Strom, Wasser, medizinische Versorgung – in Venezuela fehlt es vielerorts an allem. Millionen Menschen kämpfen täglich mit Stromausfällen und maroder Infrastruktur. Für Familien wird der Alltag mehr und mehr zum ständigen Balanceakt ums Überleben.
In Turgua, nahe Caracas, prägen Stromausfälle und Wassermangel den Alltag von Roberto Carpio und Teresa Herrera. Die Infrastruktur ist stark beschädigt: Der Kühlschrank fällt wegen Strommangels aus, fließendes Wasser gebe es hier nur ein- bis zweimal im Monat, sagt Herrera. Auch das Straßennetz, der öffentliche Nahverkehr und die Gesundheitsversorgung seien eingeschränkt: Busse fahren selten, Ärzte fehlen.
Nach zweieinhalb Jahrzehnten unter der Sozialistischen Einheitspartei Venezuelas (PSUV) des geschassten Präsidenten Nicolas Maduro und seines Vorgängers Hugo Chávez liegt Venezuelas Infrastruktur am Boden. Das Land mit den größten Erdölreserven der Welt steckt in einer Energiekrise.
Experten schätzen, dass rund 80 Prozent der Kraftwerkskapazität ausgefallen sind. Strom, von dem auch die Trinkwasserversorgung abhängt, ist Mangelware. Für eine vollständige Reparatur wären Milliardeninvestitionen nötig. Doch Investoren zögern noch.
