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JPMorgan zahlt Rekordstrafe

20. November 2013

Nun ist es offiziell: Die Großbank zahlt nach monatelangen Verhandlungen wegen fragwürdiger Hypotheken-Geschäfte in der Finanzkrise eine Rekordsumme an US-Behörden. Ausgestanden ist die Affäre damit aber noch nicht.

Steinplatte mit Aufschrift JPMorgan Chase vor dem hauptsitz in New York (Foto: Getty Images)
Bild: Timothy A. Clary/AFP/GettyImages

Die führende US-Bank schloss nach wochenlangem Tauziehen einen 13 Milliarden Dollar (9,6 Mrd. Euro) schweren Vergleich mit dem US-Justizministerium und weiteren staatlichen Stellen. Das teilten US-Justizminister Eric Holder und Vertreter der Bank in Washington mit. Es ist der größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Die US-Justiz hatte der Großbank vorgeworfen, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Die Bank habe den Käufern verschwiegen, wie schlecht es um viele der enthaltenen Hauskredite gestanden habe. Ausbleibende Kreditraten und der damit verbundene rapide Wertverfall dieser Hypothekenpapiere befeuerten die Finanzkrise 2008.

Bank hilft privaten Hausbesitzern

Die Großbank habe eingeräumt, die Öffentlichkeit und die Investoren mit "ernsthaften Falschdarstellungen" hinters Licht geführt zu haben, erklärte das US-Justizministerium. Nun müsse JPMorgan "Wiedergutmachung" leisten für den "finanziellen Sturm", den es mit verursacht habe.

Der Vergleich sieht unter anderem vor, dass das Geldinstitut in Zahlungsnot geratenen Hausbesitzern mit Umschuldungen und einem teilweisen Schuldenerlass im Umfang von insgesamt vier Milliarden Dollar unter die Arme greift. JPMorgan verpflichtet sich dabei auch, Wohnsiedlungen mit vielen verlassenen Häusern aufzupolieren, um die Gegenden wieder attraktiver zu machen und so den Wert der Immobilien zu steigern.

Kein Ende der Affäre

Die Summe ist auch deshalb so hoch, weil das Geldhaus in der Finanzkrise die beiden strauchelnden Rivalen Bear Stearns und Washington Mutual übernommen hatte. Die Bank muss nun auch für deren Geschäfte geradestehen. In einem Teilbereich hatte sich JPMorgan Chase schon zu einer Wiedergutmachung für Geschäfte mit den staatlichen Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac verpflichtet.

JPMorgan Chase hat bereits Vorsorge für die Rekordzahlung getroffen. Die Bank legte für Rechtsstreitigkeiten die Summe von 23 Milliarden Dollar beiseite. Allerdings ist mit dem Vergleich noch kein Ende der Affäre in Sicht: Nach Angaben des Justizministeriums sind weiterhin strafrechtliche Konsequenzen für die Bank und einzelne Mitarbeiter möglich.

gmf/det (afp, dpa, rtr)

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