verletzte, darunter ein Kind. Die Ukraine hatte zuletzt mehrfach vor neuen schweren Luftangriffen gewarnt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bekräftigte erst am Montagabend, Russland bereite einen massiven Luftschlag vor.

EU einigt sich auf Abschiebezentren in Drittstaaten

Die EU hat sich auf neue Abschieberegeln verständigt, die Rückkehrzentren in Drittstaaten ermöglichen sollen. Darauf einigten sich Vertreter des Europaparlaments und der Mitgliedstaaten. Die formelle Zustimmung von Parlament und EU-Staaten steht noch aus, gilt aber als wahrscheinlich. In den Zentren außerhalb der EU sollen abgelehnte Asylbewerber untergebracht werden, die nicht in ihre Herkunftsländer zurückgeführt werden können, etwa weil diese die Rücknahme verweigern. Wo die Einrichtungen entstehen sollen, ist noch offen.

Ziel der Reform ist es, mehr Abschiebungen durchzusetzen und die Zahl ausreisepflichtiger Migranten zu senken. Unbegleitete Minderjährige sind von Abschiebungen ausgeschlossen, für Familien mit Kindern sollen die neuen Regelungen hingegen gelten.

Iran warnt vor direkter Konfrontation mit Israel

Der Iran hat angesichts des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon mit einem Abbruch der Gespräche mit den USA gedroht. Sollte die "israelische Aggression gegen den Libanon" anhalten, werde Teheran nicht nur den Verhandlungsweg verlassen, sondern auch eine direkte Konfrontation mit Israel in Betracht ziehen, erklärte Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf. US-Präsident Donald Trump betonte dagegen, die Gespräche mit dem Iran würden in "hohem Tempo" fortgesetzt.

US-Präsident Trump hat nach eigenen Angaben sowohl mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als auch mit der Hisbollah gesprochenBild: Samuel Corum/CNP/ZUMA/IMAGO

Zudem kündigte er ein vorläufiges Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah an. Die Miliz wird von zahlreichen Ländern als Terrororganisation eingestuft. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bestätigte eine Waffenruhe jedoch nicht. Zwar rückte er von der Ankündigung ab, verstärkt südliche Vororte Beiruts anzugreifen. Zugleich bekräftigte er, dies werde geschehen, falls die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstelle. Der Militäreinsatz im Südlibanon werde fortgesetzt.

Regierungsbildung in Dänemark geglückt

Gut zwei Monate nach der Parlamentswahl in Dänemark hat die geschäftsführende Ministerpräsidentin Mette Frederiksen die Bildung einer neuen Regierung angekündigt. Die Koalition aus Sozialdemokraten, linken Bündnispartnern und der Mitte-Partei Moderaterne verfügt über 82 der 179 Parlamentssitze und wäre auf Unterstützung weiterer Abgeordneter angewiesen. Frederiksen könnte damit eine weitere Amtszeit als Regierungschefin antreten.

Steht vor einer weiteren Amtszeit: Dänemarks Ministerpräsidentin Mette FrederiksenBild: Sebastian Elias Uth/Ritzau Scanpix/REUTERS

Bei der Wahl am 24. März waren ihre Sozialdemokraten zwar stärkste Kraft geworden, erzielten jedoch ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 120 Jahren.

Ungarns Regierungschef Magyar besucht Deutschland

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt an diesem Dienstag den neuen ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar in Berlin. Seit dessen Wahlsieg über den Russland-freundlichen Regierungschef Viktor Orbán Mitte April haben sich die Beziehungen Ungarns zu Deutschland und der EU deutlich verbessert. Bei dem Gespräch von Merz und Magyar soll es unter anderem um die Ukraine gehen, deren Unterstützung Orbán fortwährend ausgebremst hatte. Ungarn ist zudem ein wichtiger Produktionsstandort für deutsche Unternehmen.

Am 9. Mai wurde Peter Magyar als neuer Ministerpräsident Ungarns vereidigtBild: Attila Kisbenedek/AFP

Am Montag hatte der neue Ministerpräsident in Budapest angekündigt, das ungarische Grundgesetzt zu ändern, um Rechtsstaatlichkeit und Demokratie in dem osteuropäischen Land wiederherzustellen. Auf diese Weise will Magyar von der Vorgängerregierung ernannte Orban-Vertraute aus hohen Staatsämtern verdrängen - darunter Präsident Tamas Sulyok.

Delegierte der Mitgliedsstaaten bestimmen Vorsitzenden der UN-Vollversammlung

In New York wählt die Vollversammlung der Vereinten Nationen an diesem Dienstag einen neuen Präsidenten. Kandidaten seien der Spitzendiplomat Andreas Kakouris aus Zypern und der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, teilten die UN mit. Der Sieger der Abstimmung wird im September als Präsident der Vollversammlung eingeführt. Derzeit hat Deutschlands ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock den Vorsitz inne.

Annalena Baerbock bei ihrer Wahl zur Präsidentin der UN-Generalversammlung vor einem JahrBild: Richard Drew/AP/picture alliance

Der Präsident der Vollversammlung hat vor allem organisatorische und zeremonielle Aufgaben. Baerbock hat aktuell zudem eine koordinierende Rolle bei der Auswahl des nächsten Generalsekretärs der Vereinten Nationen. Amtsinhaber António Guterres tritt Ende des Jahres ab.

pgr/jj/AR/stu (dpa, afp, epd, rtr, kna, UN)

Dieser Nachrichtenüberblick wurde um 9.00 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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