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Wandel und Zukunft Palästinas

11. März 2010

Die Transformation Palästinas und die Zukunft +++ Kommentar: Joe Bidens Mission im Nahen Osten +++ Scheich Mohammed al-Tantawi verstarb im Alter von 81 Jahren in Ägypten

Karte von Israel und den Palästinensergebieten (Foto:DW)
Bild: DW

Zwei Tage, fünf Gesprächsrunden, ein Dutzend Experten. Die Böll-Stiftung hatte nach Berlin zu einem Symposium geladen. Thema der Tagung: die Transformation Palästinas. Damit sollte - zwei Jahre nach den 60-Jahrfeiern Israels, die auch in Deutschland feierlich begangen wurden - die Geschichte der Palästinenser seit der Staatsgründung Israels im Jahr 1948 aufgearbeitet werden. Etwa 800.000 Palästinenser mussten damals ihre Heimat verlassen. Sie und ihre Nachkommen leben bis heute als Flüchtlinge in den arabischen Nachbarstaaten, im Westjordanland und in Gaza und verstreut auf der Welt. Der Oslo-Friedensprozess, der in den 90-er Jahren begann, hat nicht den erhofften palästinensischen Staat an der Seite Israels gebracht. Und die aktuellen Entwicklungen geben kaum Anlass zu glauben, dass sich an der Situation in der nahen Zukunft etwas ändern wird.

Kommentar: Joe Biden in Israel

Die indirekten Gespräche, die Israelis und Palästinensern unter der Vermittlung der USA führen wollten, liegen seit der Ankündigung der israelischen Regierung 1.600 neue Wohnungen in Ost-Jerusalem bauen zu lassen, vorerst auf Eis. Die Palästinenser fordern als Bedingung für diese indirekten Friedensgespräche mit Israel einen Stopp des umstrittenen Siedlungsprojekts im Stadtteil Ramat Schlomo in Ost-Jerusalems. Und auch die Kritik der internationalen Gemeinschaft ist deutlich: Mit dem Ausbau von Siedlungen gefährdet Israel den stockenden Friedensprozess im Nahen Osten. War damit die Reise von Joe Biden ein Misserfolg?

Der Tod von Scheich Tantawi

Scheich Mohamed al-Tantawi, der oberste islamische Geistliche Ägyptens und einer der wichtigsten Autoritäten des sunnitischen Islam ist tot. Der 81jährige starb am Mittwoch während einer Reise in Saudi-Arabien an einem Herzinfarkt. Tantawi stand für ein moderates Verständnis des Islam. Er sprach sich gegen die Beschneidung von Mädchen aus, verbot den Gesichtsschleier in reinen Frauenklassen und -wohnheimen. Außerdem engagierte sich für den Dialog mit anderen Religionen.

Redaktion: Diana Hodali/Ina Rottscheidt

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