Heizen mit Klimaanlage spart Kosten und CO2
25. Dezember 2025
Mit Klimaanlagen heizen? In Japan, Südkorea, China, USA, Skandinavien und vielen südeuropäischen Ländern ist das schon lange Standard. Denn Klimaanlagen können Räume nicht nur abkühlen, sondern auch erwärmen.
Im Sommer entziehen die Anlagen Wärme aus der Raumluft und kühlen sie so ab. Diese Wärme wird auf ein spezielles Kältemittel übertragen, das fließt durch ein Rohr zu einem Außengerät. Von dort wird die Wärme mit einem Ventilator in die Außenluft geblasen.
Im Winter können die meisten Klimaanlagen auch umgekehrt laufen. Dabei wird der Außenluft Wärme entzogen. Die wird nach innen geleitet und mit Hilfe eines Ventilators im Raum verteilt: es wird warm.
Klimaanlagen und Wärmepumpen fürs Heizen werden weltweit immer beliebter
In Europa wurden 2024 laut Report des europäischen Verbands für Wärmepumpen (EHPA) 2,3 Millionen Wärmepumpen neu eingebaut. 40 Prozent davon waren sogenannte Luft-Luft-Wärmepumpen, also Klimaanlagen, die sowohl kühlen als auch heizen können.
Bei anderen Wärmepumpen wird zuerst Wasser aufgeheizt, das dann Fußböden und Heizkörper erwärmt.
Weltweit wird inzwischen rund zehn Prozent der Gebäudeflächen mit Klimaanlagen und anderen Wärmepumpen beheizt. Bis 2030 werden es laut Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) rund 20 Prozent sein und bis 2050 über 40 Prozent.
Klimaanlagen heizen schneller und günstiger als Gasheizungen
Klimaanlagen und Wärmepumpen nutzen vor allem Umweltwärme in der Umgebung. Das macht das Heizen besonders effizient, günstig und klimafreundlich.
Die meisten der Geräte verwenden die Außenluft als Wärmequelle. Aber auch warme Abluft aus Gebäuden, Fabriken und Rechenzentren, die Wärme aus Flüssen, Grundwasser, Abwasser und Böden können genutzt werden.
Klimaanlagen und Wärmepumpen sind durch optimierte Technik in den letzten Jahren erheblich effizienter geworden. In einem gemäßigten Klima wie in Deutschland erzeugen gute Klimaanlagen inzwischen im Jahresdurchschnitt mit einer Kilowattstunde (kWh) Strom über fünf kWh Wärme. Damit sind sie ein Drittel günstiger als das Heizen mit Gas.
In wärmeren Regionen heizen Klimageräte wegen der höheren Außentemperaturen noch effizienter. In Südeuropa erzeugt eine gute Klimaanlage im Jahresdurchschnitt aus einer kWh Strom über sechs kWh Wärme. Wer damit in Spanien und Portugal heizt, spart zwei Drittel an Heizkosten im Vergleich zur Gasheizung. Das liegt auch am günstigen Strompreis, Haushalte zahlen dort rund 25 Cent pro kWh.
Auch in kalten Regionen funktioniert das Heizen mit Klimaanlagen gut
Spezielle Klimaanlagen funktionieren auch bei sehr kalten Temperaturen bis zu minus 30 Grad Celsius. So werden im kalten Norwegen rund 60 Prozent der Gebäude beheizt, in Finnland sind es 40 Prozent und in Schweden etwa 25 Prozent.
Als Alternative gibt es Fernwärme, andere Wärmepumpen sowie Holz- und Stromheizungen. Das Heizen mit Öl und Gas spielt in skandinavischen Ländern fast keine Rolle. In Norwegen ist es aus Klimaschutzgründen schon seit 2020 verboten.
Auch wenn der Winter lang und kalt ist, sind moderne Klimaanlagen sehr effizient. In Norwegen lässt sich im Jahresdurchschnitt so aus einer kWh Strom über vier kWh Wärme erzeugen. Bei einem Strompreis von umgerechnet rund 20 Cent pro kWh ist diese Heiztechnik daher sehr attraktiv.
