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PolitikVenezuela

Opposition in Venezuela meldet sich zurück

23. Oktober 2026

Seit der völkerrechtlich umstrittenen Festnahme von Venezuelas Langzeitmachthaber Maduro ist dessen Stellvertreterin Rodríguez auf Kuschelkurs mit US-Präsident Trump. Jetzt begehren Regierungsgegner erneut auf.

Venezuela Caracas 2026 | Ein Anhänger Machados schwenkt die venezolanische Flagge, sein Gesicht ist weiß geschminkt, auf seinem Kopf ein Haarreif, der der Strahlenkrone der Freiheitsstatue in New York ähnelt (22.10.2026)
Machado-Anhänger bei Demonstration in Caracas (am Donnerstag)Bild: Federico Parra/AFP

In Venezuela haben Tausende Menschen auf einer Kundgebung die Rückkehr der Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado gefordert. In der Hauptstadt Caracas versammelten sich rund 2000 Demonstranten auf der Plaza Venezuela und hielten Plakate in die Höhe, auf denen sie die Abhaltung von Wahlen verlangten. Auch im Bundesstaat Táchira an der Grenze zu Kolumbien fand eine Kundgebung statt.

Unterstützer der Opposition in der Stadt Maracaibo im Nordwesten VenezuelasBild: Isaac Urrutia/REUTERS

Es waren die größten Demonstrationen in dem südamerikanischen Land seit der Entmachtung von Staatschef Nicolás Maduro Anfang des Jahres durch die USA. Machado lebt im Exil in Panama. Sie hatte Venezuela vor einem Jahr heimlich verlassen, um in Norwegens Hauptstadt Oslo den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen. Nach Angaben ihrer Partei Vente Venezuela wurde sie bereits mehrfach an einer Rückkehr in ihr Heimatland gehindert.

Verhandlungen ohne die beliebteste Politikerin des Landes

Vor gut einer Woche begannen ohne Machado Verhandlungen zwischen Vertretern der Regierung von Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez und der Opposition. Dabei bekräftigten beide Seiten ihren Willen, Präsidentenwahlen in Venezuela abzuhalten. Das US-Außenministerium begrüßte die Gespräche. Diese legten die Grundlage für freie und glaubwürdige Wahlen, hieß aus Washington.

Nach einer von Fälschungsvorwürfen überschatteten Präsidentenwahl hatte sich der Linksnationalist Maduro im Sommer 2024 erneut zum Sieger erklärt. Der prominenten Regierungsgegnerin Machado war eine Kandidatur von den venezolanischen Behörden damals untersagt worden.

Es folgte eine Welle der Repression, bei der 28 Menschen getötet wurden. Zahlreiche Oppositionelle gingen ins Exil.

Hunderte politische Gefangene weiter in Haft

Das US-Militär hatte Maduro Anfang Januar in Caracas gefangengenommen und in die USA gebracht. Nun kommen er und seine Ehefrau Cilia Flores in New York vor Gericht. Ihnen soll wegen "Drogenterrorismus" und Foltervorwürfen im kommenden Jahr der Prozess gemacht werden.

Gerichtszeichnung von Nicolás Maduro (links) und dessen Frau Cilia Flores bei einer Anhörung in New York (Mitte Oktober)Bild: Jane Rosenberg/REUTERS

US-Präsident Donald Trump hatte nach Maduros Sturz gesagt, Venezuela stehe nun unter der Kontrolle der Vereinigten Staaten. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Foro Penal sind in dem südamerikanischen Land weiterhin mehr als 300 Menschen aus politischen Gründen inhaftiert.

jj/AR (afp, rtr, kna)

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