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KonflikteUkraine

Russland überzieht die Ukraine mit Raketen und Drohnen

Veröffentlicht 7. März 2026Zuletzt aktualisiert 7. März 2026

Erneut hat Russland die Ukraine attackiert - mit einer besonders schweren nächtlichen Angriffswelle. Es gibt Tote und Verletzte. In der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst.

Ukraine Charkiw 2026 | Rettungskräfte steigen in der Nacht über die Trümmer vor einem eines stark beschädigten Wohnhochhaus, das teilweise brennt (07.03.2026)
Durch russischen Beschuss beschädigtes Wohnhaus in CharkiwBild: Vyacheslav Madiyevskyy/REUTERS

Charkiw im Osten der Ukraine: Immer wieder wird die Großstadt, die unweit der Front liegt, besonders heftig von russischen Geschossen getroffen. Diesmal schlug eine Rakete in ein Wohnhaus ein - mit schweren Folgen.

Große Teile des Gebäudes wurden zerstört, wie auf Fotos aus Charkiw zu sehen ist. Beim Einschlag seien mindestens acht Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, mit. Unter den Toten waren demnach auch ein Junge und ein 13 Jahre altes Mädchen.

Die Zahl der Opfer hatte sich am Morgen immer wieder und dann am Nachmittag noch einmal erhöht, weil Rettungskräfte die Leichen erst nach und nach aus den Trümmern zogen.

Angriffe und Schäden in vielen Regionen der Ukraine

Russland hat in der vergangenen Nacht seine Angriffe auf das Nachbarland erneut intensiviert. Neben Charkiw waren auch andere Städte und Regionen betroffen. In der gesamten Ukraine gab es Luftalarm.

"Russland hat 29 Raketen, davon fast die Hälfte ballistische Raketen, und 480 Drohnen, davon die meisten vom Typ Shahed, gegen die Ukraine eingesetzt", teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Einmal mehr sei die Energieversorgung Ziel der russischen Angriffe gewesen.

Explosion einer von ukrainischen Soldaten in Kyjiw abgewehrten russischen RaketeBild: Gleb Garanich/REUTERS

Betroffen waren demnach auch die Hauptstadt Kyjiw, die westukrainischen Regionen Chmelnyzkyj und Tscherniwzi (Czernowitz) sowie die Eisenbahn in der Region Schytomyr im Nordwesten des Landes. "Es wurden Schäden in den Regionen Dnipropetrowsk, Saporischschja, Winnyzja, Odessa, Poltawa, Sumy und Tscherkassy festgestellt. Überall, wo es notwendig ist, sind die entsprechenden Dienste im Einsatz", so Selenskyj.

Angriffe auf ukrainische Infrastruktur

In der südlichen Region Odessa gab es einen Angriff mit mehreren Drohnen. Ziel waren Infrastruktureinrichtungen. 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz, um die entstandenen Großbrände zu bekämpfen.

Im Zentrum und im Westen des Landes wurden Bahnanlagen beschädigt. Das teilte die ukrainische Staatsbahn mit.

In der Region Kyjiw wurden laut lokalen Behörden Schäden durch Trümmer in drei Stadtbezirken gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko rief wegen des Raketenalarms die Menschen auf, Schutz zu suchen.

1905 Gebäude seien wegen der Schäden an der Infrastruktur ohne Heizung, teilte er mit. Demnach stieg damit die Zahl der von der Wärmeversorgung durch die russischen Angriffe abgeschnittenen Gebäude auf fast 2700.

Das russische Verteidigungsministerium spricht einem Agenturbericht zufolge ‌von einem ⁠nächtlichen ⁠Großangriff auf Energie- und Militäranlagen in der Ukraine. Die Attacke habe unter anderem Flugplätzen für die Luftwaffe und Industrieanlagen mit Militärbezug gegolten, wird das Ministerium von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Russland hat Vorwürfe, auf Zivilisten ⁠zu zielen, wiederholt zurückgewiesen.

In Polen ließ die Luftwaffe mehrere Kampfflugzeuge zum Schutz des Luftraums in an die Ukraine angrenzenden Regionen aufsteigen. Die polnische Luftwaffe tut dies häufig bei massiven russischen Luftangriffen auf das Nachbarland.

Selenskyj: "Brauchen mehr Schutz"

Der ukrainische Präsident appellierte einmal mehr an den Westen, Russland für "diese brutalen Angriffe gegen das Leben" zur Verantwortung zu ziehen. "Wir zählen auf eine aktive Zusammenarbeit mit der EU, um mehr Schutz für unsere Bevölkerung zu gewährleisten. Ich bin allen dankbar, die dazu beitragen, unseren Schutz zu verstärken", machte Selensky deutlich.

Präsident Selenskyj (beim Besuch einer Frontstellung am Freitag)Bild: Ukrainian Presidential Press Service/REUTERS

Russland führt seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit mehr als vier Jahren. Das attackierte Land hatte von den westlichen Verbündeten zuletzt vor allem mehr Hilfe bei der Luftverteidigung verlangt. Beklagt wird immer wieder ein Mangel an Flugabwehrraketen.

Der Iran-Krieg im Nahen Osten lenkt die internationale Aufmerksamkeit vom größten Konflikt in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs ab. Das führte auch dazu, dass eine für diese Woche geplante neue Runde von US-vermittelten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine nicht stattfand.

AR/se (dpa, rtr, afp, ap)

Redaktionsschluss 17.30 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

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