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Politik

Pence besucht venezolanische Flüchtlinge

28. Juni 2018

Rund zwei Millionen Menschen haben Venezuela wegen der katastrophalen Wirtschaftslage verlassen. US-Vizepräsident Pence besuchte einige von ihnen in Brasilien. Im Gepäck hatte er freundliche Worte - und viel Geld.

Brasilien Mike Pence besucht Flüchtlinge aus Venezuela
Bild: Getty Images/AFP/R. Oliveira

"Das venezolanische Volk verdient Freiheit und wir unterstützen es dabei", sagte US-Vizepräsident Mike Pence bei seinem Besuch in einem Flüchtlingslager im brasilianischen Manaus (Artikelbild). In der Einrichtung haben etwa 120 Männer, Frauen und Kinder Zuflucht gefunden, die aus ihrer Heimat Venezuela geflohen sind. Insgesamt haben bereits rund zwei Millionen das Land verlassen.

Pence sicherte ihnen "im Namen von Präsident Donald Trump und des amerikanischen Volkes" Unterstützung zu, "bis in Venezuela die Demokratie wiederhergestellt" sei. Außerdem stellte er zehn Millionen US-Dollar in Aussicht, mit denen die Lage der venezolanischen Flüchtlinge verbessert werden soll. Rund 1,2 Millionen US-Dollar fließen demnach an Brasilien für dessen Engagement bei der Unterbringung der Migranten aus dem Nachbarland. Insgesamt erhöht sich damit die Summe der von den USA gewährten Unterstützung auf 31 Millionen US-Dollar.

Pence ließ sich von Flüchtlingen über die zum Teil unhaltbaren Lebensumstände in ihrer Heimat berichten. So habe ein Venezolaner erzählt, mit dem Lohn für eine Woche Arbeit habe er seiner Familie Essen für einen Tag kaufen können. Andere klagten, sie hätten sich entscheiden müssen, ob sie ihr weniges Geld für den Schulbesuch der Kinder oder für Lebensmittel und Medikamente nutzten.

Heftige Wortgefechte mit Maduro

Den Präsidenten des krisengeschüttelten südamerikanischen Landes, Nicolas Maduro, griff der US-Vizepräsident erneut scharf an. Venezuela sei "einst ein Leuchtturm dese Wohlstands und der Freiheit" gewesen, so Pence in der Amazonas-Stadt Manaus. Doch Maduro habe "die große venezolanische Demokratie in eine brutale Diktatur" verwandelt.

Der so Gescholtene reagierte umgehend auf die Vorwürfe. In einer im Fernsehen übertragenen Rede nannte er Pence einen "gescheiterten und besiegten Gesandten der US-Regierung". "Jedes Mal, wenn die Giftschlange Mike Pence ihren Mund öffnet, fühle ich mich stärker", tönte der autoritär herrschende Staatschef in Richtung US-Vizepräsident.

US-Vizepräsident Mike Pence und Ehefrau Karen werden in Quito von Ecuadors Außenminister José Valencia begrüßtBild: Getty Images/AFP/R. Buenida

Suche nach Unterstützern         

Nach seinem Besuch in Brasilien reiste Pence weiter nach Ecuador. Das Land soll nach dem Willen der USA verstärkt Druck auf Venezuela ausüben. Der im vergangenen Jahr neu ins Amt gewählte Präsident Lenin Moreno steht für eine wirtschafts- und pressefreundlichere Politik und hat sich damit sowohl von seinem Vorgänger Rafael Correa als auch von Venezuelas Staatschef Moreno distanziert.

Allerdings hatte sich sein Land jüngst beim Treffen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) der Stimme enthalten, als es darum ging, Venezuela aus dem Kreis auszuschließen. Darüber zeigten sich die USA, die Sanktionen gegen Venezuela verhängt haben, als nicht erfreut.

mak/hk (dpa, ape)

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