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Ukrainischer Staatsmacht wird erneut Mord vorgeworfen

3. November 2003

– Der Autounfall des Führers der Volksbewegung, Wjatscheslaw Tschornowil, soll geplant gewesen sein

Bonn, 3.11.2003, DW-radio / Ukrainisch

Die Untersuchungskommission der Volksbewegung der Ukraine ist zum Ergebnis gekommen, dass der Verkehrsunfall, bei dem der Führer und Gründer dieser Partei, Wjatscheslaw Tschornowil ums Leben gekommen ist, von der Staatsmacht geplant wurde. Das teilte am Sonntag (2.11.) der Vorsitzende der Kommission Mykola Stepanenko mit. Es berichtet Oleksandr Sawyzkyj:

Unter den acht Versionen, die von der Kommission geprüft wurden, wurden am meisten Beweise für die Version zusammengetragen, bei der von einem geplanten Mord an Wjatscheslaw Tschornowil ausgegangen wird. Es wurde betont, es sei das Ziel der Staatsmacht gewesen, Wjatscheslaw Tschornowil als Kandidaten für das Amt des Präsidenten der Ukraine auszuschalten. Mykola Stepanenko sagte ferner, die offiziellen Ermittlungen hätten sich gleich auf einen zufälligen Autounfall konzentriert, bei dem der Vorsitzende der Volksbewegung angeblich ums Leben gekommen sei. Andere Versionen seien ignoriert worden. Wjatscheslaws Tschornowils Sohn Taras sagte der Deutschen Welle, er stimme dem Ergebnis der Kommission voll zu. Er zog außerdem Parallelen zu den aktuellen Ereignissen: "Ein Szenario aus dem Jahre 1999 wiederholt sich 2004: Manche Gegner werden ausgeschaltet und andere eingeschüchtert und terrorisiert. Bei den Wahlen 1999 hätte Tschornowil Kutschmas Hauptgegner sein können, 2004 wird es Wiktor Juschtschenko sein." Taras Tschornowil und Mykola Stepanenko sind davon überzeugt, dass die Rechtsschutzorgane die Untersuchungsergebnisse der Partei nicht berücksichtigen werden und dass die Aufklärung des Mordes an Wjatscheslaw Tschornowil erst nach einem Machtwechsel in der Ukraine möglich sein wird. (MO)