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Kriminalität

Vermutlich Vietnamesen unter Toten in LKW

26. Oktober 2019

Noch immer ist die Identität der 39 Leichen in einem Sattelauflieger bei London ungeklärt. Doch es scheint immer wahrscheinlicher, dass auch Vietnamesen unter den Opfern sind. Betroffene Familien hätten sich gemeldet.

Großbritannien Grays 39 Tote in Container entdeckt
Bild: picture-alliance/dpa/empics/S. Rousseau

Nach dem Fund von 39 Leichen in einem Lastwagen in Großbritannien verdichten sich die Hinweise, dass viele Vietnamesen unter den Opfern sind. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur AFP sind unter den Toten 20 Vietnamesen. Wie das englischsprachige Nachrichtenportal VNExpress berichtete, hätte sich mittlerweile mindestens zwölf vietnamesische Familien gemeldet, weil sie Angehörige unter den Opfern befürchteten. Diese könnten nach eigenen Angaben ihre Kinder, die sich mutmaßlich in Großbritannien aufhielten, seit dem 23. Oktober nicht mehr kontaktieren. 

Mehrere vietnamesische Familien hatten sich bei der BBC gemeldet. Ein 57-jähriger Vietnamese sagte der Deutschen Presse-Agentur, sein Sohn sei 2017 nach Frankreich ausgewandert und habe ihn informiert, dass er als Teil einer Gruppe nach Großbritannien geschmuggelt werden solle. Der Vater sagte, er haben einen Anruf bekommen und sei über die Todesfälle informiert worden. Er sei aber nicht sicher gewesen, wer der Anrufer überhaupt war und ob es sich um einen Schleuser gehandelt habe. 

Migranten erfroren? 

Die britische Polizei hatte die Leichen der 38 Erwachsenen und eines Teenagers in einem LKW in einem Industriegebiet östlich von London entdeckt. Zunächst hatte die Polizei vermutet, es handele sich bei den Toten um Chinesen. Das wurde von chinesischen Behörden nicht bestätigt. 

Blumen nahe des Fundorts der Leichen: Möglicherweise starben die Menschen an Unterkühlung Bild: picture-alliance/dpa/empics/S. Rousseau

Die Umstände deuten stark darauf hin, dass es sich bei den Opfern um ins Land geschleuste Migranten handelt. Möglicherweise sind die Menschen im Laderaum erfroren, da der große LKW-Sattelauflieger zur Kühlung geeignet ist. Offiziell bestätigt wurde die Todesursache nicht. Die Polizei nahm inzwischen vier Verdächtige fest, darunter den aus Nordirland stammenden Fahrer des Lastwagens. Der 25-Jährige muss sich wegen Totschlags, Menschenhandels und Geldwäsche verantworten, wie die britische Polizei am Abend mitteilte.

Kritiker machten seit Jahren auf das wachsende Problem von Menschenhandel aufmerksam, schrieb die britische Zeitung "Guardian". Das betreffe nicht zuletzt Kinder und junge Erwachsene aus Vietnam, die unter falschen Versprechungen nach Großbritannien gelockt würden. Dort würden sie ausgebeutet und oft auch in die Prostitution gezwungen.

sth/sti (rtr, dpa, epd, afp) 
 

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