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KonflikteUkraine

Ukraine-Krieg: USA bringen Moskau und Kyjiw an einen Tisch

3. November 2026

Im zähen diplomatischen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine könnte es bald etwas Bewegung geben. Die Multinationale Ukraine-Truppe konzentriert sich bereits auf die Friedenssicherung.

Russland Sankt Petersburg 2026 | Wladimir Putin empfängt US-Sondergesandten Steve Witkoff
Bei einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff (l.) im Oktober signalisierte Kremlchef Wladimir Putin GesprächsbereitschaftBild: Kristina Solovyova/TASS/picture alliance

Trotz andauernder Angriffe keimt wieder Hoffnung auf, dass neue Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine den Weg zu einem Ende des Kriegs ebnen könnten. Vertreter aus Moskau, Kyjiw und Washington würden sich kommende Woche für zweitägige Verhandlungen in Abu Dhabi treffen, teilte der US-Sondergesandte Steve Witkoff mit.

Die Dreiergespräche sollen den seit Monaten stockenden Friedensbemühungen neuen Schwung verleihen, so Witkoff. Die Vereinigten Staaten würden die Verhandlungen auf Arbeitsebene "moderieren". Damit werde die "Mission" von US-Präsident Donald Trump zur Beendigung des fast fünf Jahre andauernden Kriegs vorangetrieben. In dem Format hatte es zuletzt im Februar in Genf Verhandlungen gegeben.

Im Zentrum der Gespräche sollen laut Witkoff "Sicherheitsvereinbarungen für die Zeit nach dem Krieg, Deeskalation, humanitäre Maßnahmen sowie weitere Schritte auf dem Weg zum Frieden" stehen. Noch vor den neuen Verhandlungen in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate würden die US-Unterhändler in Brüssel auch mit Vertretern aus Europa und der NATO zusammenkommen, kündigte der amerikanische Sondergesandte an.

"Müssen Druck auf Russland ausüben"

Die internationale Gemeinschaft müsse Russland klarmachen, dass Terror nicht akzeptiert werde, forderte abermals der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Wir müssen einen solchen Druck auf Russland ausüben, dass es keine Alternative hat, als diesen Krieg zu beenden." Konkret verurteilte der ukrainische Staatschef einen russischen Luftangriff auf das Dorf Komyschuwachain der Region Saporischschja, bei dem es am Montag zahlreiche Tote gab. Die Attacken hätten auf eine Schule abgezielt, die zu "humanitären Zwecken" genutzt worden sei.

Das getroffene Schulgebäude in Komyschuwacha nach dem russischen AngriffBild: Ukrainian Emergency Service/AFP

Mit Blick auf Geheimdienstinformationen warnte Selenskyj zudem vor massiven russischen Angriffen während der Kongresswahlen in den USA. Auf der Onlineplattform X erklärte Selenskyj, die Aufmerksamkeit der ganzen Welt werde sich auf die US-Wahlen konzentrieren, "und was in der Ukraine passiert, inklusive unserer Schwierigkeiten bei der Luftabwehr und mit Patriot-Raketen, wird nicht wahrgenommen".

An diesem Dienstag kam Selenskyj zu einem vorher nicht angekündigten Besuch nach Berlin, wo er von Bundeskanzler Friedrich Merz empfangen wurde. Deutschland ist mittlerweile der größte ​Unterstützer der Ukraine in ⁠deren Abwehrkampf.

Zuletzt nahm Russland nach Angaben aus Kyjiw vor allem wieder die Energieinfrastruktur der Ukraine ins Visier, aber auch ein Krankenhaus in der Großstadt Charkiw. Russland meldete ebenfalls neue ukrainische Angriffe. So seien in der Nacht zum Dienstag Hunderte Drohnen auf Moskau zugesteuert, berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin im Onlinedienst Telegram.

"Koalition der Willigen" übt in Polen

Von Montag kommender Woche an werden in Polen rund 2800 Soldaten aus elf Ländern am ersten Militärmanöver der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine teilnehmen. Dabei solle getestet werden, wie nach Kriegsende ein dauerhafter Frieden gesichert werden könne, teilte das britische Verteidigungsministerium mit. Großbritannien und Frankreich leiten die Übung "Koalicja 2026" (Koalition 2026), die bis zum 22. November laufen soll. Auch Deutschland beteiligt sich mit Stabsoffizieren, Tankflugzeugen und Logistik.

Die "Koalition der Willigen" bei einer Konferenz in Kyjiw am 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine (24.08.2026)Bild: Henry Nicholls/AP Photo/picture alliance

Das Manöver der Multinationalen Truppe für die Ukraine (MNF-U) sei ein "wichtiger Meilenstein", erklärte der französische General Armel Dirou. Sie stelle "konkret unter Beweis, dass die MNF-U unmittelbar nach Ende von Kampfhandlungen einsatzbereit ist". Parallel dazu findet unter türkischer Führung von Istanbul aus eine maritime Simulation statt, um die Einsatzbereitschaft für mögliche Minenräumaktionen im Schwarzen Meer zu testen.

wa/pg (dpa, afp, rtr)

Redaktionsschluss: 17.00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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