Was man über die Winter Paralympics 2026 wissen muss
Veröffentlicht 3. März 2026Zuletzt aktualisiert 5. März 2026
Knapp zwei Wochen nach den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo starten die Paralympics 2026. Zum Jubiläum kehren die Wettbewerbe zum zweiten Mal nach Italien zurück. Bereits 2006 war mit Turin eine italienische Stadt Gastgeber der Winterspiele.
Die Wettkämpfe werden - wie bei Olympia zuvor - in drei Hauptorten veranstaltet: Mailand (Eissport), Cortina d'Ampezzo (Ski Alpin, Snowboard, Rollstuhlcurling) und Val di Fiemme (Nordische Disziplinen) werden ab dem 6. März zum Zentrum des Paralympischen Sports.
Was sind die Eckdaten der Winterspiele 2026?
Die Paralympics finden in diesem Jahr vom 6. bis 15. März 2026 statt. Die Eröffnungsfeier wird in der historischen Arena di Verona abgehalten. Das Amphitheater bietet rund 12.000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz und zählt zu den ikonischsten Kulissen von Milano-Cortina.
Es sei der perfekte Rahmen für eine einzigartige Feier, die die Herzen aller berührt und die Werte feiert, die die Paralympischen Spiele vermitteln, versprechen die Veranstalter.
Die Paralympische Flamme war am 24. Februar in Stoke Mandeville in Großbritannien entzündet worden, dem Geburtsort der Paralympischen Bewegung. Am 6. März soll die Flamme nun pünktlich zur Eröffnungsfeier in Verona ankommen.
Bei den Winterspielen werden knapp 650 Para-Sportlerinnen und -Sportler aus 50 Nationen in 79 Entscheidungen um die Paralympics‑Medaillen kämpfen. Die Abschlussfeier wird am 15. März im Eishockey-Stadion von Cortina d'Ampezzo stattfinden.
Welche Sportarten gibt es?
Insgesamt werden die Wettkämpfe in sechs Sportarten ausgetragen: Para Ski Alpin, Biathlon, Langlauf, Snowboard, Eishockey und Rollstuhlcurling. Eine Premiere bei den 14. Winterspielen im paralympischen Programm feiern die Rollstuhlcurling-Mixed-Doubles.
"Ich denke, die Fans können sich auf ein Erlebnis freuen, das ihr Leben verändern wird", kündigte der Präsident der Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) Andrew Parsons an.
"Die Athleten verändern mit ihren Leistungen wirklich die Welt. Sie verändern die Art und Weise, wie Menschen mit Behinderungen wahrgenommen werden. Wenn es darum geht, Inklusion zu fördern und Vielfalt zu begrüßen, sind die Paralympischen Spiele das Ereignis, das dies möglich machen kann", so Parsons.
Was bedeutet die Teilnahme von russischen und belarussischen Sportlerinnen und Sportler?
Das IPC hatte Ende September beschlossen, die seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine geltende Suspendierung Russlands und des verbündeten Belarus wieder aufzuheben. In Italien werden somit sechs russische und vier Athletinnen und Athleten aus Belarus per Wildcard an den Start gehen.
Die Ukraine wird die Eröffnungsfeier in Verona aus diesem Grund boykottieren. Ihr schlossen sich Tschechien, Finnland, Polen, Estland, Lettland und zuletzt auch Deutschland an. Diese Entscheidung diene "sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen", so der Deutsche Behindertensportverband (DBS). Ein Sprecher kündigte vor diesem Hintergrund auch das Fernbleiben der Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein von der Eröffnungsfeier an.
Das IPC zeigte Verständnis für die Nationen, die in Verona nicht dabei sein möchten, wies aber auf die Abstimmung hin: "Wir verstehen, dass viele Länder mit dieser Entscheidung unzufrieden sind, aber sie wurde im Rahmen eines sehr demokratischen Prozesses getroffen."
Welche Medaillen-Chancen hat das Team D?
Das Team D geht mit der drittgrößten deutschen Mannschaft in der Geschichte der Paralympischen Winterspiele an den Start. Mindestens 38 Athletinnen und Athleten und sieben Guides werden in fünf Sportarten um Medaillen und Top-Platzierungen kämpfen.
Das im ewigen Medaillenspiegel immer noch auf Rang eins liegende Team D solle diese enorme "Strahlkraft des Para Sports mit mitreißenden Leistungen entfalten", sagte DBS-Präsident Hans-Jörg Michels.
Auch DBS-Vorstand Marc Möllmann ist voller Vorfreude: "Wir fiebern den Paralympischen Spielen entgegen, die erstmals seit 20 Jahren wieder in unserer Zeitzone und in den europäischen Alpen vor den Augen möglichst vieler Zuschauerinnen und Zuschauer stattfinden." Mit Blick auf die Anzahl an Gesamtmedaillen wolle es der DBS unter die besten sechs Nationen schaffen, so Möllmann.
Wo liegt der Ursprung der Winter Paralympics?
Die Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo feiern in diesem Jahr ein Jubiläum, denn vor exakt 50 Jahren fanden die ersten Winterspiele im schwedischen Örnsköldsvik statt. Die paralympische Bewegung ist mit der Zeit enorm gewachsen. Damals gingen insgesamt nur 198 Athletinnen und Athleten an den Start, in Italien hat sich diese Zahl mehr als verdreifacht.
Trotzdem müssten weitere Barrieren aus dem Weg geräumt werden, meint Michels. "Aber es lohnt sich, gemeinsam zu kämpfen für mehr Teilhabe, Inklusion und Chancengleichheit im Sport. Die Strahlkraft der Paralympics wird uns zum Erreichen der Ziele helfen."
Auch die finanzielle Förderung hat in den vergangenen Jahren verbessert, obwohl es weiter Nachholbedarf gibt. Deutsche Paralympics-Medaillengewinnerinnen und -gewinner erhalten dieselben Prämien wie die olympischen Athletinnen und Athleten.
Zudem gibt es professionellere Strukturen, viel mehr öffentliches Interesse und eine nachvollziehbarere Klassifizierung durch das Prozentsystem. "Der Sport wird besser denn je sein. Wir haben die Trends der letzten Saisons gesehen", sagte IPC-Präsident Parsons. "Es werden junge Athleten dabei sein, aber auch bekannte Namen. Ich kann es kaum erwarten, dass die Spiele beginnen."
Der Artikel wurde nach der Entscheidung des Deutsche Behinderten Sportbundes, der Eröffnungsfeier fernzubleiben, aktualisiert.