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1+1-Gespräche in Genf

9. Juni 2014

Die USA wollen einen Durchbruch im Streit um das Atomprogramm des Iran und setzen erstmals auf bilaterale Gespräche. Der erste Beratungstag in Genf: zäh, aber positiv. Nun bitten auch andere zum Vier-Augen-Gespräch.

Irans Atomanlage in Buschehr (Foto: Getty Images)
Bild: Atta Kenare/AFP/Getty Images

Irans Vizeaußenminister hat sich nach der ersten Runde der Atomberatungen zwischen den USA und Iran in Genf verhalten positiv geäußert. "Die Gespräche waren zwar zäh, aber die Atmosphäre war positiv und konstruktiv", sagte Abbas Araghchi nach dem über fünfstündigen Treffen gegenüber iranischen Medien.

Vor der Besprechung mit seinem US-Kollegen William Burns und Staatssekretärin Wendy Sherman sagte Araghchi, der Iran wolle über direkte Gespräche mit den USA zu einer Einigung im Atomstreit kommen. "Die bilateralen Gespräche können eine Annäherung der Positionen und damit eine Einigung ermöglichen", so der iranische Vizeaußenminister. Araghchi meinte, es gebe zwar noch Differenzen. Ziel sei es aber, sie über solche Treffen auszuräumen.

USA wollen "realistische" Gespräche

Die Regierung in Washington äußerte sich zurückhaltender nach dem ersten Beratungstag. Die stellvertretende Sprecherin des US-Außenministeriums, Marie Harf, erklärte, die bilateralen Gespräche seien notwendig, weil die Atomverhandlungen der 5+1-Gruppe, zu der die fünf UN-Vetomächte USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China sowie Deutschland gehören, zuletzt "nicht genug Fortschritte" gemacht hätten. Die USA wünschten sich, dass "ein bisschen Realismus" in die Verhandlungen Einzug halte. "Wir haben immer gesagt, wir wollen bilateral mit den Iranern reden, wenn es unsere Bemühungen weiterbringen könnte." Es handele sich aber nur um Beratungen, nicht Verhandlungen. Man verhalte sich zudem "in vollständiger Koordination" mit den 5+1 sowie der EU.

Nach Angaben des US-Außenministeriums ist die zweite Runde der Gespräche mit dem Iran für Dienstagvormittag geplant. Sie solle den ganzen Tag dauern. Die bilateralen Begegnungen sollen nach Teheraner Angaben die für Mitte Juni geplante nächste Verhandlungsrunde im Rahmen der 5+1-Gruppe vorbereiten.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms nach Atomwaffen zu streben. Die iranische Regierung weist dies zurück. Die internationale Gemeinschaft hat im Atomstreit scharfe Sanktionen gegen Teheran verhängt. Im November vergangenen Jahres verständigte sich der Iran mit der 5+1-Gruppe auf ein Interimsabkommen. Darin verpflichtete sich die iranische Regierung, im Gegenzug für Sanktionslockerungen ihr Nuklearprogramm teilweise auf Eis zu legen. Die Frist für die Einigung auf ein dauerhaftes Abkommen läuft am 20. Juli ab. Sollte kein Kompromiss gefunden werden, so Araghchi, würden die Verhandlungen um weitere sechs Monate bis Januar 2015 verlängert.

Unter vier Augen mit Teheran

Auch Deutschland und der Iran kommen noch in dieser Woche zu bilateralen Gesprächen über das iranische Atomprogramm zusammen. Nach separaten Treffen mit den USA, Russland und Frankreich in den kommenden Tagen seien für Sonntag bilaterale Unterredungen mit Deutschland geplant, teilte der iranische Unterhändler Araghchi mit. Die Gespräche sollen in Teheran stattfinden.

nis/kle (afp, dpa)

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