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PolitikGlobal

News kompakt: Trump wirft NATO im Iran-Krieg Versagen vor

9. April 2026

Auch ein Besuch von NATO-Genrealsekretär Mark Rutte kann US-Präsident Donald Trump offenbar nicht besänftigen. Die Litauer sorgen sich um die Rundfunkfreiheit. Das Wichtigste in Kürze.

USA Washington D.C. 2026 | Donald Trump bei Pressekonferenz (06.04.2026)
US-Präsident TrumpBild: Brendan Smialowski/AFP

US-Präsident Donald Trump hat nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte seine scharfe Kritik am Militärbündnis bekräftigt. Die NATO sei nicht dagewesen, als die USA sie im Iran-Krieg brauchten, machte Trump auf seinem Social-Media-Kanal deutlich. Seine Regierung hatte von Bündnispartnern Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus gefordert, Zusagen blieben jedoch aus. Der Iran hatte die Meerenge de facto blockiert, woraufhin Öltransporte weitgehend ruhten und weltweit die Preise stiegen.

In den vergangenen Wochen bezeichnete der US-Präsident die NATO wiederholt als "Papiertiger" und drohte mit einem ⁠Austritt der USA aus dem Bündnis. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, die der 79-jährige Republikaner jetzt in einem aktuellen Social-Media-Post als "großes, schlecht verwaltetes Stück Eis" bezeichnete. Die Arktisinsel, die Trump noch Anfang des Jahres den USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des NATO-Partners Dänemark.

UN-Chef verurteilt Israels erneute Attacken im Libanon

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat die massiven israelischen Luftangriffe im Libanon scharf kritisiert. Dabei seien Hunderte Zivilisten, darunter auch Kinder, getötet oder verletzt worden, ließ Guterres verlauten. Der israelische Militäreinsatz gefährde zudem die in der Nacht auf Mittwoch vereinbarte Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran, heißt es aus der UN-Zentrale in New York.

Zerstörungen in Beirut nach israelischem LuftangriffBild: Louisa Gouliamaki/REUTERS

Israel hatte trotz der Feuerpause im Iran-Krieg bei einem Großangriff zahlreiche Ziele im Libanon bombardiert, darunter auch in der Hauptstadt Beirut. Laut israelischem Militär galt der Angriff Kommandeuren und militärischer Infrastruktur der radikalislamischen Hisbollah-Miliz, die von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuft wird. Nach libanesischen Angaben waren jedoch viele Zivilisten betroffen. Das Gesundheitsministeriums in Beirut meldet mindestens 182 Tote und 890 Verletzte.

Neue Proteste gegen Beschneidung der Medienfreiheit in Litauen

In Litauens Hauptstadt Vilnius sind erneut Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen neue Vorgaben für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk LRT zu protestieren. Nach Ansicht der Organisatoren der Kundgebung könnten die geplanten Gesetzesänderungen politische Einflussnahme auf die Inhalte des Senders ermöglichen und dessen redaktionelle Unabhängigkeit gefährden.

Demonstration zur Rundfunkfreiheit im Zentrum von Vilnius (am Mittwoch)Bild: Yauhen Yerchak/Anadolu Agency/IMAGO

Bereits im Dezember hatten von der Mitte-Links-Koalition angekündigte Änderungen der Rundfunkgesetze lautstarken Unmut bei vielen Litauern ausgelöst. Die Hauptkritik richtete sich damals gegen eine Regelung, durch den der LRT-Intendant einfacher ausgetauscht werden könnte. Dagegen protestieren nicht nur Journalisten, auch viele andere Teile der Bevölkerung sehen dadurch die Pressefreiheit in Gefahr. Es waren die größten Proteste in dem baltischen Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1990.

Russisches Gericht verhandelt über Memorial-Aus

An diesem Donnerstag befassen sich Russlands Oberste Richter mit einem endgültigen Verbot der Menschenrechtsorganisation Memorial in dem Land. Das Justizministerium in Moskau hat beantragt, Memorial für extremistisch zu erklären und nicht mehr in Russland arbeiten zu lassen. Das Gericht berät hinter verschlossenen Türen. Die autoritäre Führung im Kreml geht schon länger gegen Memorial vor. Die Organisation setzt sich für die Aufarbeitung sowjetischer Verbrechen und den Schutz der Menschenrechte in Russland ein. Sie wurde 2022 mit dem Friedensnobelpreis geehrt.

Die Strukturen von Memorial waren schon 2021 zerschlagen worden. Zahlreiche Mitarbeiter gingen ins Exil. Bei einem endgültigen Verbot drohe vielen Freiwilligen, Unterstützern und Spendern eine Kriminalisierung, teilte die Nichtregierungsorganisation mit.

Laut Studie weltweit mehr nächtliche Beleuchtung

Auf der Erde hat der Einsatz von künstlichem Licht in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Wie eine internationale Forschungsgruppe in der Fachzeitschrift "Nature" berichtet, stiegen die Licht-Emissionen zwischen 2014 und 2022 global um 16 Prozent. Die Weltbevölkerung wuchs im selben Zeitraum nur um zehn Prozent.

Chinesische Metropole Shanghai bei Nacht (2024)Bild: Ying Tang/NurPhoto/picture alliance

Besonders groß war der Anstieg der nächtlichen Beleuchtung innerhalb des neunjährigen Untersuchungszeitraums in Asien. Auf nationaler Ebene gab es in China und Indien die größte Zunahme. In Europa ging die Entwicklung in die andere Richtung. Den stärksten Rückgang verzeichnete laut Studie Frankreich, gefolgt von Großbritannien und den Niederlanden. Als Gründe hierfür sehen die Forscher unter anderem effizientere Beleuchtungssysteme wie LED und Maßnahmen zur Reduzierung von Lichtverschmutzung und Energieverbrauch. Klar zu erkennen war in vielen Ländern die Verringerung der Beleuchtungsstärke durch die Lockdowns während der Corona-Pandemie.

OECD fordert Maßnahmen gegen Corona-Langzeitfolgen

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) wirbt für eine bessere Behandlung und berufliche Wiedereingliederung von Long-COVID-Patienten. Dadurch könnten unter anderem die hohen Kosten durch die Langzeiterkrankung gesenkt werden. Nach Berechnungen der Organisation könnten diese in den kommenden Jahren 0,1 bis 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreichen. Für die Wirtschaft in den OECD-Ländern würde dies eine mögliche Belastung von bis zu 115 Milliarden Euro jährlich bedeuten.

Die OECD hob hervor, nur wenige Länder hätten bislang eine Long-COVID-Strategie. Am weitesten fortgeschritten seien die Pläne in Deutschland und den Niederlanden. Laut einer Untersuchung der Industriestaaten-Organisation wird damit gerechnet, dass in den nächsten Jahren rund ein Prozent der Bevölkerung von Long COVID betroffen sein wird. Typische Beschwerden bei der Corona-Folgen-Erkrankung sind Erschöpfung oder Atemnot, die nach einer akuten Phase von vier Wochen fortbestehen oder neu auftreten.

AR/gri/ust/se (afp, dpa, rtr, OECD)

Dieser Artikel wurde um 9.40 Uhr (MESZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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