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KonflikteUkraine

Ukraine-Krieg: Drohneneinschlag in AKW - IAEA besorgt

31. Mai 2026

Hat die Ukraine das Atomkraftwerk Saporischschja angegriffen, wie Russland behauptet? Die Internationale Atomenergie-Organisation prüft und warnt.

Blick auf das Atomkraftwerk Saporischschja am Ufer des Kachowkaer Stausees (09.06.2023)
Atomkraftwerk Saporischschja (2023)Bild: REUTERS

Das Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine liegt nahe an der Front. Es ist zwar abgeschaltet, Kriegsfolgen könnten dennoch katastrophale Auswirkungen in Europas größtem Reaktorkomplex haben, der derzeit von russischen Truppen besetzt ist. Entsprechend besorgt zeigt sich die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) über aktuelle Meldungen aus Saporischschja.

Nach Angaben von Russlands staatlichem Atomkonzern Rosatom ist am Samstag eine ukrainische Kampfdrohne im Atomkraftwerk eingeschlagen. Laut Kraftwerksleitung und Rosatom-Chef Alexej Lichatschow gab es einen Drohnenangriff auf die Maschinenhalle des Reaktors 6. Sie lasteten den Vorfall dem ukrainischen Militär an. Entsprechende Belege wurden nicht vorgelegt.

Wichtige Anlagen seien bei der Explosion nicht beschädigt worden, teilte Lichatschow am Samstagnachmittag mit. Es sei jedoch ein Loch in die Wand einer Turbinenhalle gerissen worden.

IAEA-Experten bitten um Zutritt

Die in Österreichs Hauptstadt Wien ansässige Internationale Atomenergie-Organisation will den Fall untersuchen. IAEA-Experten vor Ort hätten um Zugang zum betroffenen Kraftwerksgebäude gebeten, teilte die UN-Organisation mit.

IAEA-Chef Grossi: "Spiel mit dem Feuer"Bild: Kin Cheung/AP Photo/picture alliance

Demnach wäre es der erste Drohnenangriff seit April 2024 auf das Kraftwerksgelände. Attacken auf kerntechnische Anlagen seien wie ein Spiel mit dem Feuer, warnt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi.

Die ukrainische Armee weist die russischen Vorwürfe zurück und spricht von einem Propagandatrick. Es handele sich um einem Versuch der "atomaren Erpressung" durch Russland.

Angriffe auf russische Treibstoffinfrastruktur

Drohnenangriffe gehören in dem vor mehr als vier Jahren von Russland begonnenen Krieg inzwischen zum Alltag und werden von beiden Seiten eingesetzt. Immer wieder attackieren sie Objekte tief im Hinterland des Gegners - so auch jetzt.

Nach russischen Angaben hat die Ukraine in der Nacht zum Sonntag Industrie- und Energieanlagen in mehreren Regionen in Russland angegriffen. Der Gouverneur ⁠der Region Kirow, Alexander Sokolow, berichtet von einer Drohnenattacke auf eine Anlage im Bezirk Urschumski. Die Region Kirow liegt nordöstlich von Moskau und rund 1300 von den ukrainisch kontrollierten Gebieten entfernt.

Auch die Gouverneure der an die Ukraine grenzenden Regionen Rostow, Woronesch und Belgorod melden Angriffe. In Belgorod seien drei Zivilisten verletzt worden, heißt es. Laut der Internetzeitung "Ukrajinska Prawda" geriet nahe der rostower Stadt Taganrog am Asowschen Meer ein Öllager unter Beschuss.

In der Region Saratow sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, teilte Gouverneur Roman Busargin mit. In der Region an der Wolga gibt es mehrere ⁠Ölraffinerien. Diese waren schon öfter Ziel ukrainischer Angriffe.

Ukraine-Krieg: In der Todeszone

10:08

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Auf der von Russland kontrollierten Halbinsel Krim kündigt der von der Regierung in Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow Beschränkungen für den Verkauf von Benzin an. Einen Grund dafür nennt er nicht. Ob es einen Zusammenhang zu den seit Monaten andauernden ukrainischen Angriffen auf Russlands Treibstoffinfrastruktur gibt, ist unbekannt.

AR/se (rtr, dpa, beta, IAEA)

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