Nach UPS-Absturz: US-Behörde untersagt Starts von Frachtjets
Veröffentlicht 8. November 2025Zuletzt aktualisiert 9. November 2025
Nach dem Absturz eines Frachtflugzeugs im US-Bundesstaat Kentucky mit mindestens 14 Todesopfern hat die US-Luftfahrtbehörde FAA ein Startverbot für alle Maschinen des Typs MD-11 und MD-11F verhängt. Das vorübergehende Flugverbot bleibe in Kraft, "bis das Flugzeug untersucht wurde und alle angebrachten Fehlerbehebungen ausgeführt wurden", heißt es in einer Notfallverfügung der Behörde.
Grund für die Maßnahme ist laut FAA der Absturz einer MD-11-Maschine am vergangenen Dienstag, bei dem sich "das linke Triebwerk während des Starts vom Flügel" gelöst hatte. Dieser gefährliche Zustand könne "vermutlich in anderen Produkten des selben Typs" auftreten, warnt die FAA.
UPS setzt Notfallplan ein
Das Logistikunternehmen UPS, dessen Maschine verunglückte, hatte bereits zuvor den Einsatz seiner MD-11-Flugzeuge ausgesetzt. Das "vorübergehende" Startverbot für den betroffenen Flugzeugtyp gelte ab sofort, erklärte das Unternehmen am Freitag. Die Maßnahme sei "proaktiv auf Empfehlung des Flugzeugherstellers" erfolgt.
UPS betonte, es gebe einen Notfallplan, um Lieferungen weiterhin sicherzustellen. Das Flugverbot betreffe 26 Maschinen - rund neun Prozent der gesamten Flotte. Auch das Konkurrenzunternehmen Fedex stoppte den Einsatz seiner MD-11-Flugzeuge bis zum Abschluss einer Sicherheitsüberprüfung. Von den rund 700 Flugzeugen der Fedex-Flotte gehören 28 zu diesem Typ.
Der Hersteller der MD-11, McDonnell Douglas, gehört seit 1997 zu Boeing. Der US-Flugzeugbauer erklärte, man habe "den drei Betreibern der MD-11-Frachtflieger empfohlen, die Verwendung der Flugzeuge einzustellen, während weitere technische Auswertungen stattfinden". Neben UPS und Fedex betreibt auch Western Global Airlines Flugzeuge dieses Typs.
Absturz kurz nach dem Start
Die verunglückte UPS-Maschine vom Typ MD-11 war laut FAA am Dienstagnachmittag kurz nach dem Start vom internationalen Flughafen in Louisville auf dem Weg nach Hawaii. Sie stürzte aus etwa 30 Metern Höhe brennend ab und zerstörte zwei benachbarte Gebäude.
Das 1991 gebaute Flugzeug wird vom US-Verkehrssicherheitsamt NTSB untersucht. Flugdatenschreiber und Cockpit-Sprachrekorder wurden zur Auswertung nach Washington geschickt.
pgr/wa (afp, dpa, rtr)
Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!