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PolitikGlobal

US-Medien: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf NATO

27. August 2026

Der Chef des US-Geheimdienstes CIA, John Ratcliffe, war in Russlands Hauptstadt. Was hat er dort gemacht? Nun werden erste Details der Geheimmission bekannt.

Russland Moskau 2026 | Blick auf den Kreml unter bewölktem Himmel (26.08.2026)
Kreml in Moskau: Dementi aus Russlands MachtzentraleBild: Anastasia Barashkova/REUTERS

John Ratcliffe ist der Chef eines der mächtigsten Geheimdienste der Welt: Der 60-Jährige leitet die Central Intelligence Agency, kurz CIA, den Auslandsnachrichtendienst der Vereinigten Staaten. Am Dienstag war er unangekündigt in Moskau.

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump ist Ratcliffes Besuch in Russlands Hauptstadt "halb routinemäßig" erfolgt. Allerdings sind solche Missionen eines obersten US-Geheimdienstlers selten. Der letzte bekannte Besuch eines CIA-Chefs in Russland war 2021 die Reise des damaligen Direktors William Burns.

Sorge vor "begrenztem Angriff" auf NATO

Nun berichten US-Medien über John Ratcliffes Reisegründe. Demnach hatte der amtierende CIA-Chef mehrere Punkte auf seiner Agenda. Ratcliffe soll bei seinem Besuch in Moskau die russische Seite davor gewarnt haben, Mitgliedstaaten der NATO anzugreifen.

CIA-Chef Ratcliffe (Archivbild): "Halb routinemäßiger Besuch"Bild: Celal Gunes/Anadolu/picture alliance

Hintergrund seien US-Geheimdiensteinschätzungen, wonach der russische Präsident Wladimir Putin in den kommenden Jahren womöglich einen "begrenzten Angriff" ausführen lassen könnte. Das meldet die Zeitung "Wall Street Journal".

Laut CBS News sprach Ratcliffe in Moskau auch über den Iran-Krieg. Der US-Sender berief sich bei seinen Angaben auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Menschen.

Kreml bestätigt Ratcliffe-Besuch

Der Kreml, Russlands Machtzentrale, teilte mit, Ratcliffe habe bei seinem Besuch in Moskau in Kontakt mit russischen Geheimdiensten gestanden. Ein Treffen mit Präsident Putin habe nicht stattgefunden, hieß es. Putin sei allerdings über den Inhalt der Kontakte informiert worden. Angaben zu den behandelten Themen gab es zunächst nicht.

Nun dementierte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow aber die US-Medienberichte über die Ratcliffe-Warnung vor einem Angriff auf die NATO. Er wies die Meldungen als "alarmistisch" zurück. "Viele solcher Horrorgeschichten werden derzeit veröffentlicht. Sie haben natürlich nichts mit der Realität und mit den Absichten Russlands zu tun", sagte Peskow. Vielmehr sei es so, dass Russland mit einem "sehr aggressiven" Kurs europäischer Länder konfrontiert sei, fügte der Sprecher von Präsident Putin hinzu.

Russischer Geheimdienstchef Naryschkin (Archivbild): "Nichts Ungewöhnliches"Bild: Alexander Kazakov/ITAR-TASS/IMAGO

Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, bestätigte jetzt sein Treffen mit Ratcliffe. Er machte aber keine Angaben zum Inhalt der Gespräche. Man habe Fragen erörtert, die in den Kompetenzbereich der Geheimdienste fallen, sagte Naryschkin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen.

Das Treffen sei ein "Arbeitsformat" gewesen und nichts Ungewöhnliches. Er führe regelmäßig ähnliche Gespräche mit den Geheimdienstchefs anderer Länder, entweder persönlich oder online, so Naryschkin.

Wirkungslose Worte aus Washington

Der Besuch von Ratcliffs Vorgänger Burns vor vier Jahren hatte einen konkreten Anlass und der damalige CIA-Chef hatte im November 2021 auch einen Termin bei Präsident Putin. William Burns sollte im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern.

Offenbar fanden seine Worte kein Gehör: Gut drei Monate nach Burns' Besuch startete Putin am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.

AR/se (dpa, afp, rtr, ap)

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