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VW und MAN

Monika Lohmüller18. Juni 2012

Volkswagen gibt sich mit der Drei-Viertel-Mehrheit bei MAN nicht zufrieden. Europas größter Autobauer will weiter Stimmanteile sammeln.

Die Logos der zur Volkswagen AG gehörenden Automarken: (l-r) oben: Bugatti, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Bentley, Mitte: Audi, Scania, unten: Seat, Lamborghini und Skoda (Bildkombo). (Foto: dpa)
Volkswagen-KonzernBild: picture-alliance/dpa

Volkswagen hält bereits mehr als 75 Prozent an MAN. Doch die Wolfsburger wollen aus MAN, der Tochter Scania und dem eigenen Nutzfahrzeuggeschäft einen machtvollen Lkw-Konzern schmieden. Uns so plant der VW-Konzern seine Mehrheitsbeteiligung am Lastwagenbauer MAN weiter aufzustocken. Nach dem Überschreiten der 75-Prozent-Schwelle Anfang Juni habe Volkswagen dem Münchner Tochterunternehmen angekündigt, in den nächsten zwölf Monaten weitere Anteile kaufen zu wollen, teilte MAN am Montag in einer Pflichtmitteilung an die Börse mit.

VW-Vorstandschef Martin Winterkorn hatte erst vor drei Wochen Scania-Chef Leif Östling in den VW-Konzernvorstand berufen und die Führung umgebaut, um MAN, Scania und das VW-Nutzfahrzeuggeschäft nach jahrelangem Tauziehen endlich enger zu verzahnen und bei Einkauf, Forschung und Produktion bald viel Geld zu sparen. Winterkorn hat MAN aber mehrfach zugesagt, die Marke, die Geschäftsfelder und die Standorte zu erhalten.

Nachspiel beim Porsche-Deal?

Aus einer anderen Ecke droht den Wolfsburgern womöglich Ärger: Der nahende Porsche-Deal könnte noch ein Nachspiel haben. NRW-Finanzminister Walter-Borjans (SPD) sieht in dem möglichen Steuersparmodell einen legalen Missbrauch, der Gesetze pervertiere. Er dringt nun darauf, die Sache in Berlin doch noch aufzuhalten.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und der "Wirtschaftswoche" erlaubt ein Hintertürchen im Steuergesetz, dass VW die zweite noch fehlende Hälfte des Porsche-Sportwagengeschäftes (Porsche AG) steuerfrei von der Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE übernimmt. Dieser Trick wird möglich, da die drei Beteiligten schon eng miteinander verbandelt sind und die Porsche SE die Mehrheit an den VW-Stammaktien hält. Alle Beteiligten gelten damit als eine Art Großunternehmen. Das Gesetz erlaubt es in diesem Konstrukt, einen Kauf als interne Umstrukturierung auszuweisen - was steuerfrei ist.

Nach dpa-Informationen wären rund 1,5 Milliarden Euro Steuern angefallen, hätte VW schon diesen Sommer die Porsche AG normal gekauft - was Europas größter Autobauer wegen der großen Steuerlast aber vermutlich nie getan hätte. Der NRW-Finanzminister sagte, dass 1,5 Milliarden Euro für sein Bundesland 150 Millionen Euro bedeutet hätten.

Lo/sti (dpa, rtrd)

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