Wahhabiten-Schulen an Moskauer Moscheen?
9. September 2002Moskau, 6.9.2002, 0948 GMT, ECHO MOSKWY, russ.
Der Obermufti des asiatischen Teils von Russland Nafigulla Aschiwow hat die Behauptungen, an Moskauer Moscheen gebe es Wahhabiten-Schulen, als Suche nach einem Feind zurückgewiesen. "Der Wahhabismus darf nicht mit Extremismus gleichgesetzt werden", sagte Aschiwow. Die Moskauer Schüler "in den Moscheen werden in den Grundlagen des traditionellen Islam unterrichtet". "Wahhabismus wird in keiner unserer Moscheen gelehrt."
Russlands Muslime wollen die Behauptungen nicht einfach so stehen lassen, erklärte er. Nach seiner Meinung sind sie Ausdruck von Tendenzen, die Muslime für verschiedene Probleme verantwortlich zu machen, die der Staat hat.
(In einer Live-Sendung von Echo Moskwy am selben Tage hatte der Vizevorsitzende des Russischen Föderationsrates Ramasan Abdulatipow erklärt, die Behauptungen, es gebe Versuche, an Moskauer Moscheen Wahhabiten-Schulen einzurichten, müssten bewiesen werden. Es sei unzulässig, die Muslime des Wahhabismus zu beschuldigen. "Das Wichtigste ist, dass jede extremistische Ideologie oder Bewegung um eine Religion herum verboten wird", sagte Abdulatipow.) (TS)