1. Zum Inhalt springen
  2. Zur Hauptnavigation springen
  3. Zu weiteren Angeboten der DW springen

Verhärtete Fronten am Flughafen

27. Februar 2012

Seit anderthalb Wochen wird der Frankfurter Flughafen immer wieder von 200 Vorfeldbeschäftigten bestreikt. Eine Einigung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Auseinandersetzung droht zu eskalieren.

Passagiere am Frankfurter Flughafen (Foto: dapd)
Die Passagiere üben sich in GeduldBild: dapd

Das "Absurde" dürfe nicht die Oberhand gewinnen, sagte am Montag der Vorstand der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Fraport, Herbert Mai, als er die Forderungen der Gewerkschaft GdF kommentierte. Eine solche Wortwahl lässt nicht vermuten, dass die Kontrahenten im Tarifstreit zwischen Fraport und Vorfeldbeschäftigten einer Lösung der Auseinandersetzung nähergekommen wären.

Die Reaktion der GdF bestätigt diesen Eindruck. Gewerkschaftssprecher Matthias Maas erklärte am frühen Montagabend, auch für einen längeren Arbeitskampf gerüstet zu sein: "Die Streikkasse ist kein Problem." Die GdF will den Streik bis zum kommenden Donnerstag fortsetzen und droht damit, die Auseinandersetzung auszuweiten. So könnten sich beispielsweise die Fluglotsen mit den Vorfeldbeschäftigten solidarisieren.

Neue Schlichtung?

Jeder Tag, an dem die Beschäftigten der Vorfeldsicherung streiken, bedeutet für die Flughafen-Betreibergesellschaft Fraport einen Umsatzrückgang von einer Million Euro. Dennoch, so ein Fraport-Sprecher, könne der Flughafen einen längeren Streik verkraften. Mit Aushilfskräften wird ein Großteil des Flugbetriebes aufrechterhalten. Jeder sechste Flug von oder nach Frankfurt musste aber dennoch ausfallen. Die Lufthansa ist die am stärksten von Ausfällen betroffene Fluggesellschaft. An den bisherigen Streiktagen sei der Gesellschaft ein Schaden im hohen zweistelligen Millionenbereich entstanden, so die Airline, die genaue Zahlen aber nicht nennt.

Beim Versuch, den Streik zu schlichten, ist der frühere Hamburger Bürgermeister Ole von Beust schon einmal gescheitert. Einen von ihm gemachten Kompromissvorschlag hatte Fraport abgelehnt. Doch von Beust steht offenbar für einen neuen Schlichtungsversuch zur Verfügung. Am Montag sagte er auf die Frage, ob er dafür zur Verfügung stünde: "Das wäre zu überlegen. Ich bin dazu bereit."

dk/gri (dpa, rtr, dapd)