Die beste Basketball-Liga der Welt geht in ihre 78. Saison. Meister Denver Nuggets möchte den Titel verteidigen, bekommt aber harte Konkurrenz. Zudem freuen sich alle auf "Alien" Victor Wembanyama.
Mögliches Finale? Boston und Denver gehören zu den Favoriten auf die NBA-Meisterschaft 2024Bild: Michael Dwyer/AP/picture alliance
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Die NBA geht in ihre neue Spielzeit. Einige Superstars haben das Team gewechselt, die Kräfteverhältnisse könnten sich daher verschoben haben. Ein ganz besonderer Neuzugang sorgt schon vor seinem Karrierestart für großes Aufsehen. Auch vier deutsche Basketball-Weltmeister sind dabei.
Vom Auftaktmatch zwischen Meister Denver Nuggets und Rekord-Champion Los Angeles Lakers am 24. Oktober bis zum 14. April bestreiten alle 30 Teams 82 Hauptrundenspiele. Zwei Tage später starten dann die Playoffs. Spätestens am 23. Juni soll der Meister feststehen. Wer setzt sich die Basketball-Krone auf?
Wer sind die Favoriten auf die Meisterschaft?
Da ist zunächst Titelverteidiger Denver Nuggets zu nennen. Das Team um den mehrfachen MVP Nikola Jokic [MVP = Most Valuable Player, wertvollster Spieler] ist so zusammengeblieben wie im Vorjahr - ohne namhafte Abgänge, allerdings auch ohne besondere Zugänge.
Anders sieht das bei den Boston Celtics aus, die mit Aufbauspieler Jrue Holiday und Center Kristaps Porzingis zwei herausragende NBA-Profis hinzugewinnen. Gemeinsam mit den beiden Allstars Jayson Tatum und Jaylen Brown haben die Celtics nun ein noch stärkeres Grundgerüst als zuvor.
Mit dem 2,18 Meter großen Letten Kristaps Porzingis (Nr. 8) ist Boston unter dem Korb noch stärker besetztBild: Mary Schwalm/AP/picture alliance
Zu beachten sind auch die Milwaukee Bucks, die neben Ex-MVP Giannis Antetokounmpo nun mit Dreierspezialist Damian Lillard einen zweiten Ausnahmekönner in ihren Reihen haben.
Und auch die Golden State Warriors und die Phoenix Suns haben Chancen auf den Titel. Golden State bekommt Chris Paul hinzu, den drittbesten Vorlagengeber der NBA-Historie. Bei den Suns verstärkt Bradley Beal das Top-Duo Kevin Durant/Devin Booker. Allerdings ist Phoenix nach dem Weggang von Deandre Ayton auf der Center-Position etwas schwächer aufgestellt als bisher.
Welche Rookies sind zu beachten?
Riesengroße Erwartungen gibt es vor allem an Victor Wembanyama von den San Antonio Spurs. Im 2,24 Meter langen Franzosen, der über eine gigantische Armspannweite (2,36 Meter) verfügt und trotz seiner Länge extrem ballsicher im Dribbling und beweglich ist, sehen viele Experten und Fans den absoluten Superstar der kommenden Jahre.
Beeindruckende Maße: Victor Wembanyama ist trotz seiner Körpergroße schnell und beweglichBild: Tiboul/MAXPPP/dpa/picture alliance
Der 19-Jährige, den LeBron James bewundernd als "Alien" bezeichnete, profitiert davon, dass sein Team zuletzt zu einem der schlechtesten der Liga zählte und einen kompletten Neuaufbau startet. So kann er viel spielen und ist der Schlüsselspieler, um den herum in den nächsten Spielzeiten eine neue Mannschaft gebildet werden soll.
Sein Herausforderer im Kampf um die Auszeichnung als "Rookie of the Year" [Bester Neuling des Jahres] könnte Chet Holmgren werden. Der US-Amerikaner ist 2,13 Meter groß und ähnlich vielseitig wie "Wemby". Er wurde im vergangenen Jahr als Nummer zwei des Drafts [Auswahlverfahren, bei dem die Teams vor der Saison in bestimmter Reihenfolge neue Spieler wählen dürfen] von den Oklahoma City Thunder verpflichtet, verletzte sich dann aber am Fuß und verpasste daher die gesamte Saison.
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Was können die Deutschen erreichen?
