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Politik

Milliarden-Hilfe für die Everglades

19. Januar 2022

Die US-Regierung will die berühmten Everglades im Bundesstaat Florida vor den Auswirkungen des Klimawandels retten. Dafür rückt die Armee mit außergewöhnlichen Spezialisten an.

USA | Sumpfgebiet Everglades in Florida
Eins der charakteristischen Propellerboote in den Everglades im US-Bundesstaat FloridaBild: Chandan Khanna/AFP/Getty Images

Das sogenannte Ingenieurskorps der US-Armee soll dafür sorgen, dass die nötigen Maßnahmen zum Schutz der Everglades umgesetzt werden. Es besteht aus mehr als 30.000 zum Teil hochspezialisierten Zivilisten und 650 Soldaten.

Die weltberühmten Sümpfe im US-Bundesstaat Florida sind massiv durch die Folgen des Klimawandels und den ansteigenden Meeresspiegel bedroht. Weil die Everglades aber nicht nur Touristenattraktion, sondern auch Trinkwasserspeicher für mehrere Millionen Menschen sind, hat die Regierung von Präsident Biden das Hilfsprogramm jetzt angeschoben.

Wie das Weiße Haus mitteilte, sind für den Schutz der Everglades, die vor allem für ihre Alligatoren bekannt sind, 1,1 Milliarden Dollar (rund 967 Millionen Euro) vorgesehen. Mit dem Geld soll das Ingenieurskorps vor allem das Wassermanagement in den Everglades verbessern. 

Alligatoren sind eine der Hauptattraktionen in den EvergladesBild: Galyna Andrushko/Zoonar/picture alliance

Riesiges Sumpfgebiet

Die Everglades sind ein riesiges subtropisches Sumpfgebiet im Süden Floridas. Allein der Everglades-Nationalpark hat eine Fläche von mehr als 600.000 Hektar.

"Diese ikonische amerikanische Landschaft liefert Trinkwasser für mehr als acht Millionen Bewohner Floridas, unterstützt den 90 Milliarden Dollar schweren Tourismussektor des Bundesstaates und ist Heimat für dutzende gefährdete oder bedrohte Arten", erklärte das Weiße Haus. "Aber der ansteigende Meeresspiegel und andere Auswirkungen des Klimawandels bedrohen dieses wichtige Ökosystem." So schade ein verstärkter Zufluss von Salzwasser dem natürlichen Gleichgewicht der Everglades.

Frühere Projekte stockten

Der US-Kongress hatte bereits im Jahr 2000 knapp acht Milliarden Dollar für die Everglades bewilligt. Bei dem Projekt, das den Bau von Kanälen, Dämmen und Wasserpumpen vorsieht, kam es aber immer wieder zu Verzögerungen.

Die nun bewilligten neuen Gelder sind Teil des im vergangenen November verabschiedeten Infrastrukturpakets mit einem Gesamtumfang von 1,2 Billionen Dollar. Mit ihnen soll das Everglades-Projekt schneller vorangebracht werden.

Die Everglades sind durch den steigenden Meeresspiegel bedroht - einfließendes Salzwasser stört das ÖkosystemBild: Joe Raedle/Getty Images

US-Ingenieure an vielen Fronten

Neben dem Everglades-Projekt werden 645 Millionen Dollar für die Verringerung der Hochwasserrisiken an der Küste und 1,7 Milliarden Dollar für Hochwasserrisiken im Binnenland bereitgestellt.

Neben diesen Klimaschutzprojekten hat die Regierung das Ingenieurskorps auch auf eine Reihe von Infrastrukturprojekten angesetzt. Dabei geht es vor allem darum, Probleme in Versorgungsketten zu beheben.

So haben viele US-Häfen Schwierigkeiten, die wieder wachsende Zahl von Containern zu verarbeiten, die nach der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie-bedingten Flaute jetzt wieder per Schiff ankommen, und sie zum Weitertransport auf LKW und Züge zu verladen.

Und für bessere Bedingungen in der Binnenschifffahrt sollen die Ingenieure sorgen, indem sie mehrere Schleusen auf dem Ohio und anderen Flüssen bauen. Dadurch soll der Wasserstand hoch genug für große Frachtkähne werden.

Fast 250 Jahre alt

Die Aufgaben des 1775 gegründeten "Army Corps of Engineers" (USACE) bestehen nicht nur im Bau und Unterhalt militärischer Einrichtungen. Es ist ein wesentlicher Anbieter von Leistungen aus dem Bauingenieurwesen für staatliche Auftraggeber.

In der Zeit des New Deal (1933-1938) baute es für den Mississippi River und seine Zuflüsse ein über 11.000 Kilometer langes Hochwasserschutzsystem. Im Jahr 1942 wurde der 2288 Kilometer lange Alaska Highway gebaut. Das USACE hat auch eine ganze Reihe von Staudämmen sowie Känale (zum Beispiel den Panamakanal) gebaut.

mak/wa (afp, ap)

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