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KonflikteUkraine

Ukraine-Krieg: Waffenruhe wird ignoriert - der Kreml droht

Veröffentlicht 7. Mai 2026Zuletzt aktualisiert 7. Mai 2026

Die von der Ukraine ausgerufene Feuerpause wird bislang nicht beachtet. Aus Russland gibt es im Hinblick auf die geplanten Feierlichkeiten nochmals eine scharfe Warnung.

Ukraine Sumy 2026 | Rettungskräfte nach russischem Drohnenangriff vor einem zerstörten Gebäude
Eine russische Drohne traf das Gebäude in Sumy, in dem ein Kindergarten untergebracht war Bild: REUTERS

Nach neuen russischen Drohnenangriffen melden die Behörden der Region Sumy im Nordosten der Ukraine vier Todesopfer. Unter ihnen seien zwei Mitarbeiterinnen eines Kindergartens, der getroffen wurde. Ein weiteres Geschoss sei in einem Wohnhaus eingeschlagen. Auch in Großstädten wie Charkiw, Krywyj Rih und Saporischschja seien ​bei Luftangriffen ⁠private Gebäude und Infrastruktur beschädigt worden.

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha ⁠erklärte im Onlinedienst X, die Angriffe zeigten, dass Russland den Frieden ablehne. "(Staatschef Wladimir) Putin geht es nur um Militärparaden, nicht um Menschenleben", erklärte er weiter im Hinblick auf die vom Kreml geplante Parade am 9. Mai in Moskau.

Neuer Luftalarm in Sumy: Anwohner und Rettungskräfte suchen Schutz nach russischem Drohnenangriff Bild: REUTERS

Selenskyj gibt Moskau noch eine Chance

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in seiner täglichen Videobotschaft am Mittwochabend, bisher antworte Russland auf den Vorschlag einer Waffenruhe nur mit neuen Schlägen und Attacken. "Abhängig von der Lage heute Abend und morgen werden auch wir unsere völlig angemessene Antwort festlegen."

Russland habe ein klares Angebot bekommen und wisse, wie die Ukraine oder deren Partner für Detailfragen zu erreichen seien, erklärte Selenskyj weiter.  Zugleich machte er deutlich, wenn es nur darum gehe, dass Putin ungestört seine Militärparade abhalten könne, werde das noch gültige Angebot für eine Waffenruhe nicht aufrechterhalten.

Der ukrainische Präsident Selenskyj: Russland hat ein klares Angebot bekommenBild: president.gov.ua

Das russische Verteidigungsministerium hatte kürzlich eine zweitägige Feuerpause angekündigt, die in der Nacht zum Freitag in Kraft treten soll. Sie erstreckt sich über die Feiern zum Andenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs und den Sieg der damaligen Sowjetunion über Nazi-Deutschland. Für Samstag ist eine Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau geplant.

Selenskyj antwortete auf den Plan mit dem Vorschlag, die Waffen bereits ab der Nacht zum Mittwoch, dem 6. Mai, schweigen zu lassen. Der Kreml hat diese Offerte bislang ignoriert.

Russland meldet den Abschuss von fast 350 Drohnen

Zunächst hielt sich die Ukraine weitgehend an ihre ausgerufene Waffenruhe. Doch nach unverminderten Angriffen aus Russland feuerten die ukrainischen Streitkräfte laut dem Verteidigungsministerium in Moskau mehrere hundert Drohnen Richtung Nachbarland ab. 347 Drohnen seien von Mittwochabend bis zum frühen Donnerstagmorgen zerstört worden, teilte das Ministerium mit. Diese Zahl ist vergleichsweise hoch. Betroffen von den Angriffen waren demnach fast alle Regionen in West- und Zentralrussland.

Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen rund um den Roten Platz in Moskau aufgrund der geplanten ParadeBild: REUTERS

In der westrussischen Grenzstadt Brjansk wurden nach Behördenangaben 13 Menschen verletzt. Zwei Wohngebäude, mehr als 20 Wohnungen und rund 40 Fahrzeuge seien bei ukrainischen Angriffen beschädigt worden, teilte Regionalgouverneur Alexander Bogomas im Onlinedienst Telegram mit.

Kreml warnt Botschaften in Kyjiw - EU bleibt unbeeindruckt

Russlands Außenamtssprecherin Maria Sacharowa rief ein weiteres Mal ausländische Diplomaten in der ukrainischen Hauptstadt dazu auf, vorsorglich Kyjiw rechtzeitig zu verlassen. Sollte die Ukraine versuchen, die Gedenkfeiern in Moskau zu stören, werde Russland darauf mit einem Gegenschlag antworten, betonte Sacharowa. Betroffen seien dann auch "Entscheidungszentren in Kyjiw". Die Warnung wurde auch bei Telegram veröffentlicht.

Die Europäische Union wird ihre Botschaft in Kyjiw nicht räumen. "Wir werden weder unsere Haltung noch unsere Präsenz ändern", sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel. "Die öffentlichen Drohungen Russlands, Kyjiw anzugreifen, sind Teil seiner rücksichtslosen Eskalationstaktik", fügte er hinzu.

se/pgr/AR (dpa, afp, rtr, ap)

Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MESZ) - Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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