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KatastropheVenezuela

Venezuela: Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf fast 3000

5. Juli 2026

Anderthalb Wochen nach den schweren Erdbeben in Venezuela steigt die Zahl der geborgenen Toten weiter. Die Suche nach Verschütteten läuft trotz schwindender Hoffnung, zugleich wächst die Kritik an der Regierung.

Mitglied der mexikanischen Rettungsgruppe Topos sucht in Trümmern
Nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela suchen Helfer in den Trümmern weiterhin nach Toten und ÜberlebendenBild: Leonardo Fernandez Viloria/REUTERS

Anderthalb Wochen nach den verheerenden Erdbeben in Venezuela ist die Zahl der geborgenen Todesopfer auf mindestens 2954 gestiegen. Das teilte die Regierung am Samstag mit. Zudem wurden inzwischen 16.592 Verletzte registriert. Mehr als 16.000 Menschen verloren durch die Naturkatastrophe ihr Zuhause.

Die beiden Erdbeben der Stärken 7,2 und 7,5 hatten das südamerikanische Land am 24. Juni kurz hintereinander erschüttert. Besonders schwer getroffen wurde der nördliche Bundesstaat La Guaira, der nördlich der Hauptstadt Caracas an der Küste liegt. Nach offiziellen Angaben stürzten durch die Beben 190 Gebäude ein, weitere 856 Häuser und Gebäude wurden schwer beschädigt. Seit der Katastrophe registrierten die Behörden zudem 942 Nachbeben.

Kaum noch Hoffnung, doch die Suche geht weiter

Wie viele Menschen weiterhin vermisst werden, teilte die Regierung nicht mit. Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge könnte die Zahl der Vermissten jedoch bei bis zu 50.000 liegen. Auch die US-Erdbebenwarte USGS geht von einem möglicherweise deutlich höheren Opferausmaß aus: Sie schätzt, dass bei der Naturkatastrophe bis zu 10.000 Menschen ums Leben gekommen sein könnten.

Trotz schwindender Hoffnung setzen Rettungskräfte die Suche nach Überlebenden fort. Die Chancen, noch Menschen lebend aus den Trümmern zu bergen, gelten inzwischen zwar als sehr gering. Dennoch gelang am Donnerstag eine seltene Rettung: In der Küstenstadt Maiquetía wurde ein Mann lebend aus den Trümmern eines eingestürzten Einkaufszentrums geborgen. Rettungskräfte hatten über Tage hinweg Kontakt zu dem Verschütteten gehalten und ihn mit Wasser versorgt.

Kritik am Krisenmanagement der Regierung wächst

In den vergangenen Tagen wurde zugleich massive Kritik an der Übergangsregierung von Präsidentin Delcy Rodríguez laut. Überlebende und Hilfsorganisationen werfen den Behörden Schwerfälligkeit und Ineffizienz vor. Vor allem fehle es an schwerem Gerät, um Trümmer zu beseitigen und nach Verschütteten zu suchen. Dadurch würden die Rettungsarbeiten vielerorts vor allem von Zivilisten und ausländischen Helfern getragen.

Präsidentin Rodríguez wies die Vorwürfe zurück. Die Regierung habe unmittelbar nach der Katastrophe gehandelt, erklärte sie. Parlamentspräsident Jorge Rodríguez zufolge wurden 30.000 staatliche Einsatzkräfte mobilisiert. Zusätzlich seien mehr als 3000 internationale Helfer im Einsatz.

Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez bei einer Pressekonferenz zu den Folgen der ErdbebenBild: Lucas Aguayo/AFP

Delcy Rodríguez hatte im Januar die Macht übernommen, nachdem ihr Vorgänger Nicolás Maduro durch einen von den USA forcierten Sturz abgesetzt worden war. Die Erdbebenkatastrophe trifft das Land damit in einer politisch ohnehin angespannten Phase.

pgr/gri (dpa, rtr, afp)

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