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Politik

Kämpfe trotz Waffenruhe im Südsudan

24. Dezember 2017

Es sollte ein wichtiger Schritt für die Wiederbelebung des Friedensprozesses sein: Seit Sonntag gilt eine Waffenruhe im Südsudan. Doch offenbar wird sie gebrochen.

Südsudan Archiv Soldaten
Bild: picture-alliance/AP Photo/S.Bol

Die Regierung und die wichtigste Rebellengruppe werfen sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Die Rebellengruppe SPLA-IO des früheren Vizepräsidenten Riek Machar bezichtigte die Regierungstruppen in einer Erklärung "aggressiver Angriffe" gegen ihre Stellungen in zwei Landesteilen. Die Regierung wolle den Friedensprozess zum Scheitern bringen und "weiter die Ressourcen des Landes plündern".

Gegenseitige Vorwürfe

Ein Armeesprecher wies die Vorwürfe zurück und warf den Rebellen im Gegenzug "schwere Verletzungen" des Waffenstillstands vor. So hätten die Rebellen im südlichen Bundesstaat Amadi einen Behördenkonvoi attackiert, der Lebensmittel und Löhne für Weihnachten transportiert habe. Dabei seien fünf Angreifer getötet worden. Außerdem hätten die Rebellen im Nordwesten des Landes Militärpolizisten angegriffen.

Die Waffenruhe war am Donnerstag besiegelt worden und in der Nacht auf Sonntag in Kraft getreten. Sie soll dazu beitragen, einen Ausweg aus dem seit vier Jahren wütenden Bürgerkrieg zu finden, in dem sich vor allem der südsudanesische Präsident Salva Kiir und dessen einstiger Stellvertreter Machar gegenüberstehen.

Seit vier Jahren Bürgerkrieg

Im August 2015 hatten beide nach intensiver internationaler Vermittlung ein umfassendes Friedensabkommen unterzeichnet, das auch eine Teilung der Macht vorsah. 2016 brachen jedoch in der Hauptstadt Juba neue Kämpfe aus, Machar floh außer Landes, die Kämpfe begannen erneut im ganzen Land. Die Waffenruhe sollte nun ermöglichen, zum Plan des Friedensabkommens zurückzukehren.

Der ölreiche Südsudan, das jüngste Land der Welt, erlangte 2011 die Unabhängigkeit vom Sudan. Ende 2013 brach jedoch ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern Kiirs vom Volk der Dinka und den Truppen seines früheren Stellvertreters Machar vom Volk der Nuer aus. Seither kamen Zehntausende ums Leben. Rund vier Millionen Menschen - ein Drittel der Bevölkerung - sind vor der Gewalt geflohen. 

Humanitäre Katastrophe

Wegen Gewalt und Vertreibung ist auch die Landwirtschaft in weiten Teilen des Landes zum Erliegen gekommen. Knapp fünf Millionen Menschen sind nach UN-Angaben auf Lebensmittelhilfe angewiesen. In der ersten Jahreshälfte gab es in Teilen des Landes eine Hungersnot. Für 2018 rechnen die UN damit, dass rund 1,1 Millionen akut mangelernährt sein werden - ein lebensgefährlicher Zustand.

cr/sam (afp, dpa)

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