Umkämpfter Lebensraum in Ostafrika
4. Februar 2010
Kenias Hauptstadt Nairobi hat die legendärsten Slums ganz Ostafrikas: Riesig, schmutzig, scheinbar hoffnungslos. Dagegen will jetzt die Regierung Nairobis aktiv vorgehen: Sie planen, den größten Slum Nairobis einfach aufzulösen. Die Bewohner sollen in Hochhäuser umziehen. Dass die Probleme aus der Wellblechhütte nur in die 35. Etage verlagert werden, sehen die Behörden wohl nicht. Und die Bewohner sind erstmal richtig stolz: Auf ihr erstes eigenes Badezimmer.
Radio im Slum
Auch im zweitgrößten Slum von Nairobi, in Mathare, tut sich etwas: Dort finden zwar keine von der Regierung beschlossene Umsiedlungen statt, aber die Bewohner wollen ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein wichtiger Schritt: Öffentlichkeit herstellen, auf die Probleme aufmerksam machen. Und deswegen gründet Mathare gerade einen eigenen Radiosender - aus dem Slum, für den Slum.
Vertriebene Maasai
Einen Hilferuf dieser Art könnten die Maasai etwas weiter südlich, in Tansania wohl auch gebrauchen. Denn sie sind in den letzten Monaten gnadenlos aus ihrem natürlichen Lebensraum vertrieben worden. Dahinter steckt ein eiskaltes Kalkül von reichen Geschäftemachern: Dort, wo die Maasai gelebt haben, sollen künftig Touristen auf Großwildjagd gehen können - und für die Normaden ist dann kein Platz mehr.
Redaktion: Katrin Ogunsade / Anna Kuhn-Osius