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Mutmaßlicher Hamas-Waffenschmuggler in Zypern festgenommen

10. März 2026

Ermittler werfen dem Verdächtigen vor, an der Beschaffung von Waffen beteiligt gewesen zu sein. Diese sollten offenbar für Anschläge auf israelische und jüdische Einrichtungen in Deutschland und Europa genutzt werden.

Außenansicht des Flughafens Larnaka auf Zypern
Festnahme auf Zypern: der Flughafen von LarnakaBild: Erich Meyer/Zoonar/IMAGO

Die deutsche Bundesanwaltschaft hat erneut einen mutmaßlichen Waffenschmuggler der islamistischen Terrororganisation Hamas festnehmen lassen. Der im Libanon geborene Kamel M. wurde am Freitag bei seiner Einreise aus dem Libanon nach Zypern am Flughafen Larnaka von Grenzbeamten festgenommen. Gegen ihn lag ein Europäischer Haftbefehl vor, wie die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde mitteilte.

Am Sonntag durchsuchten Ermittler zudem die Wohnung des Beschuldigten in der deutschen Hauptstadt Berlin. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft soll der Mann der Hamas angehören. Die Organisation, die vor allem im Gazastreifen aktiv ist, wird von zahlreichen westlichen Staaten als Terrororganisation eingestuft.

Waffen für Anschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen

Dem Mann wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Außerdem soll er im August 2025 die Übergabe von 300 Schuss scharfer Munition veranlasst haben.

Nach bisherigen Ermittlungen wurde die Munition über den bereits im Januar dieses Jahres festgenommenen Mohammad S. an weitere Komplizen weitergereicht. Nach Einschätzung der Ermittler sollten die beschafften Waffen für mögliche Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland und anderen europäischen Ländern genutzt werden.

Die oberste Strafverfolgungsbehörde Deutschlands, die Bundesanwaltschaft, hat ihren Sitz in KarlsruheBild: Uwe Anspach/dpa/picture alliance

Kamel M. soll nun nach Deutschland überstellt werden. Anschließend soll er in Karlsruhe dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der über die Anordnung von Untersuchungshaft entscheidet. Das Auslieferungsverfahren kann jedoch mehrere Wochen oder auch Monate dauern.

Ermittlungen gegen Hamas-Netzwerk in Europa

Die Festnahme steht im Zusammenhang mit einer Reihe von Ermittlungen gegen mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Europa. In den vergangenen Monaten hat die Bundesanwaltschaft insgesamt acht Verdächtige im Zusammenhang mit mutmaßlicher Waffenbeschaffung für die Hamas festnehmen lassen.

Zunächst hatte die Behörde Anfang Oktober 2025 drei mutmaßliche Hamas-Mitglieder in Berlin festnehmen lassen. Bis Ende des Jahres folgte eine Festnahme in London, eine an der deutsch-tschechischen und eine an der deutsch-dänischen Grenze. Im Januar war zuletzt Mohammad S. am Berliner Flughafen bei seiner Einreise aus Beirut festgenommen worden.

Parallel nähert sich aktuell vor dem Kammergericht Berlin der erste Prozess der Bundesanwaltschaft gegen vier mutmaßliche Hamas-Mitglieder seinem Ende. Den Angeklagten wird vorgeworfen, als sogenannte Auslandsoperateure für die Einrichtung von Waffendepots in Polen, Bulgarien und Dänemark verantwortlich gewesen zu sein. Ein Urteil wird für den 25. März erwartet.

pgr/AR (dpa, rtr, afp)

Redaktionsschluss: 18:00 Uhr (MEZ) - dieser Artikel wird nicht weiter aktualisiert.

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