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Katastrophe

Viele Tote bei Unwettern in Indonesien

5. April 2021

Sintflutartige Regenfälle haben im Osten Indonesiens und in Osttimor Erdrutsche und Sturzfluten ausgelöst und weitreichende Zerstörungen verursacht. Noch immer werden zahlreiche Menschen vermisst.

Armee und Polizei beteiligen sich an der Rettungsaktion in der Provinz Ost-Nusa Tenggar
Armee und Polizei beteiligen sich an der Rettungsaktion in der Provinz Ost-Nusa TenggaraBild: AP Photo/picture alliance

Das betroffene Gebiet erstreckt sich von der Insel Flores in der Provinz Ost-Nusa Tenggara bis nach Osttimor. Die Zahl der Todesopfer wird derzeit insgesamt mit 113 angegeben. Die Behörden gehen aber davon aus, dass die Zahlen weiter steigen.

"Es gibt 86 Tote, aber diese Zahl ist sehr dynamisch und wird sich definitiv ändern", sagte der Sprecher der indonesischen Katastrophenschutzbehörde Raditya Djati dem Sender MetroTV. "Der Schlamm und das extreme Wetter sind zu einer ernsthaften Herausforderung geworden, und die sich auftürmenden Trümmer behindern die Such- und Rettungsteams", sagte Djati über die Situation.

Weite Teile im Osten des indonesischen Archipels sind von den Unwettern betroffenBild: Antara Foto/Dok BPBD Flores Timur/REUTERS

"Wir vermuten, dass viele Menschen verschüttet sind, aber es ist nicht klar, wie viele vermisst werden", sagte sein Kollege Alfons Hada Bethan, Leiter der Katastrophenschutzbehörde von Flores, über die Lage im Osten Indonesiens.

Hunderte Menschen wurden in der Provinz Ost-Nusa Tenggara, die aus mehreren Inseln besteht und in Nachbarschaft zu Osttimor liegt, evakuiert. Mehrere Brücken seien eingestürzt. Straßen würden zudem durch umgestürzte Bäume blockiert, teilte die Katastrophenbehörde mit. Dadurch würden die Such- und Rettungsaktionen erschwert. "14 Dörfer sind immer noch vollkommen abgeschnitten", sagte der Vorsitzende des Bezirks Lembata, Thomas Ola, der Deutschen Presse-Agentur. Auf der Insel Lembata östlich von Bali starben mindestens 18 Menschen durch eine Schlammlawine.

Auch in dem kleinen Staat Osttimor gab es Tote. Nach Angaben von Regierungsbeamten starben mindestens 27 Menschen in Schlamm oder Fluten in der Nähe der Hauptstadt Dili.

Meteorologen gehen davon aus, dass der Klimawandel die Wetterextreme in Indonesien verstärktBild: Antara Foto/Dok BPBD Flores Timur/REUTERS

Erdrutsche und Sturzfluten sind auf dem indonesischen Archipel während der Regenzeit zwischen Oktober und April keine Seltenheit. Die Katastrophenschutzbehörde des Landes schätzt, dass fast die Hälfte der Bevölkerung des Landes - etwa 125 Millionen Menschen - in erdrutschgefährdeten Gebieten lebt.

Die Behörde für Klimakunde und Meteorologie prognostizierte auch für die kommenden Tage für einige Teile des südostasiatischen Landes extreme Wetterbedingungen mit schweren und sintflutartigen Regenfällen, starken Winden und hohen Wellen.

qu/ww (rtr, afp, dpa)