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Viele Vermisste nach Erdrutsch in Norwegen

Naturkatastrophe | 30.12.2020

Aufgeschreckte Anwohner wählten die Notrufnummer. Sie schilderten, wie sich ihr gesamtes Haus bewegte. Zivilschutz und Armee halfen bei den Rettungsarbeiten.

Nach einem Erdrutsch im Süden Norwegens sind mehr als 700 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Durch den Abgang in der Gemeinde Gjerdrum - rund 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Oslo - habe es mindestens zehn Verletzte gegeben, teilte die Polizei mit. Einige von ihnen würden in Krankenhäusern behandelt. Mehr als 10 weitere Menschen werden nach jüngsten Angaben noch vermisst.

Der Erdrutsch traf mehrere Gebäude in der Ortschaft Ask, dem Verwaltungssitz von Gjerdrum. Etliche Häuser wurden mitgerissen. Die Vermissten wohnten in dem betroffenen Gebiet. Sie könnten aber auch zum Unglückszeitpunkt unterwegs gewesen sein, sagte der Einsatzleiter der Polizei, Roger Pettersen. Die genaue Ursache des Abgangs ist unklar. Der Polizeivertreter verwies auf die örtliche Bodenbeschaffenheit; das Erdreich sei dort bekanntermaßen instabil.

Der Erdrutsch spielte sich auf einer Fläche von mehr als 200.000 Quadratmetern ab

Die Polizei wurde durch aufgeschreckte Anwohner alarmiert, die am Telefon schilderten, wie sich ihr gesamtes Haus bewegte. Zivilschutz und Armee waren in die Rettungsaktion eingebunden. Dabei kamen auch Hubschrauber zum Einsatz, die Menschen aus den betroffenen Gebieten brachten. Dunkelheit und schlechtes Wetter erschwerten zunächst die Bergungsarbeiten. Auch Geologen trafen am Ort ein. In der Gegend um Ask gibt es Hügel, aber keine hohen Berge. Letzthin hatte es stark geregnet.

Mit Hubschraubern wurden Menschen aus der Gefahrenzone gebracht

Ministerpräsidentin Erna Solberg sprach den Betroffenen ihr Mitgefühl aus. Es schmerze, "zu sehen, wie die Kräfte der Natur Gjerdrum verwüstet haben", erklärte die Regierungschefin bei einem Besuch an der Unglücksstelle.

jj/kle (dpa, afp, rtr)