1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen
Politik

USA beschuldigen Syrien des Massenmordes

15. Mai 2017

Es sind schwere Vorwürfe, die die US-Regierung an den syrischen Machthaber al-Assad richtet: Mittels eines Krematoriums in einem Gefängnis versuche das syrische Regime Massenhinrichtungen zu vertuschen.

Syrien Militärgefängnis Saidnaja
Eine Satellitenaufnahme des Saidnaja-Gefängnisses von Google-Maps 2017Bild: Google Maps/Digital Globe 2017

USA beschuldigen Syrien des Massenmordes

00:35

This browser does not support the video element.

Als Beleg präsentierte das Außenministerium in Washington Satellitenaufnahmen eines Gebäudes innerhalb der Haftanstalt Saidnaja nördlich von Damaskus, bei dem es sich um ein Krematorium handeln soll. Dort seien die Leichen exekutierter Häftlinge vernichtet worden, sagte der Nahost-Abteilungsleiter Stuart Jones.

Geschmolzener Schnee

Die Satellitenaufnahmen sollen aus der Zeit von Januar 2013 bis April 2017 stammen. In der Unterschrift eines der Bilder ist von "geschmolzenem Schnee auf einem Teil des Daches" die Rede. Dies belege, so Jones, dass es sich bei dem Gebäude um ein Krematorium handele. Weitere Hinweise, dass es sich tatsächlich um ein solches Gebäude handelt, legten die Amerikaner aber nicht vor.

Mittels des Krematoriums versuche die Assad-Regierung, "das Ausmaß der in Saidnaja verübten Massenmorde zu kaschieren", so der Außenamtsmitarbeiter. Er appellierte an den syrischen Staatschef, "die Gräuel zu beenden".

Amnesty: Saydnaya "Schlachthaus für Menschen"

03:04

This browser does not support the video element.

Schon früher ähnliche Anschuldigungen

Amnesty International hatte bereits im Februar den Vorwurf erhoben, dass in Saidnaja tausende Häftlinge ermordet worden seien. Zwischen 2011 und 2015 hätten Regierungstruppen dort bis zu 13.000 Menschen hingerichtet. Die Menschenrechtsorganisation äußerte damals auch die Vermutung, dass die Massenmorde in dem Gefängnis bis heute andauerten.

fab/uh (APE, afp, dpa)

Den nächsten Abschnitt Mehr zum Thema überspringen