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KatastropheVenezuela

Behörden: Mehr als 6100 Erdbeben-Opfer in Venezuela

4. August 2026

Die offizielle Zahl dürfte weiter steigen: Noch immer werden Tausende Menschen nach der Naturkatastrophe in dem südamerikanischen Land vermisst. Anwohner üben Kritik an den Behörden.

Venezuela Caraballeda 2026 | Helfer mit Schutzhelm und Funkgerät sind inmitten von Trümmern zu sehen
Helfer arbeiten in den Trümmern (Archivbild)Bild: Juan Barreto/AFP

Mehr als fünf Wochen nach dem schweren Doppelerdbeben in Venezuela hat die Zahl der Todesopfer eine weitere Tausendermarke überschritten. Dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, zufolge kamen mindestens 6125 Menschen ums Leben.

Die Opferzahl dürfte weiter steigen: Laut der inoffiziellen Website "Desaparecidos Terremoto Venezuela" (Vermisste Erdbeben Venezuela) suchen Angehörige oder Bekannte immer noch nach etwa 30.000 Menschen. Ein anderes Portal, "Venezuela Te Busca" (Venezuela sucht Dich), beziffert die Zahl der Vermissten auf knapp 18.000. Offizielle Angaben hierzu gibt es nicht.

Mehr als zwei Millionen Tonnen Schutt

Auch die Beseitigung der Trümmer ist längst nicht beendet. Laut Rodríguez, dem Bruder der geschäftsführenden Präsidentin Delcy Rodríguez, wurden bislang 346.000 Tonnen Schutt weggeräumt. Dies entspricht rund 17 Prozent der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) auf 2,1 Millionen Tonnen geschätzten Gesamtmenge, die durch die Erdstöße entstanden ist. Mehr als 800 Gebäude wurden beschädigt oder stürzten vollständig ein.

Improvisierte Gedenkstätte an einem eingestürzten Gebäude in La Guaira (Archivbild)Bild: Ariana Cubillos/AP Photo/picture alliance

Wie die oppositionelle Zeitung "El Pitazo" schreibt, kritisierten Bewohner einer betroffenen Region, staatliche Stellen versuchten mit der raschen Räumung von Trümmern, Mängel an den eingestürzten Bauten zu vertuschen. Nach Medienberichten waren zahlreiche Häuser nicht ausreichend erdbebensicher.

Sachschaden von fast 20 Milliarden Dollar

Die Beben der Stärken 7,2 und 7,5 erschütterten Venezuela am 24. Juni. Nach Schätzungen der Weltbank verursachten sie unmittelbare Sachschäden in Höhe von fast 20 Milliarden US-Dollar (rund 17 Milliarden Euro). Fast die Hälfte der Schadenssumme entfiel demnach auf Wohngebäude. Besonders betroffen waren der Bundesstaat La Guaira und der Hauptstadtdistrikt Caracas.

Wie Delcy Rodríguez ankündigte, sollen bis Ende des Jahres insgesamt 4000 Wohnungen an Menschen übergeben werden, die durch die Katastrophe ihr Obdach verloren. Rund 300 Wohneinheiten wurden der Regierung zufolge schon bereitgestellt.

jj/pgr (dpa, afp, epd)

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