Weniger Abgase und direkte Wärme
Das Heizen mit Klimaanlagen ist günstiger als mit Öl, Gas und Elektroheizungen wie Infrarotstrahler. Während Kohle- und Holzheizungen die Luft mit Ruß und Stickoxiden verschmutzen, ist das Heizen mit Klimaanlagen sauber. Und: Sie sind besonders klimafreundlich, wenn sie auch mit Ökostrom laufen.
Doch nicht alle Klimaanlagen laufen mit Luft-Luft-Technik. In Mitteleuropa sind beispielsweise sogenannte Luft-Wasser-Wärmepumpen sehr verbreitet. Sie entziehen die Wärme ebenfalls aus der Außenluft, heizen damit aber zuerst Heizungswasser auf. Das fließt dann in Heizkörper und Fußbodenrohre und wärmt so die Räume auf. Dieser Umweg über das Erwärmen des Wassers mindert die Effizienz im Vergleich zu Luft-Luft-Klimaanlagen, die direkt die Raumluft aufheizen. Kühlen kann man mit ihnen natürlich auch.
Klimaanlagen können Öl- und Gasverbrauch deutlich reduzieren
Durch den globalen Temperaturanstieg steigt auch die Nachfrage: Weltweit wurden 2024 laut Angaben der Internationalen Energieagentur mehr als 140 Millionen Klimaanlagen verkauft. Ein einfaches Gerät für einen Raum kostet in Deutschland zwischen 1000 bis 2000 Euro. Dazu kommt der Preis für den Einbau durch Fachfirmen.
Manchmal werden Klimageräte nur zum Kühlen eingebaut, um die Sommerhitze besser auszuhalten. Doch wer den Heizbetrieb gleich mitdenkt, spart Kosten.
Neubauten können so komplett auf wassergeführte Heizsysteme verzichten, das heißt: Es müssen keine Rohre gelegt und keine Heizkörper montiert werden. Mit einer Klimaanlage, eventuell auch in Kombination mit einer Lüftungsanlage, lassen sich gedämmte Gebäude sehr einfach temperieren. Damit sinken die Baukosten und später die Energiekosten.
Auch alte Gebäude können mit Klimaanlagen beheizt werden. Sie können Gas-, Kohle- und Ölsysteme entweder komplett ersetzen oder in Kombination deren Verbrauch deutlich reduzieren. Dann kann die Klimaanlage an den meisten Tagen im Jahr sehr günstig heizen. Und nur an sehr kalten Wintertagen wird sie von der alten Heizung unterstützt.
Auch in älteren Mehrfamilienhäusern mit Gas-Etagenheizungen sind Klimaanlagen eine gute Option.
Gute Information hilft bei der Umsetzung
Zur Klimaanlage gehört meist ein Außengerät. Das kann in der Regel bis zu fünf Innengeräte über Leitungen mit Kälte und Wärme versorgen.
Häufig werden die Außengeräte an den Fassaden zur Straße montiert. Optisch schöner ist jedoch die Montage auf der Rückseite vom Haus, im Hinterhof oder auf dem Dach. Es gibt auch Verkleidungen für die Außengeräte.
Sogenannte Klimakompaktgeräte kommen ohne Außeneinheit aus. Sie brauchen für den Luftaustausch nur zwei Löcher in der Außenwand.
Die Installation von Klimageräten und die optimale Technik für das Gebäude sollten im Vorfeld gut durchdacht werden. Bücher, Informationen im Netz, Nachbarn mit Erfahrungen, Energielabel, Energieberater und Fachbetriebe helfen bei der Entscheidung - und auch beim Kostenvergleich gegenüber einer Wärmepumpe, die ebenfalls kühlen kann.
Gemütliche Wärme ohne unangenehmen Luftstrom
Weil Klimaanlagen mit einem warmen Luftstrom heizen, ist es in wenigen Minuten warm. So reicht es, Räume erst kurz vor der Nutzung zu erwärmen, statt dauerhaft heizen zu müssen, wie mit anderen Heizungen.
Doch der warme Luftstrom kann auch unangenehm sein, besonders wenn ein Raum besonders kalt ist. Moderne Anlagen haben jedoch Sensoren, die Personen erkennen und dann den Luftzug entsprechend minimieren, damit es für die Bewohner gemütlicher ist.
Eine andere Möglichkeit sind sogenannte Klimatruhen. Sie verteilen die Wärme nicht von oben, sondern von unten im Raum.