Vier Mitglieder der deutschen Weltmeister-Mannschaft und insgesamt sechs deutsche Spieler sind dabei, Chancen auf den NBA-Titel hat aber keiner von ihnen. Spannend wird vor allem sein, wie Dennis Schröder bei seinem neuen Klub, den Toronto Raptors, seine neue Rolle als erster Point Guard ausfüllt. In der Saisonvorbereitung zeigte er gute Leistungen, bekam viel Einsatzzeit und sammelte viele Punkte und Vorlagen. Die Raptors hatten in der vergangenen Saison die Playoffs verpasst und sind im Umbruch.
Neues Team und mehr Verantwortung: Dennis Schröder (l.) ist jetzt Starting-Point-Guard der Toronto RaptorsBild: Arlyn McAdorey/AP/picture alliance
Bei den Orlando Magic werden die beiden Wagner-Brüder Franz und Moritz versuchen, erstmals in ihrer Zeit in Florida in die K.o.-Runde zu kommen. Die wird Ersatz-Center Isaiah Hartenstein mit den New York Knicks wohl sicher erreichen, genauso wie Maxi Kleber, der bei den Dallas Mavericks weiter seine Rolle als Bankspieler mit Stärken in der Defensive und von der Dreierlinie ausfüllt.
Daniel Theis, neben Schröder und den Wagners ein weiterer deutscher Weltmeister, muss bei den Indiana Pacers um Einsatzzeit kämpfen. Der Center war in der vergangenen Saison lange verletzt und in nur sieben Partien dabei. Die Pacers, die sich seit 2020 nicht mehr für die Playoffs qualifizieren konnten, sind im Osten aber nur Außenseiter.
Wer kann MVP werden?
Da die Liga quasi randvoll mit Superstars ist, gibt es etliche Kandidaten. Vorjahressieger Joel Embiid von den Philadelphia 76ers ist erneut ein heißer Anwärter, weil er trotz seiner Größe (2,13 Meter) sehr vielseitig ist und bei den Sixers alles über ihn läuft. Gleiches gilt für Nikola Jokic und Giannis Antetokounmpo.
2023 löste Philadelphias Joel Embiid (l.) Nikola Jokic von Denver als Most Valuable Player abBild: Matt Slocum/AP Photo/picture alliance
Sollte, nachdem in den vergangenen fünf Jahren mit Embiid, davor jeweils zweimal Jokic und zweimal Antetokounmpo immer einer der sogenannten "Big Men" gewonnen hat, mal wieder ein Aufbauspieler ausgezeichnet werden, hat sicherlich Stephen Curry beste Chancen. Der Dreier-Spezialist der Golden State Warriors zeigt nach wie vor Sachen und Würfe, die sonst keiner kann. Auch Luka Doncic von den Dallas Mavericks ist ein außergewöhnlicher Aufbauspieler, der nicht nur viele Punkte macht, sondern dazu regelmäßig viele Vorlagen gibt und Rebounds holt.
Aber auch Kevin Durant und Jayson Tatum sind, wenn sie die Leistungen der Vorsaison konstant wiederholen oder sogar noch steigern können, ernstzunehmende MVP-Kandidaten.
Was ist dieses Jahr neu?
Eine NBA-Saison ist lang: 82 Saisonspiele bestreitet jedes Team bis zum Start der Playoffs. Da kann auch mal Langeweile aufkommen. Und nicht alle Mannschaften geben in jeder Partie alles, um zu gewinnen. Um die Spannung gleich in der Frühphase der Spielzeit hochzuhalten, hat die NBA daher eine Art Pokalwettbewerb eingeführt.
Das sogenannte "in-season tournament" findet vom 3. November bis 9. Dezember statt. Abgesehen vom Finale werden alle Partien auch als normale Hauptrundenspiele gewertet. Es gibt sechs Fünfergruppen, vier Teams aus jeder Conference kommen ins Viertelfinale, danach gibt es nur noch K.o.-Duelle. Die Halbfinals und das Finale werden in Las Vegas ausgespielt. Als Prämie winken jedem Spieler des Siegerteams 500.000 US-Dollar.
Basketball: Die erfolgreichsten Korbjäger der NBA
In der ewigen Bestenliste der NBA stehen Basketball-Legenden wie Michael Jordan, Kareem Abdul-Jabar und Dirk Nowitzki weit oben. An der Spitze der Liste sammelt LeBron James auch in seiner 23. NBA-Saison weiter Punkte.
