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PolitikBolivien

USA und Bolivien beenden diplomatische Eiszeit

9. November 2025

"Bolivien kehrt wieder zurück in die Welt", betonte Rodrigo Paz bei seiner Amtseinführung als Staatschef. Den USA gefällt der neue Kurs des 58-jährigen Christdemokraten.

Rodrigo Paz bei seiner Amtseinführung in La Paz
Rodrigo Paz bei seiner Amtseinführung in La PazBild: Luis Gandarillas/Xinhua News Agency/picture alliance

Der Amtsantritt des christdemokratischen Präsidenten Rodrigo Paz in Bolivien hat positive Auswirkungen auf das lange Zeit angespannte Verhältnis des lateinamerikanischen Landes zu den Vereinigten Staaten. Die Beziehungen würden in Zukunft auf Botschafterniveau geführt, "so wie es immer hätte sein sollen", erklärte US-Vizeaußenminister Christopher Landau bei einem Treffen mit Paz am Regierungssitz La Paz.

Bolivien und die USA hatten die jeweiligen Botschafter vor 17 Jahren gegenseitig des Landes verwiesen. Auslöser war 2008 der Vorwurf der damaligen bolivianischen Staatschefs Evo Morales, US-Diplomaten unterstützten landesweite Demonstrationen gegen seine linksgerichtete Regierung.

Auch unter dem ab 2020 regierenden Präsidenten Luis Arce wurden die diplomatischen Beziehungen nicht wieder auf höchster Ebene aufgenommen. Arce knüpfte stattdessen wirtschaftliche und politische Bande mit China, Russland, dem Iran und Venezuela.

Paz will "Kapitalismus für alle" in Bolivien

Der wirtschaftsfreundliche Paz hatte sein Amt als neuer Präsident von Bolivien am Samstag angetreten. Damit endete eine fast zwei Jahrzehnte währende Ära linksgerichteter Regierungen in dem südamerikanischen Land, das sich in einer schweren Wirtschaftskrise befindet. Die jährliche Inflationsrate lag zuletzt um die 20 Prozent.

"Nie wieder ein isoliertes Bolivien, das überholten Ideologien unterworfen ist, und noch weniger ein Bolivien, das der Welt den Rücken zuwendet", sagte Paz in seiner Antrittsrede. "Bolivien kehrt wieder zurück in die Welt, und die Welt kehrt zurück nach Bolivien", betonte er mit Verweis auf mehr als 70 internationale Delegationen, die zu seiner Vereidigung angereist waren.

Bolivien zählt zu den ärmsten Ländern SüdamerikasBild: Luis Gandarillas/Anadolu Agency/picture alliance

Paz hatte im Wahlkampf ein Programm "Kapitalismus für alle" angekündigt. Er will Benzinsubventionen um mehr als die Hälfte zurückfahren und der heimischen Industrie unter anderem mit einer Steuerreform zum Aufschwung verhelfen. Zugleich versprach er die Beibehaltung von Sozialleistungen.

Bolivien verfügt über die weltgrößten Reserven an Lithium, einem Schlüsselrohstoff für Batterien und Elektroautos. Die Erschließung der Ressourcen stockte bislang, Investitionen kamen nur langsam voran. Unter Paz' Regierung hoffen auch deutsche Unternehmen auf neue Kooperationschancen.

wa/pgr (afp, dpa)

Redaktionsschluss 17.45 Uhr (MEZ). Dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert!

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