Ukraine Krieg: Drohnenangriffe sowie Gefechte im Donbass
21. März 2026
Die Kämpfe an der Front im Osten der Ukraine haben sich nach Angaben des Kyjiwer Generalstabs in den vergangenen Tagen verstärkt. Dabei spricht das ukrainische Militär von hohen Verlusten aufseiten Russlands.
Im Morgenbericht des Generalstabs für Samstag hieß es, dass binnen 24 Stunden 1240 russische Soldaten verletzt oder getötet worden seien. Es habe 161 einzelne Gefechte gegeben.
Solche Militärstatistiken sind nicht unabhängig überprüfbar. Die gemeldeten Zahlen lagen zuletzt aber deutlich höher als in den vergangenen Wochen.
Schwerpunkt der Kämpfe soll einmal mehr die Stadt Pokrowsk im Industrierevier Donbass sein, ohne dass für die eine oder andere Seite Geländegewinne bekannt wurden.
Einige Militärbeobachter folgern aus den Daten, dass die Ukraine eine erste Frühjahrsoffensive der Russen habe abwehren können. Das russische Verteidigungsministerium bleibt bei der Darstellung, dass seine Truppen an der mehr als 1000 Kilometer langen Front auf dem Vormarsch seien. Militärnahe russische Blogger gestehen aber Probleme an Frontabschnitten wie Kupjansk im Norden und Huljaipole im Süden ein.
Russland attackiert weiterhin die Infrastruktur
Ein russischer Drohnenangriff hat die Stromversorgung in einem Großteil des nordukrainischen Gebiets Tschernihiw lahmgelegt, wie der örtliche Gouverneur Wjatscheslaw Tschaus mitteilte. Die Reparatur laufe. Die gleichnamige Regionalhauptstadt sei komplett ohne Strom, erklärte die dortige Stadtverwaltung. Die an Russland und die Ukraine grenzende Region hatte vor dem Krieg knapp eine Million Einwohner.
Bei einem russischen Angriff auf Saporischschja im Süden der Ukraine wurde am Samstagmorgen ein Ehepaar getötet, dessen Kinder wurden verletzt. Das teilte der Staatliche Rettungsdienst und der Katastrophenschutz mit.
Die ukrainische Luftwaffe ortete nach eigenen Angaben 154 feindliche Drohnen. 148 davon seien aber abgefangen worden.
Ukrainische Gegenangriffe in der Nacht
Auch die Ukraine greift mit Drohnen an, um sich in dem russischen Angriffskrieg zur Wehr zu setzen. Russlands Militär berichtet von einem großen ukrainischen Drohnenangriff in der Nacht zum Samstag. 283 feindliche Fluggeräte seien abgefangen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit.
Ein Schwerpunkt des Angriffs lag demnach im südrussischen Gebiet Rostow. Dort wurden nach Mitteilung von Gouverneur Juri Sljussar etwa 90 ukrainische Drohnen ausgeschaltet. Auch diese Angaben sind nicht im Detail überprüfbar, sie vermitteln aber einen Eindruck vom Ausmaß des Angriffs.
Nach Berichten auf Telegramkanälen wurde eine Stickstofffabrik in der Stadt Toljatti an der Wolga getroffen. Auch Ölraffinerien im Wolgagebiet seien angegriffen worden. Gemeldet wird auch ein Angriff auf einen noch unbewohnten Hochhausneubau in der Stadt Ufa, die etwa 1600 Kilometer von ukrainischem Gebiet entfernt liegt. Die ukrainischen Drohnen störten auch den Flugverkehr an mehreren russischen Flughäfen, darunter in Moskau.
Im russischen Grenzgebiet Belgorod sind nach Behördenangaben durch ukrainischen Beschuss mindestens zwei Frauen getötet worden. Getroffen worden sei eine soziale Einrichtung im Dorf Smorodino, teilte Gebietsgouverneur Wjatscheslaw Gladkow mit. Das Dorf im Landkreis Graiworon liegt nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.
Eine dritte Frau sei schwer verletzt aus den Trümmern geborgen worden, so Gladkow. Es sei nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden würden.
Unterhändler der Ukraine und der USA sollen sich laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an diesem Samstag in den USA treffen, um die ins Stocken geratenen Gespräche über ein Ende Krieges zu beleben. Die Ukraine will Selenskyj zufolge gegenüber US-Vertretern auf einen Zeitrahmen für die Dreier-Gespräche mit Russland dringen.
AR/haz (dpa, rtr, ebu, afp)
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