Bild: Jae C. Hong/AP Photo/picture alliance
Giannis Antetokounmpo - 21.377 Punkte*
Der Grieche mit nigerianischen Wurzeln wird 2015 von den Milwaukee Bucks gedraftet und spielt seitdem dort. Schnell entwickelt sich der vielseitige, 2,11 Meter große Forward zum Führungsspieler. Um den "Greak Freak" herum bauen die Bucks ein Team auf, das 2024 die Meisterschaft gewinnt. Antetokounmpo wird 2019 und 2020 zum MVP gewählt, dem wertvollsten Spieler der Liga. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Brynn Anderson/AP/dpa/picture alliance
Damian Lillard - 22.598 Punkte*
Elf Jahre lang läuft der 2,03 Meter große Point Guard und Top-Dreierschütze für die Portland Trail Blazers auf, bevor er 2023 zu den Milwaukee Bucks wechselt. Nachdem sich Lillard im April 2025 die Achillessehne reißt, entlassen ihn die Bucks, um Budget für andere Spieler zu haben. Lillard wechselt daraufhin trotz Verletzung als "Free Agent" zurück nach Portland. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Aaron Gash/AP Photo/picture alliance
DeMar DeRozan - 26.339 Punkte*
Vor seinem Wechsel zu den Sacramento Kings spielt der Small Forward für die Toronto Raptors, San Antonio und Chicago in der NBA. Im Vergleich zu anderen Top-Spielern schießt DeRozan nur wenige Drei-Punkte-Würfe, sondern punktet bevorzugt aus der Halbdistanz oder mit Drives zum Korb. DeRozan ist im Oktober 2022 der 50. NBA-Profi, der 20.000 Karriere-Punkte erreicht. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Christopher Katsarov/The Canadian Press via AP
Stephen Curry - 26.447 Punkte*
Wohl kein NBA-Profi beherrscht den Wurf jenseits der Drei-Punkte-Linie so gut wie er. Seit Dezember 2021 hält Curry den Allzeit-Rekord für die meisten verwandelten Dreier. Der kleine Guard der Golden State Warriors ist aber mehr als ein Weitwurf-Spezialist. Zweimal wird er zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. (*Stand: 16. Februar 2026)
Bild: Michael Wyke/AP Photo/picture alliance
Russell Westbrook - 27.001 Punkte*
Der MVP von 2017 ist der NBA-Profi mit den meisten Triple Doubles, zweistelligen Werten pro Spiel in drei Kategorien. Zu Karrierebeginn bildet Westbrook in Oklahoma mit James Harden und Kevin Durant ein starkes Trio, bleibt aber titellos. Nach Stationen in Houston, Washington, bei den L.A. Lakers und L.A. Clippers und Denver spielt Westbrook seit 2024 für Sacramento. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: Gerald Leong/AP Photo/picture alliance
Shaquille O'Neal - 28.596 Punkte
Der bullige 2,16-Meter-Center erzielt fast alle Punkte aus kurzer Distanz. Eklatant ist seine Schwäche bei Freiwürfen. Das Foulen O'Neals vor dem Wurf ("Hack-a-Shaq") machen viele Gegner daher zu ihrer Taktik. O'Neal, von 1992 bis 2011 für Orlando, die Lakers, Miami, Phoenix, Cleveland und Boston aktiv, geht trotzdem meist als Sieger vom Feld. Er wird viermal Meister und einmal MVP der Liga.
Bild: picture-alliance/Pressefoto Ulmer
James Harden - 28.863 Punkte*
Seine Verteidiger sind nicht zu beneiden: Lässt man "The Beard" Platz, trifft er den Dreier, geht man näher ran, dribbelt er vorbei. Harden spielt seit 2009 in der NBA für Oklahoma City, Houston, Brooklyn und Philadelphia und die LA Clippers. Im Dezember 2025 erreicht Harden die Top-Ten der NBA-Scorer. Im Februar 2026 wird er zu den Cleveland Cavaliers getraded. (*Stand 16. Februar 2026)
Bild: David Zalubowski/AP Photo/picture alliance
Wilt Chamberlain - 31.419 Punkte
Bevor Wilt Chamberlain 1959 NBA-Profi wird, spielt er ein Jahr lang für die Show-Truppe Harlem Globetrotters. Als Profi stellt er zahlreiche Punkterekorde auf. Unerreicht ist seine Marke aus dem Spiel Philadelphia gegen New York im Jahr 1962. Chamberlain erzielt 100 Punkte. Insgesamt 118 Mal schafft er 50 oder mehr Zähler in einem Spiel. 1999 stirbt er im Alter von 63 Jahren an Herzversagen.
