Würdiger Erbe: Domen Prevc dominiert die Vierschanzentournee
6. Januar 2026
Domen Prevc ist der König der Skispringer. Der 26 Jahre alte Slowene sprang bei eisiger Kälte in Bischofshofen 138 und 138,5 Meter weit und belegte damit hinter dem Vorjahres-Tourneesieger Daniel Tschofenig aus Österreich den zweiten Platz in der Tageswertung. Dritter wurde der Japaner Ryoyu Kobayashi, der sich 2019, 2022 und 2024 den Gesamtsieg gesichert hatte.
In der Gesamtwertung kam in diesem Winter aber keiner an Prevc vorbei. Ruhig und konzentriert wie immer erledigte der Favorit unter Flutlicht auf der Paul-Außerleitner-Schanze seine Arbeit und flog seinen ersten Gesamterfolg beim prestigeträchtigsten Wettbewerb im Skispringen nach Hause.
Seit 1953 gibt es die Internationale Vierschanzentournee, die die Springen in den deutschen Wintersport-Orten Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen im Bundesland Bayern sowie Innsbruck und Bischofshofen in Österreich verbindet. Wer in der Addition die meisten Punkte sammelt, ist Tourneesieger.
Prevc hatte die ersten beiden Springen der Tournee in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen gewonnen. In Innsbruck und Bischofshofen wurde er Zweiter. Die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher komplettierten vor 12.500 Zuschauern mit großem Rückstand das Gesamtpodium hinter dem slowenischen Dominator.
Erfolgreiche Skisprung-Familie
Erstmals in der Geschichte der Vierschanzentournee steht damit nun ein Brüderpaar in der Siegerliste. Prevcs älterer Bruder Peter Prevc hatte den Wettbewerb im Jahr 2016 gewonnen. Der stolze, große Bruder war beim Erfolg seines kleinen Bruders persönlich anwesend und verfolgte die Sprünge von der Tribüne aus. Peter Prevc hatte seine Karriere 2024 beendet.
Allerdings sind Domen und Peter nicht die einzigen Skispringer in der Familie Prevc. Auch Schwester Nika ist auf den Schanzen aktiv und gilt derzeit als die beste Skispringerin der Welt.
Cene Prevc (29) war früher ebenfalls erfolgreicher Skispringer und gewann 2022 gemeinsam mit seinem Bruder Peter olympisches Silber im Teamwettbewerb. Er hat sich aus dem Sport zurückgezogen und ist mittlerweile erfolgreicher Comedian. Einzig die jüngste Schwester Ema (16) hat sich gegen den Wintersport entschieden. Sie tanzt Ballett.
Deutsche Skispringer ohne Chance
Während Domen Prevc den Pokal mit dem goldenen Adler und ein Preisgeld von 100.000 Euro erhielt, verlängerte sich die Wartezeit der deutschen Skispringer auf einen Triumph bei der Tournee auf ein Vierteljahrhundert.
Die beiden besten Springer, Felix Hoffmann und Philipp Raimund absolvierten zwar ordentliche Wettbewerbe, konnten mit der von Prevc angeführten Weltspitze aber erneut nicht mithalten.
Der letzte deutsche Gesamtsieger bleibt damit vorerst Sven Hannawald, der im Winter 2001/2002 als erster Springer überhaupt alle vier Einzelspringen für sich entscheiden konnte.