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USA wollen Visa für Studierende und Journalisten verkürzen

28. August 2025

Die US-Regierung will Aufenthaltsbestimmungen für bestimmte Ausländer weiter verschärfen. Jetzt im Visier des Heimatschutzministeriums: Studierende, Wissenschaftler und Medienschaffende.

Ein Havard-Student steht auf dem Gelände hinter einem Mikrofon
Ausländische Studierende müssen künftig wohl mehr Anträge stellenBild: Rick Friedman/AFP

Ausländische Journalisten sollen ihr Visum alle acht Monate erneuern müssen. Verlängerungen müssten bei der US-Einwanderungsbehörde USCIS beantragt werden, was aufwendigere Überprüfungen nach sich ziehen würde. Zuletzt wurden etwa für Journalisten aus Deutschland Visa für eine Dauer von bis zu fünf Jahren ausgestellt. 

Visa für Studierende sollen den Plänen zufolge künftig für höchstens vier Jahre ausgestellt werden, wie aus einer Veröffentlichung im US-Amtsblatt vom Donnerstag hervorgeht. Bisher erhalten Studierende ein Visum für die Dauer ihres akademischen Programms, das - etwa im Fall einer Promotion - auch fünf Jahre dauern kann.

Visa-Inhaber besser im Blick haben

Zur Begründung hieß es, frühere Regierungen hätten zugelassen, dass sich Ausländer als "ewige Studenten" einen nahezu unbegrenzten Aufenthalt gesichert hätten, erklärte das Heimatschutzministerium. "Dies stellte Sicherheitsrisiken dar, kostete den Steuerzahler unzählige Dollar und benachteiligte US-Bürger." Die angestrebte Regel solle Missbrauch unterbinden und den Behörden ermöglichen, Visa-Inhaber besser im Blick zu behalten.

Das Ministerium machte keine Angaben dazu, welche Nachteile den US-Steuerzahlern seiner Ansicht nach durch Studierende aus dem Ausland entstehen. Diese zahlen in der Regel die vollen Studiengebühren und sind damit eine wichtige Einnahmequelle für die Universitäten. Im Studienjahr 2023/24 studierten rund 1,1 Millionen Menschen aus dem Ausland in den USA, mehr als in jedem anderen Land der Welt.

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Kritik aus den Hochschulen

Vertreter des US-Hochschulwesens kritisierten die vorgeschlagene Änderung umgehend. Sollte die Regelung verabschiedet werden, müssten Studierende und Wissenschaftler "regelmäßig und unnötig" zusätzliche Anträge stellen, um ihre Projekte im Land abschließen zu können, erklärte etwa die Vorsitzende der Präsidentenvereinigung für höhere Bildung und Einwanderung, Miriam Feldblum. Dies würde den gesamten Betrieb an den Hochschulen belasten. Auch würden die Unwägbarkeiten laut Feldblum dazu führen, dass sich letztlich weniger internationale Akademiker für den Standort USA entschieden.

Die US-Regierung hatte in den vergangenen Monaten nach eigenen Angaben bereits rund 6000 Studentenvisa entzogen. Die meisten Betroffenen kamen aus China oder hatten an ihren Universitäten gegen Israels Vorgehen im Gazastreifen demonstriert. Trump hatte außerdem Milliarden Dollar an staatlichem Fördergeld für Universitäten zusammengestrichen. Der Kongress erhöhte zudem die Steuern für private Hochschulen.

fab/pg (dpa, afp, rtr)

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