Bild: picture-alliance/AP Images
Dirk Nowitzki - 31.560 Punkte
Unaufgeregt, immer bescheiden, oft nicht sehr spektakulär, aber meist beeindruckend sicher bringt Dirk Nowitzki seine Würfe ins Ziel. Unerreichte 21 Saisons - von 1998 bis 2019 - ist "Dirkules" den Dallas Mavericks treu. 2011 holt er mit den Mavs den Meistertitel. Als erster Europäer knackt Nowitzki die 20.000-Punkte-Marke und ist der sechste NBA-Profi, der die 30.000er-Schallmauer durchbricht.
Bild: Reuters/USA TODAY Sports
Kevin Durant - 31.862 Punkte*
Mit Golden State gewinnt "KD" 2017 und 2018 den NBA-Titel. Zuvor wird der elegante Forward bei Oklahoma City zum MVP der Saison 2014 gewählt. Von 2019 bis 2023 spielt er für Brooklyn, hat dort aber immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen. Im Februar 2023 wechselt Durant, der mit den USA dreimal Olympia-Gold gewinnt, nach Phoenix, im Sommer 2025 zu den Houston Rockets. (*Stand 16. Februar 2026).
Bild: Mike Stewart/AP Photo/picture alliance
Michael Jordan - 32.292 Punkte
Die 23 trägt "Air" Jordan schon auf dem College in North Carolina - bei den Chicago Bulls wird er damit zur Legende und holt sechs Titel. Jordans besondere Spezialität ist der "Buzzer Beater", ein entscheidender Wurf mit der Schlusssirene. Jordan gilt vielen bis heute als "bester Basketballer aller Zeiten". Seine Zahlen wären noch gigantischer, hätte er seine Karriere nicht zweimal unterbrochen.
Bild: Beth A. Keiser/AP Photo/picture alliance
Kobe Bryant - 33.643 Punkte
Nicht viele Basketballer können so elegant spielen wie die "Black Mamba". Der Guard der LA Lakers, der als Sohn eines US-Basketballprofis in Italien aufwächst, spielt ab 1996 in der NBA, immer für die Lakers. Er führt sein Team zu fünf Titeln. Mit 37 Jahren zwickt der Rücken und nach 20 Saisons ist im April 2016 Schluss. Bryant kommt 2020 mit 41 Jahren bei einem Helikopter-Absturz ums Leben.
Bild: Mike McGinnis/ZUMA/picture alliance
Karl Malone - 36.928 Punkte
Er wird "Mailman" genannt, und fast jede seiner Sendungen findet in Form eines geworfenen Basketballs das Ziel. Der bullige Power Forward läuft 18 Saisons für die Utah Jazz auf und ein Jahr für die Lakers. Meister wird er nie, dafür 1992 in Barcelona Olympiasieger mit dem "Dream-Team". Malone (l.) und sein Vorlagengeber John Stockton (r.) stehen als Bronzestatuen vor der Arena in Salt Lake City.
Bild: ZUMA Press/IMAGO
Kareem Abdul-Jabbar - 38.387 Punkte
Kareem Abdul-Jabbar und sein kaum zu verteidigender Hakenwurf "Sky Hook" sind legendär. Zwischen 1969 und 1989 spielt der als Ferdinand Lewis Alcindor geborene Abdul-Jabbar, der 1971 zum Islam konvertiert, für die Milwaukee Bucks und die Los Angeles Lakers. Sechsmal wird der 2,18 Meter lange Center Meister und sechsmal MVP. 19 Mal steht der "Captain" im Aufgebot des All-Star-Games.
Bild: picture-alliance/ZUMA Press
LeBron James - 42.975 Punkte*
Kaum ein NBA-Profi ist ähnlich hoch dekoriert wie der Forward, der seit 2018 für die Los Angeles Lakers spielt und 2025/2026 seine 23. Saison absolviert. Viermal wird er wertvollster Spieler der Liga (MVP), viermal zum MVP der NBA-Finals. Den Meistertitel gewinnt James ebenfalls viermal. 2012 und 2013 mit den Miami Heat, 2016 mit Cleveland und 2020 mit den Lakers. (*Stand 16. Februar 2026)