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PolitikGlobal

News kompakt: USA setzen alle Asylentscheidungen aus

29. November 2025

Das Washingtoner Attentat eines mutmaßlichen Täters aus Afghanistan führt zu weitreichende Änderungen in der US-Migrationspolitik. Airbus warnt Airlines vor Softwarestörung. Das Wichtigste in Kürze.

USA Washington D.C. 2025 | Tato, der mit Polizeiband abgesperrt ist, auf dem steht: "Police Line Do Not Cross" ("Polizeiabsperrung, nicht übertreten") (26.11.2025)
Abgesperrter Tatort in Washington (am Mittwoch)Bild: Bonnie Cash/UPI Photo/newscom/picture alliance

Nach den Schüssen auf zwei Nationalgardisten in Washington setzen die USA alle Asylentscheidungen aus. Dieser Stopp gelte, bis man sicherstellen könne, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert worden sei, teilte die Einwanderungsbehörde USCIS mit. Nach Angaben von Außenminister Marco Rubio wird zudem die Visavergabe an Menschen aus Afghanistan eingestellt.

Auch dauerhafte Aufenthaltsgenehmigungen, die sogenannten Green Cards, würden überprüft, kündigte die USCIS an. Davon betroffen sind Migranten aus 19 verschiedenen Staaten. Auf der Liste stehen Länder wie der Iran, Kuba, Venezuela, Haiti, Eritrea, Burundi, Tschad und Myanmar.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump bereits angekündigt, "die Migration aus allen Dritte-Welt-Ländern dauerhaft" auszusetzen, "damit sich das US-System vollständig erholen kann". Am Mittwoch waren zwei Nationalgardisten in der US-Hauptstadt angeschossen worden. Eine Soldatin erlag ihren Verletzungen, der zweite Nationalgardist kämpft um sein Leben. Der mutmaßliche Täter - ein 2021 in die USA eingereister Afghane - wurde festgenommen.

Softwarestörung bei Airbus wirbelt Flugpläne durcheinander

Der europäische Flugzeugbauer Airbus muss bei Tausenden Maschinen seiner A320-Familie neue Software aufspielen. Das Unternehmen teilte mit, ein Zwischenfall bei einem Jet habe gezeigt, dass intensive Sonneneinstrahlung Daten beschädigen könne, die für die Steuerung wichtig seien.

Als Vorsichtsmaßnahme rief Airbus alle Fluglinien dazu auf, Maschinen mit dieser Software am Boden zu lassen. Rund 6000 Flieger vom Typ A320 seien betroffen. Anlass ist offenbar ein Zwischenfall auf einem Flug von Mexiko in die USA, der die Piloten zu einer Notlandung zwang.

Cockpit einer A320Bild: Mehrdad Samak-Abedi/IMAGO

Allein die Fluggesellschaft Air France musste wegen der Überprüfung von A320-Maschinen bereits am Freitagabend 35 Verbindungen streichen, berichtet die Zeitung "Le Parisien". Wie viele Flüge weltweit an diesem Wochenende möglicherweise betroffen sind, ist noch nicht bekannt.

Massenproteste wegen Gründung von AfD Parteijugend erwartet

Die westdeutsche Stadt Gießen rüstet sich für einen der größten Polizeieinsätze in der Geschichte des Bundeslandes Hessen. Dort will die in Teilen als rechtsextremistisch geltende Partei AfD an diesem Wochenende eine neue Nachwuchsorganisation gründen.

Etliche Gruppen und Initiativen haben Protestveranstaltungen angekündigt. Es wird mit 50.000 Gegendemonstranten in der Universitätsstadt gerechnet. Ein Aktivistenbündnis, dass sich selbst als antifaschistisch bezeichnet, will Zufahrtsstraßen rund um den Versammlungsort blockieren, um die Gründungsveranstaltung zu verhindern.

Bis zum Frühjahr hatte die AfD eine Jugendorganisation, mit der die Partei nur locker verbunden war. Diese "Junge Alternative" wurde vom deutschen Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestuft. Die AfD trennte sich von der Organisation, die sich daraufhin auflöste.

Bundestag beschließt Etat für 2026

Deutschland hat einen Haushalt für das kommende Jahr. Mit den Stimmen der Regierungskoalition aus konservativer CDU/CSU und den Sozialdemokraten nahm der Bundestag in Berlin den Etatentwurf am Freitagnachmittag an. Im Kernhaushalt sind Ausgaben von 524,5 Milliarden Euro vorgesehen. Dazu kommen die kreditfinanzierten Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität sowie für die Bundeswehr.

Bundestagsabgeordnete bei Abstimmung über Haushaltsgesetzt 2026Bild: Markus Lenhardt/dpa/picture alliance

Deutschlands neue Schulden summieren sich damit kommendes Jahr insgesamt auf mehr als 180 Milliarden Euro. Das ist der zweithöchste Wert in der Geschichte der Bundesrepublik.

Papst und Patriarch setzen Zeichen christlicher Annäherung

An diesem Samstag wollen Papst Leo XIV. und der orthodoxe Patriarch von Konstantinopel, Bartholomäus I., eine gemeinsame Erklärung unterzeichnen. Die beiden christlichen Kirchenoberhäupter kommen dazu im Phanar in Istanbul zusammen, dem Amtssitz von Bartholomäus in der türkischen Metropole. Die gemeinsame Erklärung gilt als Zeichen der Annäherung zwischen dem Vatikan und dem orthodoxen Osten. Auch an den Feierlichkeiten zum orthodoxen Andreasfest will Leo teilnehmen.

An diesem dritten Tag seines Besuchs in der Türkei steht zudem ein interreligiöser Höhepunkt auf dem päpstlichen Reiseplan: Der Pontifex besucht die "Blaue Moschee", Istanbuls größtes muslimisches Gotteshaus.

Lichtkunst erstrahlt bei Finale des Chemnitzer Kulturhauptstadtjahrs

Die ostdeutsche Stadt Chemnitz krönt ihr zu Ende gehendes Jahr als europäische Kulturhauptstadt mit einem weiteren neuen Kunstwerk für die Region. Die begehbare Lichtinstallation "Beyond Horizons 2025" des US-Künstlers James Turrell wird an diesem Samstag für Besucher geöffnet.

Lichtinstallation "Beyond Horizons 2025" in OelsnitzBild: Florian Holzherr/Häusler Contemporary Zürich AG

In einem Kubus leuchten Lichter, die ihre Intensität, Farbe und Konturen ändern. Der geschlossene Raum soll an die Stollen der früheren Bergwerke der Region erinnern. Das Kunstwerk befindet sich in der Kleinstadt Oelsnitz im Erzgebirge, die Rund 20 Kilometer von Chemnitz entfernt liegt. Als ein Standort des Ausstellungsprojektes "Purple Path" ist sie damit Teil des Kulturhauptstadtjahrs.

Die Veranstalter zogen zum Ausklang eine positive Bilanz. Das Chemnitzer Kulturhauptstadtjahr habe mit schätzungsweise mehr als zwei Millionen Besuchern die Zielmarke übertroffen.

AR/fab (afp, dpa, rtr, kna, epd)

Dieser Artikel wurde um 9.00 Uhr (MEZ) erstellt und wird nicht weiter aktualisiert.

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